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Bergischer HC: Der Frust nach fragwürdigen Pfiffen

Bergischer HC : Der Frust nach fragwürdigen Pfiffen

Nach vier Siegen kassierte der Bergische HC gegen die MT Melsungen mit 30:31 (14:13) wieder eine Niederlage. Zum einen waren bei den Löwen die schlechten Phasen zu lang, zum anderen spielten die Schiedsrichter eine entscheidende Rolle.

Nach Spielende gab es unter den Zuschauern kaum ein anderes Gesprächsthema. Die 30:31 (14:13)-Niederlage gegen die MT Melsungen an sich war es nicht. Über das erste verlorene Spiel nach vier Siegen in Serie waren die Anhänger des Bergischen HC lediglich genauso enttäuscht wie die Spieler selbst. Es waren vielmehr einige fragwürdige Entscheidungen der Schiedsrichter, die in der Schlussphase als Aufreger herhielten. Fans wie Mannschaft fühlten sich in den letzten Minuten der Chance beraubt, noch einmal zum Ausgleich kommen oder sogar in Führung gehen zu können.

Sebastian Grobe und Adrian Kinzel hatten lange Zeit eine solide Leistung gezeigt, ehe sie ab Mitte der zweiten Halbzeit ihre Linie verloren haben. Die erste krasse Fehlentscheidung war ein Siebenmeter, dem kein Kontakt beim Wurfversuch von Michael Allendorf vorausgegangen war (46.). Ab diesem Zeitpunkt konnten die Bergischen machen, was sie wollten. Bei jedem Wurfversuch in der Nahzone konnten sich die Hessen sicher sein, einen Strafwurf zugesprochen zu bekommen. Zudem gab es nach Fehlversuchen in drei Viertel der Fälle den Ball zum Freiwurf gleich wieder zurück. Das Zeitstrafen-Verhältnis von sechs zu zwei korrigierte das Gespann mit zwei Konzessionspfiffen erst in der Schlussphase. Die Bilanz der verhängten Siebenmeter (4/9) entsprach ebenfalls nicht dem intensiven Kampf, den die Abwehrreihen hüben wie drüben auf gleichem Level initiierten.

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Kollektiv brüllten die Löwen ihren Frust aus sich heraus, wenn wieder einmal ein fragwürdiger Pfiff den schon sicher geglaubten Ballgewinn rückgängig gemacht hat. "Es hat nur noch genervt", urteilte Alexander Oelze kurz und knapp. Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen gaben der Mittelmann und seine Teamkollegen das Spiel nie verloren, was Geschäftsführer Jörg Föste lobend in eine ganz spezielle Formulierung packte: "Wie die Mannschaft in sehr komplexen Aufgabenstellungen auch emotionaler Natur dagegen gehalten hat, ist aller Ehren wert". MT-Coach Michael Roth urteilte, dass das Spiel ein sehr hohes Niveau gehabt habe. "Die beiden Kollegen konnten dem nicht immer standhalten."

Unabhängig von der Leistung der Unparteiischen mussten die Bergischen den Grund für die zweite Saisonniederlage in erster Linie bei sich zu suchen. "Unser schlechten Phasen waren zu lang", erklärte Keeper Björgvin Gustavsson, der nach einer anfänglichen Durststrecke mit Unterstützung seiner Vorderleute zu Höchstform auflief und unter anderem vier Siebenmeter parierte. "Leider haben wir zu viele Tore nach Abprallern kassiert." Die Hessen waren in der erneut ausverkauften Klingenhalle in vielen Situationen wacher, cleverer und abgezockter.

(RP)