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Bergischer HC: Eine Frage der Verantwortung

Bergischer HC : Eine Frage der Verantwortung

Steht ein Handballspiel in den letzten Minuten auf des Messers Schneide, ist alles möglich. In der Phase, in der das gesamte Publikum frenetisch hinter der Heimmannschaft steht und das Adrenalin durch die Körper der Spieler schießt, gerät der Erfahrungsschatz eines Teams in den Hintergrund.

Beinahe hätte der Bergische HC gegen den TV Großwallstadt trotz eines 7:19-Rückstands noch genau diese dramatischen Schlussminuten erreicht. Als die Erstliga-Partie kurz vor dem Kippen war, gelangen die entscheidenden Tore jedoch den abgezockten Gästen.

"In der Phase hat man den Unterschied deutlich gemerkt. Großwallstadt war abgebrüht", erläutert Linksaußen Christian Hoße. Der Bergische HC ließ zu viele seiner Möglichkeiten ungenutzt. Ein verworfener Tempogegenstoß hier, ein Pass ins Aus dort, und die Großwallstädter ließen die Strafe folgen. Im Angriff übernahm vor allem Kristian Nippes die Verantwortung. Sein erster Versuch scheiterte, das darauf folgende Anspiel an den Kreis war ebenfalls nicht von Erfolg gekrönt – trotzdem nahm sich Nippes ein drittes Mal ein Herz und versenkte den Ball.

Das trauen sich nicht viele. Obwohl nicht alles geklappt hat, sagt Ha De Schmitz, dass Kristian Nippes sein bester Spieler auf der halbrechten Position sei. Eine Anerkennung, die sich nicht zuletzt auf die Erfahrungswerte des Linkshänders bezieht.

"Erfahrung können wir leider nicht trainieren", erläutert der Coach. Diese helfe natürlich immens dabei, dass seine Handballer sich trauen, in kritischen Momenten die Verantwortung zu übernehmen. So lobte Schmitz außerdem Fabian Böhm, der sich mit drei schönen Toren aus dem Rückraum ebenfalls in der zweiten Hälfte hervorhob. Der Neuzugang verfügt bekanntlich bereits über diverse Erstliga-Einsätze. Langfristig dürfte aber Henrik Knudsen das Zugpferd in solchen Situationen werden. "Er ist noch nicht wieder richtig fit, aber mit ihm verfügen wir über einen Spieler, der das ganze Spiel an sich reißen kann", erklärt Ha De Schmitz. "Wir werden alle sehen, dass er in Zukunft noch viel mehr Verantwortung übernehmen wird."

Noch nicht angekommen

In dieser Hinsicht ist der BHC eben noch nicht in der Ersten Liga angekommen. "Schon in einem Monat werden wir uns ganz anders präsentieren", ist sich der Trainer sicher. "Wir lernen und auch andere werden den Mut haben, sich mehr zuzutrauen." Wer weiß, ob die Partie einen anderen Verlauf genommen hätte, wenn Schmitz mit Böhm auf der halblinken Position und Knudsen in der Mitte begonnen hätte ? Eine Option, die der Coach bereits beim Auswärtsspiel in Wetzlar ziehen könnte.

(trd)