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Bergischer Hc: Der verdiente Genuss der letzten Spielminute

Bergischer Hc : Der verdiente Genuss der letzten Spielminute

Der Bergische HC knüpft an seine starken Leistungen mit einem 31:27 gegen den SC Magdeburg an und bleibt die Sensation der Bundesliga.

2987 Zuschauer feiern auf den Rängen der Wuppertaler Unihalle. Trainer Sebastian Hinze nimmt an der Bank die ersten Glückwünsche entgegen, und der verletzte Jan Artmann beobachtet mit in den Himmel gestreckten Armen die letzten Sekunden der Partie. Auf dem Feld geben sich die Handballer des Bergischen HC mit dem 31:27 zufrieden. Die Verhältnisse sind geklärt. Alexander Oelze tippt den Ball in Erwartung des Schlusspfiffs noch ein paar Mal auf den Boden, während der SC Magdeburg keine Anstalten mehr macht, ihn anzugreifen. Die Endsirene geht im kollektiven Jubel unter.

 Der achtfache Torschütze Richard Wöss lieferte auf Rechtsaußen eine fehlerfreie Vorstellung ab.
Der achtfache Torschütze Richard Wöss lieferte auf Rechtsaußen eine fehlerfreie Vorstellung ab. Foto: Köhlen, Stephan (TEPH)

Der Bergische HC hat es wieder geschafft und mit dem SC Magdeburg einen Großen der Handball-Bundesliga besiegt. Zum ersten Mal seit dem 11. September hat nicht die letzte Aktion über Sieg, Niederlage oder Unentschieden entschieden. "Dass wir die Atmosphäre in der letzten Minute genießen durften, haben wir uns verdient", sagt Björgvin Gustavsson. Der Torhüter war einer der entscheidenden Faktoren der Partie. 20 Paraden lieferte der Isländer, von denen mindestens zehn zur absoluten Spitzenklasse gehörten. "Mit so einer Deckung und der Stimmung in der Halle kommen die Paraden von ganz alleine", meint der Keeper bescheiden.

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Tatsächlich aber hatte es der BHC gerade in der ersten Halbzeit Björgvin Gustavsson zu verdanken, nicht hoch in Rückstand geraten zu sein. Die Mannschaft verlor im Angriff viele Bälle und lud die Magdeburger so zu Gegenstößen ein. Oft hieß Gustavsson der Sieger im Duell des Spielers gegen den Torhüter. "Ich hatte nicht den Eindruck, dass alle ganz wach gewesen sind", sagt Sebastian Hinze. "Deshalb habe ich auch so viele Wechsel vorgenommen." Für den glücklosen Emil Berggren kam im linken Rückraum Fabian Gutbrod. Der wurde später durch Michael Hegemann ersetzt. Am Ende der ersten Halbzeit versuchte es der Coach mit dem erfolgsbringenden Rezept. Er ließ mit Viktor Szilágyi und Alexander Oelze beide Spielmacher zur gleichen Zeit auf das Feld.

Mit zwei Toren von Alexander Oelze beziehungsweise Emil Berggren von Außen verkürzten die Bergischen auf 12:13 vor der Pause. Eine Glanzparade von Björgvin Gustavsson brachte den BHC in die Halbzeit. Nach Wiederanpfiff glich Oelze aus. Der BHC war zurück im Spiel und bot nun eine herausragende Vorstellung in der Abwehr. Zudem ist es der Truppe vermehrt gelungen, Magdeburger Gegenstöße zu unterbinden. In der 37. Minute stellten die Gastgeber die Weichen entscheidend Richtung Sieg. Der SCM erhielt einen umstrittenen Siebenmeter, der das Publikum in der Unihalle aufbrachte. Björgvin Gustavsson parierte den Strafwurf von Robert Weber und sorgte damit für einen Aufschrei der Begeisterung. Nachdem im Gegenzug Viktor Szilágyi Max Weiß in Szene gesetzt hatte und der BHC mit 17:15 in Führung gegangen war, kauften die Hausherren den Magdeburgern den Schneid ab. SCM-Kreisläufer Bartosz Jurecki musste verletzt ausscheiden, und die Zuschauer hielten ihre Lautstärke sogar während der Auszeiten. Viktor Szilágyi und Alexander Oelze schalteten gemeinsam hervorragend. Vier Tore in Serie zum 30:24 kurz vor Schluss besiegelten die nächste Überraschung in der Handball-Bundesliga.

"Es ist bemerkenswert, was für eine Leistung diese Mannschaft zuverlässig bringt", sagt Frank Carstens. Ein größeres Kompliment hätte der Trainer des SC Magdeburg dem BHC nicht machen können. Entsprechend zufrieden zeigt sich auch Sebastian Hinze insbesondere mit der zweiten Hälfte. "Die Mannschaft hat sich zerrissen für diesen Sieg. Es war überragend — auch von den Zuschauern", betont der Trainer. Das letzte Wort gehört Matchwinner Gustavsson: "Wir sind kein normaler Aufsteiger. In dieser Verfassung, mit dieser Atmosphäre können wir jeden schlagen".

(trd)