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Bergischer HC: Der Bergische HC scheitert als Kollektiv

Bergischer HC : Der Bergische HC scheitert als Kollektiv

Es beginnen schwere Zeiten für den Bergischen HC. Nicht, weil der Handball-Erstligist zum Auftakt der zweiten Saisonhälfte gegen den ThSV Eisenach mit 26:33 (13:18) verloren hat. Nicht, weil der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz mit dieser Niederlage von sechs auf vier Punkte geschmolzen ist. Es ist das Auftreten, das mit dem aus der glorreichen ersten Hälfte der Hinrunde nicht mehr viel gemeinsam hat.

Die 15 Punkte hat sich die Mannschaft von Trainer Sebastian Hinze verdient, indem sie ihr Tempospiel als Stärke ausgespielt hat. Die einfachen Tore bei freien Würfen im Tempogegenstoß oder die Treffer aus vollem Lauf beim Abschluss der Zweiten Welle, wenn sich die gegnerische Abwehrreihe noch nicht postiert hat — sie waren in der Endphase des vorigen Jahres Mangelware gewesen. Und sie waren auch in der ersten Begegnung nach der siebenwöchigen Meisterschaftspause eine Rarität. Ein Schnellangiff von Jan Artmann war die magere Ausbeute, als die Entscheidung längst gefallen war (52. / 22:28). Auch die Zweite Welle hatte bis dahin lediglich beim 3:2 (7.) durch Kristian Nippes zum Erfolg geführt. In der Schlussphase folgten zumindest noch zwei weitere Treffer von Richard Wöss und Alexander Oelze auf die einfache Art. Der Rest war mühsame Offensivarbeit gegen eine Deckung, die nach der Rückkehr der lange verletzten Nikolai Hansen und Branimir Koloper in den Innenblock nur schwer auseinanderzureißen war.

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Gleiches hätte sich Sebastian Hinze von seinem Team gewünscht. Mit dem kämpferischen Einsatz sei der BHC-Coach zufrieden gewesen, aber nicht mit der Souveränität in der Deckung. "Es mag blöd klingen, aber die Bereitschaft war da." Auch mit der offensiven Ausrichtung in der 6:0-Deckung sei er einverstanden gewesen. Gereicht hat das nicht, um die Kreise der neunfachen Torschützen Dener Jaanimaa und Aivis Jurdzs entscheidend einzuengen. "Das eine oder andere Tor von ihnen hätten wir verhindern können. Wir haben es jedoch nicht geschafft, die Zweikämpfe zu stoppen und die Anspiele auf den freien Nebenmann zu verhindern." Hinzu gesellten sich Defensivprobleme auf den Außenpositionen, die wiederum der achtfach erfolgreiche Bjarki Elisson zu nutzen wusste.

Was fehlt, ist die mitreißende Arbeit im Kollektiv, die beim Kontrahenten die Ballverluste provoziert, die die Bergischen so dringend für ihr Spiel benötigen. Und die auch Björgvin Gustavsson oder Mario Huhnstock zwischen den Pfosten benötigen, um bei Distanzwürfen eine gute Figur abgeben zu können. "Irgendwann hat jeder nur noch für sich alleine gekämpft", musste Sebastian Hinze erkennen. Die inzwischen auf sieben Niederlagen angewachsene Negativserie hat sichtlich Spuren hinterlassen. "Es ist ein Kopf-Problem, das wir nur mit einem guten Spiel lösen können. Dann kommen auch die Automatismen wieder."

Bis zum 8:9 (17.) hatte sich angedeutet, dass es die Bergischen in dem kampfbetonten Duell nicht noch einmal so einfach haben würden wie beim 34:26-Erfolg im Hinspiel. Fehler blieben ohne Folgen, weil auch die Wartburgstädter noch nicht perfekt agierten. "Danach ist uns das passiert, was wir unbedingt verhindern wollten: Wir werden ausgekontert und brauchen zu lange, um da wieder rauszukommen", bilanzierte Sebastian Hinze. Den Eisenachern hat die fast zehnminütige Schwächephase in der ersten Hälfte gereicht, um mit einem zwischenzeitlichen Sieben-Tore-Vorsprung und dem am Ende auch in der Höhe verdienten 33:26-Erfolg viel Selbstbewusstsein für den weiteren Saisonverlauf zu tanken.

(gra)