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Bergischer Hc: Die vermissten Offensiv-Qualitäten

Bergischer Hc : Die vermissten Offensiv-Qualitäten

Duje Miljak kam auf eigenen Wunsch vom ThSV Eisenach zum Liga-Konkurrenten Bergischer HC. Der Wechsel tut dem 29-jährigen Rückraumspieler gut, auch wenn er sich spielerisch noch integrieren muss. Landsmann Stanko Sabljic hilft dabei.

Duje Miljak konnte nicht verbergen, dass ihm dieses Tor gegen seinen ehemaligen Verein besonders gut getan hat. Der Kroate brüllte seine Freude über den wuchtigen Wurf zum 8:4 heraus, in der eigenen Hälfte angekommen streckte er die Siegerfaust in die Höhe und schaute zur Bank des ThSV Eisenach.

Bis eine Woche vor Beginn der Saison hatte der 29-Jährige noch im Kader des Mitaufsteigers gestanden und in Thüringen die gesamte Vorbereitung mitgemacht. Duje Miljak macht kein Geheimnis daraus, dass er sich auf eigenen Wunsch neu orientiert hat. So hieß es auch in der offiziellen Erklärung beider Vereine. "Was die Freunde, die Mannschaft und den Verein betrifft, war alles gut. Sportlich allerdings habe ich das Gefühl gehabt, nicht wirklich gebraucht zu werden." Der 2,02 Meter große Rückraumspieler war fast nur noch in der Abwehr eingesetzt worden, im Angriff blieb es bei wenigen Kurzeinsätzen. Trotzdem verlängerte Duje Miljak im Mai seinen Vertrag, der allerdings nur Gültigkeit fürs Handball-Oberhaus hatte. "Ich bin als 23-Jähriger nach Deutschland gekommen mit dem Traum, einmal in der Ersten Liga zu spielen. Das wollte ich auf keinen Fall verpassen." Zudem spekulierte Duje Miljak darauf, dass sich seine Rolle nach dem Aufstieg etwas verändern würde. Neben Dener Jaanimaa und Girts Lilienfelds blieb Miljak offensiv aber weiterhin die Nummer Drei.

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Die Verletzungssorgen beim Bergischen HC ließen Duje Miljak aufhorchen. Als Ersatzmann für Maximilian Hermann verpflichtet blüht er in diesen Tagen auf. "Der Stress, die Hintergedanken sind nicht mehr da. Ich kann nur noch Handball spielen." In den Spielen gegen den THW Kiel und den HSV Hamburg war der dreifache Nationalspieler noch nicht angekommen, gegen den VfL Gummersbach ließ er den Knoten mit vier Treffern platzen. "Es steckt noch viel mehr in mir." Duje Miljak müsse sich noch besser mit seinen neuen Nebenleuten einspielen sowie sicherer und stabiler werden.

Viel ist seit Saisonbeginn auf den Lastminute-Neuzugang eingeprasselt. "Ich hätte wahrscheinlich mehr Probleme gehabt, alles zu verarbeiten, wenn ich direkt in eine eigene Wohnung gezogen wäre." Der Verein hatte eine Wohnung vorbereitet, die Duje Miljak jedoch zu abgelegen war. "Ich wollte näher bei den anderen Jungs sein." Also schaute er sich selbst um und nutzte das Angebot von Stanko Sabljic, vorübergehend bei seinem Landsmann unterzukommen. "Es ist gut, nach dem Training oder den Spielen über vieles noch einmal zu reden und Dinge zu verinnerlichen." Spätestens Ende des Monats möchte der 29-Jährige einen Mietvertrag unterschrieben haben. Rechtzeitig, bevor seine Frau Marija ihre Prüfungsphase an der Universität in Zagreb abgeschlossen hat und nach Solingen folgt.

Duje Miljak selbst hat sein Studium bereits vor sechs Jahren abgeschlossen. "Ich hatte damals ein Ziel vor Augen, deswegen habe ich mir an der Uni keine Pause gegönnt", sagt der Diplom-Ingenieur der Elektrotechnik. Der Kroate wollte im Ausland Handball spielen, eine mündliche Zusage des TV Emsdetten hatte ihm gewisse Sicherheit und eine Perspektive gegeben. "Patrick Liljestrand hat mich hier gefördert, ihm habe ich viel zu verdanken." Eine besondere Förderung hatte er im Übrigen schon als Jugendlicher erfahren, nachdem der ehemalige Leistungsschwimmer erst im Alter von 13 Jahren den Weg zum Handball gefunden hatte. "Ich hatte Glück, dass ich groß, schwer und vor allem Linkshänder war." Der erste Schritt zur Profi-Karriere.

(RP)