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Bergischer HC: Der Vorteil in Sachen Selbstbewusstsein

Bergischer HC : Der Vorteil in Sachen Selbstbewusstsein

Handball-Erstligist Bergischer HC macht sich im Duell mit dem TSV GWD Minden auf alles gefasst. Neuzugang Fabian Gutbrod stellt sich beispielsweise gleich zu Beginn auf eine gesunde Portion Härte ein: "So ist der Abstiegskampf".

Noch nicht oft in dieser Saison hat Sebastian Hinze anerkennen müssen, dass der Gegner besser gewesen war als seine eigene Mannschaft. In Gummersbach und Wetzlar sowie nach den Heimspielen gegen den HSV Hamburg und den ThSV Eisenach war es jedes Mal umgekehrt. So hat die jüngste 30:31-Niederlage gegen die MT Melsungen nicht nur an dem Trainer genagt, sondern auch an jedem Spieler des Handball-Erstligisten. "Wir haben nicht verloren, weil wir nicht wollten. Stattdessen haben wir akzeptieren müssen, dass die Melsunger in Sachen körperlicher Präsenz die stärkste Mannschaft war, auf die wir bislang getroffen sind." In diesem Bewusstsein hat sich im Training irgendwann auch wieder das Lächeln eingestellt.

"Das Ergebnis war ärgerlich, weil wir die Chance hatten, weitere Punkte zu holen", blickt Fabian Gutbrod auf das Spiel zurück, in dem der Neuzugang erst zum zweiten Mal in dieser Saison für seinen neuen Verein auf der Platte gestanden hat. Sebastian Hinze ließ den Rückraumspieler Mitte der zweiten Halbzeit auf dem Spielberichtsbogen nachtragen und erhoffte sich mit dessen Einwechslung neue Impulse in der schwierigen Phase. "Dafür bin ich gekommen, das ist mein Job", erklärte der Schwabe nüchtern, dem per Abschluss der Zweiten Welle sogleich sein erster Bundesliga-Treffer gelang. "Fabian hat noch etwas Trainingsrückstand, aber es wird immer mehr und mehr", sagt der Trainer über den Neuzugang.

In der vorigen Saison hat Fabian Gutbrod noch mit HBW Balingen-Weilstetten gegen den TSV GWD Minden gespielt. Somit weiß er ganz genau, was den Bergischen HC am späten Sonntagnachmittag in der Kampahalle erwarten wird: "Die Mindener werden uns gleich zu Beginn mit Härte begegnen, um uns Respekt einzuflößen. So ist der Abstiegskampf." Genau darauf bereitet Sebastian Hinze sein Team in diesen Tagen vor: "Unser Gegner wird gerade in diesem Spiel alles investieren, um uns zu schlagen. Wir müssen auf alles gefasst sein." Das betreffe auch die diversen Abwehrvarianten, die Hinzes Trainerkollege Goran Perkovac beim letztjährigen Aufsteiger spielen lässt — von der klassischen 6:0-Deckung über unterschiedliche 3:2:1-Systeme bis hin zur offenen Manndeckung.

Ganz im Gegensatz zum Bergischen HC stehen die Mindener nach sechs Begegnungen bereits gehörig unter Druck. Der Tabellenvorletzte wartet weiter auf seinen ersten Sieg, die beiden Punkte resultieren aus den Unentschieden gegen den TSV Hannover-Burgdorf und den TBV Lemgo. Der Vorteil bezüglich Selbstbewusstsein liegt somit klar aufseiten der Löwen. "Die haben einen guten Lauf, dann ist alles einfacher", sagt Goran Perkovac. Die guten Ergebnisse des BHC macht der GWD-Coach an der Disziplin der Mannschaft fest, die sich kaum unnötige Ballverluste leiste. "Aber ganz ehrlich: Die sind nicht besser als wir". Sebastian Hinze wehrt sich nicht gegen diese Aussage, weil er die Qualitäten im GWD-Kader kennt: "Sören Südmeier auf der Mitte gefällt mir gut. Und Nenad Bilbija dürfen nicht in einen Lauf kommen lassen." Von Anfang an präsent sein, lautet die gewohnte Devise.

Handball-Bundesliga: TSV GWD Minden — Bergischer HC (Sonntag, 17.15 Uhr, Kampahalle).

(RP)