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Bergischer HC: Die interne Lösung auf der Mittelposition

Bergischer HC : Die interne Lösung auf der Mittelposition

Sebastian Hinze, der Trainer des Handball-Erstligisten Bergischer HC will die EM-Pause dazu nutzen, eine Alternative für den langfristigen Ausfall von Spielmacher Alexander Oelze zu etablieren. Angedacht ist ein System mit drei klassischen Rückraumspielern.

Wenn Sie mit etwas Abstand auf die erste Saisonhälfte zurückblicken, haben Sie dabei eine Erklärung für die raren Erfolgserlebnisse ab November ?

Hinze Es ist uns irgendwann alles etwas schwerer gefallen. Wir waren sehr gut in die Saison gekommen und hatten nur wenig mit Verletzungen oder Krankheiten zu tun. Das hat im Dezember ein großes Ausmaß angenommen. Es muss uns bewusst sein, dass wir immer eine komplette Trainingswoche als Vorbereitung brauchen, um auch jedem Gegner Schwierigkeiten zu bereiten. Das hatten wir gegen Ende des Jahres fast gar nicht mehr.

Gibt es Spiele, über die Sie sich besonders geärgert haben ?

Hinze Ein, zwei. Das ist vor allem das Heimspiel gegen Hannover und zuletzt die Partie gegen den VfL Gummersbach, wo jeweils mehr drin gewesen wäre. Alles andere haben wir aufgearbeitet und versucht zu verbessern.

In den letzten Begegnungen ist deutlich geworden, wie wichtig es ist, auf einen zweiten Mittelmann zurückgreifen zu können. Wie wollen Sie den dreimonatigen Ausfall von Alexander Oelze auffangen ?

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Hinze Wir werden das intern lösen. Mit Kristian Nippes, Fabian Gutbrod und sicherlich auch mal mit Michael Hegemann. Deswegen ist es auch ganz gut, dass Viktor Szilágyi jetzt bei der Europameisterschaft im Einsatz ist. Auf der einen Seite ist es zwar schade, auf der anderen Seite haben wir vier Wochen Zeit, uns ganz intensiv eine Alternative und das Vertrauen in diese zu erarbeiten. Ab Februar haben wir dann eine Entlastung für Viktor. Man muss allerdings auch berücksichtigen, dass ihn zuletzt drei Mal die Grippe erwischt und diese ihn körperlich sehr mitgenommen hat.

Haben Sie einen Akteur im Blick, der bevorzugt einspringen soll, wenn Viktor Szilágyi eine Pause benötigt ?

Hinze Wir müssen sehen, was am besten passt. Es geht eher darum, ein System mit drei klassischen Rückraumspielern zu finden. Dabei spielt es eine untergeordnete Rolle, wer die Auslösehandlung vollzieht. Ich bin fest davon überzeugt, dass es funktioniert. Aber es wird nicht einfach.

Welchen Stellenwert haben das Trainingslager und das Blitzturnier, die in der kommenden Woche in München geplant sind, wenn sechs Stammspieler nicht dabei sind ?

Hinze Es gibt Schwerpunkte in dieser Vorbereitung, die wir alle auch ohne die EM-Teilnehmer erfüllen können. Unser Innenblock ist komplett da, so können wir am Umschalten nach einer erfolgreichen Abwehr in den Angriff arbeiten — auch ohne etatmäßigen Mittelmann. Und natürlich werden wir die konditionellen Grundlagen schaffen. Zudem gibt es noch ein paar Kleinigkeiten, die ebenfalls auf der Liste stehen.

Was zählt dazu ?

Hinze Beispielsweise unser Spiel in Unterzahl, in dem wir die gesamte Hinrunde keine gute Effektivität hatten. Oder ein weiteres Schnelle Mitte-System.

Wie sieht es mit Siebenmetern aus ? Die Strafwürfe zählten auch zu den Schwachpunkten dieser Saison.

Hinze Das betrifft nicht nur die Siebenmeter, sondern überhaupt die freien Würfe aus der Nahdistanz. Da haben wir mit Bällen von Außen, vom Kreis oder bei Tempogegenstößen insgesamt zu viele vergeben. Gegen Gummersbach waren es alleine neun an der Zahl. Das ist deutlich zu viel.

Wie betrachten Sie das Sechs-Punkte-Polster auf die Abstiegsränge ?

Hinze Das ist wunderbar. Wenn mir vor der Saison jemand gesagt, wir haben sechs Punkte Vorsprung, hätte ich das nicht geglaubt. Sicherheit gibt dieser Vorsprung allerdings nicht. Die hätten wir nur, wenn wir bereits 25 Zähler auf dem Konto hätten. Es hätten vielleicht vier Punkte mehr sein können. Aber das wäre dann auch das Optimum gewesen. Wir werden alles dafür tun, das Polster auszubauen und so schnell wie möglich den Klassenerhalt klarzumachen. Dass das ein harter Weg wird, war uns vor der Saison bewusst und ist uns immer noch bewusst.

GUIDO RADTKE FÜHRTE DAS GESPRÄCH

(gra)