Bergischer HC : Der unbezwingbare Gegner

Zu locker möchten es die Handballer des Bergischen HC gegen den THW Kiel nicht angehen lassen. Die Mannschaft hat gegen den Tabellenführer zwar nichts zu verlieren, aber blamieren möchte sich HaDe Schmitz auf keinen Fall.

Ungeschlagen und ohne Punktverlust steht der THW Kiel an der Spitze der Handball-Bundesliga. Sieben Zähler Abstand hat der Rekordmeister bereits auf die zweitplatzierten Berliner Füchse. Dass die Hanseaten in dieser Saison zum 17. Mal Deutscher Meister werden, steht beinahe außer Frage.

Entsprechend gelassen kann der Bergischen HC auf das Saisonhighlight blicken, das heute Abend in der Wuppertaler Unihalle stattfindet. "Trotzdem besteht die Gefahr, das Spiel zu locker zu nehmen. Wir wollen uns nämlich auf keinen Fall blamieren", sagt HaDe Schmitz.

Der Trainer erwartet 60 Minuten Kampf und Konzentration — ungeachtet des Spielstands. "Die Zuschauer dürfen niemals denken, dass wir die Partie irgendwann wegschenken und uns aufgeben", meint Schmitz. Sollte das gelingen, ist das Ergebnis zweitrangig. Es wäre vermessen, ernsthaft zu erwarten, dass der BHC den Kielern über die gesamte Spielzeit Paroli bieten und das Ergebnis ausgeglichen halten kann.

"Kiel hat meines Wissens keine Verletzte. Wir können nur sehen, dass wir ein bisschen was mitnehmen", meint der Coach, der auch im Hinblick auf die schwere Partie in Großwallstadt einige taktische Dinge ausprobieren möchte. "Es ist ein großes Ziel, dass uns diese Dinge gegen Kiel gelingen und wir auch konditionell auf der Höhe bleiben."

Natürlich stirbt die Hoffnung zuletzt. Sogar HaDe Schmitz räumt ein, hin und wieder kurz von einer Sensation zu träumen. Nicht anders wird es bei seinen Spielern sein. Und die Zuschauer in der ausverkauften Unihalle hoffen freilich alle, dass der THW Kiel die Bergischen unterschätzt, dann ausnahmsweise gar nichts funktioniert und im Gegenzug das gesamte BHC-Team einen herausragenden Tag erwischt.

"Ich beschäftige mich wenig mit Kiel, glaube aber nicht, dass sie uns auf die leichte Schulter nehmen", sagt der Trainer. Die Gelegenheit, Gegner zu unterschätzen, hatte der THW während seiner 19 Saisonsiege in Folge schließlich genug. Warum sollte es genau jetzt passieren? Kiel wird wohl der unbezwingbare Gegner bleiben.

Eine Kostprobe der Kieler Überlegenheit hat der BHC schon im Hinspiel bekommen. In der Sparkassen-Arena gingen die Löwen mit 18:34 unter. Etwas besser möchte sich HaDe Schmitz diesmal in jedem Fall verkaufen. "Ich mache es nicht an Toren fest, aber im Hinspiel haben wir vor allem im Angriff nicht gut gespielt. Das erste Mal auswärts in Kiel ist eben schon etwas Besonderes."

Diesmal ist das Publikum fest in Hand der Bergischen. Die Unterstützung wird nötig sein. Schließlich laborieren zahlreiche Spieler noch an ihren Verletzungen. Henrik Knudsen wird wie auch Jens Reinarz gewiss immer noch nicht spielen können. Außerdem hat sich Max Weiß eine starke Erkältung eingefangen. Und Kristoffer Moen leidet unter Knieproblemen.

(trd)