Bergischer HC : Die Indianer von Cleveland

Der Bergische HC musste sich erneut Dinamo Minsk geschlagen geben. Viel mehr als über die 26:28-Niederlage ärgerte sich Ha De Schmitz über die vorgefundenen Bedingungen. "Ich habe die Faxen dicke", sagte der Coach.

Ha De Schmitz macht einen genervten Eindruck. Die zweite Partie binnen 48 Stunden gegen Dinamo Minsk war zwar nicht von Erfolg gekrönt, doch das ist weniger der Grund für den Ärger des Trainers. "Die Bedingungen, die wir vorgefunden haben, sind unmöglich", beschwert sich Schmitz — ohne zu wissen, wer genau die Verantwortung trägt. "Wir haben Probleme, vernünftige Hallenzeiten zu bekommen. Und dann ist es auch noch kalt."

Tatsächlich ist es sogar nach Spielende in der Sporthalle am Heiligenstock noch recht frisch. Weil keine Zuschauerplätze vorhanden sind, musste die Partie unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. "Mir ist es schon etwas unangenehm, was wir unseren ausländischen Gästen hier bieten", sagt der Coach, ist sich aber dann trotz allem für einen Scherz nicht zu schade: "Wir sind wie die Indianer von Cleveland. Je schlechter die Bedingungen werden, desto besser werden wir." Ob der BHC deshalb jetzt auf kalte Hallen hoffen sollte? Eher nicht. Hendrik Pekeler spielte sogar in Strumpfhosen. Und ein Sieg ist am Sonntagvormittag auch nicht herausgesprungen.

Dabei begann die Mannschaft sehr ordentlich. Nach Toren von Hendrik Pekeler (2), Richard Wöss, Kenneth Klev und Robin Teppich lag der BHC gegen Dinamo Minsk 5:0 vorne. Die Gäste reagierten prompt, nahmen eine Auszeit, um schnell wieder so körperbetont zu agieren wie in der Partie am Freitag. Dennoch gestalteten die Bergischen die Begegnung weiter erfolgreich. Einige schöne Spielzüge abgeschlossen von Robin Teppich oder Alexander Oelze sorgten für eine 14:9-Führung, die vor der Pause jedoch noch auf 15:13 schrumpfte. Nur Pekeler hatte mit einem schönen Schuss aus der Drehung unmittelbar nach der Ausführung eines Freiwurfs noch getroffen.

In kompletter Besetzung hätten die Löwen die Partie wohl gewonnen. Neben den verletzten Hendrik Knudsen, Jens Reinarz und Christian Hoße hatte nach wenigen Minuten allerdings auch noch Kenneth Klev Platz nehmen müssen. Der Norweger war bei einer Aktion unglücklich auf sein Knie gefallen. Von einem langfristigen Ausfall ist aber nicht auszugehen.

Fabian Böhm agierte als Klevs Vertretung auf der halblinken Position nicht immer glücklich. Aber Jan Behr kämpfte um Einsatzzeiten bei größeren Aufgaben. Der zuletzt in der Bundesliga häufig nicht eingesetzte Rechtshänder verwertete zwar nicht jeden Versuch, ließ mit fünf Treffern aber doch seine Klasse aufblitzen. Dass es am Ende nicht zum Sieg reichte, lag an der starken Deckung der Gäste. Der BHC traf in der zweiten Hälfte nur noch elf Mal und fand nicht immer ein Mittel gegen die Minsker 5:1-Defensive. Was soll's ? Die Indianer von Cleveland haben am Anfang auch nicht viel gewonnen.

(trd)