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Bergischer Hc: Die Auszeit löscht das Stimmungsfeuer

Bergischer Hc : Die Auszeit löscht das Stimmungsfeuer

Der Bergische HC hat mit dem 30:25 (15:12)-Erfolg beim VfL Gummersbach bewiesen, dass der jüngste Triumph gegen den HSV Hamburg keine Eintagsfliege war. Der Aufsteiger trat auch im West-Derby als die souveränere Mannschaft auf.

Es war ruhig geworden in der Schwalbe-Arena. So ruhig, dass die Anfeuerungsrufe der knapp 450 Fans des Bergischen HC in der Anfangsphase der zweiten Hälfte deutlich zu vernehmen waren. Vier Tage nach dem Triumph über den HSV Hamburg (34:27) drückte der Aufsteiger auch dem VfL Gummersbach in dessen neuer Heimstätte sein Spiel auf. Binnen neun Minuten hatten Emil Berggren (2), Duje Miljak (2) und Max Weiß die Drei-Tore-Führung zur Halbzeit (15:12) auf sieben Treffer ausgebaut. Daran konnte auch Coach Emir Kurtagic mit seiner früh genommenen Auszeit nichts ändern.

"Wir wussten, dass wir sehr diszipliniert sein mussten, um das Spiel zu unserem Spiel zu machen", sagte Löwen-Coach Sebastian Hinze. Das galt ganz besonders für die Arbeit in der 6:0-Abwehr. Es sollte verhindert werden, dass Frederik Larsson oder Banar Putics einfache Tore aus der Distanz erzielen konnten. In den drei Spielen zuvor gegen Emsdetten, Lemgo und Melsungen hatte Letzterer viele Freiräume genossen und jeweils acht Feldtreffer erzielt. Im Derby war der Ungar bis zur 6. Minute zweimal erfolgreich, um danach von Kristian Nippes oder Duje Miljak an die kurze Leine genommen zu werden. Banar Putics traf vor der Pause nur noch zum 9:10 (19.), in Durchgang zwei war das 24:27 seine einzige Ausbeute bei lediglich zwei Wurfversuchen. "Wir wollten Putics und Larsson nicht über die Mitte kommen lassen. Das ist uns gelungen." Sebastian Hinze lobte dafür Max Weiß, Stanko Sabljic und Michael Hegemann.

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Der Abwehrchef stufte seinen Job an alter Wirkungsstätte deutlich schwieriger ein als im Vergleich zur jüngsten Heimpartie gegen den Champions League-Sieger. "Die Hamburger haben Automatismen in der Offensive, auf die sie immer wieder zurückgreifen. Darauf kann man sich einstellen", erklärte Michael Hegemann. "Der VfL hingegen hat seine Auftaktbewegungen und geht dann ins freie Spiel über. Aus diesem Grund war das heute gefährlicher." Schon früh habe der Routinier das Gefühl gehabt, dass er und seine Nebenleute den zweiten Sieg in Folge feiern würden. "Wir haben den Gummersbachern etwas von ihrem Selbstbewusstsein genommen. Dann fehlt etwas in ihren Aktionen."

Die Bergischen hatten demnach alles im Griff, als es der glänzend aufgelegte Emil Berggren zum wiederholten Mal krachen ließ und unter Zeitspiel-Gefahr den Ball zum 20:13 genau in den rechten Winkel platzierte. "Man soll nie denken, du liegst derart deutlich vorne und gewinnst locker. Das funktioniert nicht in der Bundesliga." Duje Miljak, einer der Matchwinner im hart umkämpften Bergischen Derby, sollte Recht behalten. Die schon unheimliche Dominanz des Aufsteigers schwand mit nur einer Aktion, die die Halle geschlossen zurück hinter ihre Mannschaft brachte.

Mit der Umstellung in der Gummersbacher Deckung etwas aus dem Rhythmus gebracht, mussten die Löwen zwei Treffer in Serie von Raul Santos und Michael Kopco zum 15:20 hinnehmen. Der anschließend gehaltene Siebenmeter von Boris Ristovski gegen Arnor Gunnarsson war schließlich der Funken, der unter den 3200 VfL-Anhängern das Feuer der Hoffnung entfachte. Die Situation schien außer Kontrolle zu geraten, als Florian von Gruchalla das 16:20 nachlegte und Linksaußen Christian Hoße im Gegenzug an Ristovski scheiterte. Sebastian Hinze machte das einzig Richtige und legte die Grüne Karte zur Auszeit ab. So einfach ist ein Stimmungsfeuer zu löschen.

"Wir hatten eine ganz andere Präsenz als der Gegner — von Anfang an." Das war für Viktor Szilágyi das Ausschlaggebende. "Wir lassen uns durch Fehler nicht verunsichern." Der siebenfache Torschütze und in seinen Aktionen kaum zu haltende Mittelmann bezeichnete den Auswärtssieg als "fantastisch für uns". Schließlich habe der VfL eine gute Vorbereitung abgeliefert und mit etwas mehr Glück mit 6:0 Punkten in die Saison starten können.

Stattdessen ist der Aufsteiger mit einem positiven Punktekonto vor dem Rivalen platziert. Auch wenn Geschäftsführer Jörg Föste weiß, dass der 30:25-Erfolg nur die Punkte drei und vier im Kampf um den Klassenerhalt bedeuten, blickte der Geschäftsführer stolz auf die beiden Siege: "Wir haben gegen den Champions League-Sieger gewonnen. Und wir haben als erste Mannschaft die Schwalbe-Arena gestürmt. Das kann uns keiner mehr nehmen."

(RP)