Bergischer Hc: Das Viertelfinale war zum Greifen nah

Bergischer Hc : Das Viertelfinale war zum Greifen nah

Der Bergische HC ist im DHB-Pokal mit einer 27:28 (14:16)-Niederlage gegen die HSG Wetzlar ausgeschieden. Der Handball-Zweitligist leistete sich zu viele kurze Schwächephasen und konnte Jannik Kohlbacher kaum stoppen.

Arnor Gunnarsson hatte die Klingenhalle mit seinem 27:28 von Linksaußen in ein Tollhaus verwandelt. Und als knapp 20 Sekunden vor dem Schlusssignal Christopher Rudeck den freien Versuch von Kristian Bjornsen bei offener Manndeckung folgen ließ, war die Verlängerung zum Greifen nah.

Das Spiel ging mit Höchstgeschwindigkeit in die andere Richtung, und Kristian Nippes wurde gleich von drei Akteuren der HSG Wetzlar am Durchbruch gehindert. Nach dem Foulpfiff blieben vier Sekunden für den finalen Wurfversuch. Fabian Gutbrod war auserkoren - und setzte ihn unter Bedrängnis deutlich über die Latte. Der Pokaltraum des Bergischen HC war ausgeträumt.

Geduld war angesagt für beide Offensivreihen in einer umkämpften Begegnung, in der sich in den jeweils kompakten Abwehrformationen lange Zeit kaum Lücken boten. Und doch leisteten sich weder die Gastgeber noch die Mittelhessen Ballverluste, die den Gegner zu Tempogegenstößen eingeladen hätten. Lediglich zwei Mal tauchte in den ersten 30 Minuten ein HSG-Akteur auf diese Weise frei vor dem Löwen-Gehäuse auf. Auf der Gegenseite kam lediglich Maciej Majdzinski nach Zweiter Welle erfolgreich zum Abschluss (28. / 13:14). Mit diesem Treffer hielt der Torschütze sein Team in Reichweite des Erstligisten, der gerade dabei war, kleine Fehler des Kontrahenten auszunutzen, um sich erstmals am gestrigen Abend ein Polster anzulegen.

Etwas dagegen hatte beispielsweise Bastian Rutschmann. Der in der 22. Minute für Christopher Rudeck eingewechselte Keeper wehrte einen freien Wurf von Linksaußen Olle Forsell Schefvert ab. Den folgenden Schnellangriff - abgeschlossen von Kristian Bjornsen ins leere Tor - verfolgte der Torhüter von der Bank (13:15), weil Trainer Sebastian Hinze taktisch auf den siebten Feldspieler setzte. Nach weiteren Treffern von Madjinski und Maximilian Holst (Siebenmeter) blieb es zum Gang in die Kabinen bei der Zwei-Tore-Führung des Erstliga-Zehnten.

Auffälligster Akteur beim Bergischen HC in Halbzeit eins war Fabian Gutbrod. Der Rückraumlinke verzeichnete lediglich zwei Fehlversuche. Einen davon bügelte er aus, indem er den von Max Darj zugespitzelten Abpraller verwertete. Die anderen fünf Versuche hämmerte er allesamt Wetzlars Schlussmann Benjamin Buric aus allen Lagen um die Ohren, bis dieser in der 21. Minute nach nur einer Parade Platz machte für Nikolai Weber.

Vielsprechend starteten die Löwen nach Wiederbeginn. Arnor Gunnarsson und Fabian Gutbrod sorgten mit den ersten beiden Angriffen direkt für den Ausgleich (16:16). Nach diesen knapp 90 Sekunden waren aber auch die Wetzlarer in der zweiten Halbzeit angekommen, um nach Tomas Babaks 17:17 vier Treffer in Serie folgen zu lassen. Abgesehen Maciej Madzinskis Lattentreffer nach Kempa-Zuspiel von Fabian Gutbrod sowie Linus Arnessons 18:21 waren die Abschlüsse in dieser knapp achtminütigen Schwächeperiode nicht mehr so gut vorbereitet und geduldig herausgespielt wie noch in der ersten Halbzeit.

Die erste Zeitstrafe gegen die HSG Wetzlar spielte dem BHC in die Karten, um das Selbstvertrauen aufzufrischen. Während Philipp Pöter seine Zwei Minuten absaß, markierte Linus Arnesson das 20:22 (44.) ins verwaiste Tor. Und als Tomas Babak per Zweiter Welle das 21:22 folgen ließ (47.), glaubten die rund 1600 Zuschauer in der Klingenhalle wieder lautstark an den möglichen Einzug in die nächste Pokalrunde.

"Unser großes Plus war in diesem Spiel die Leistung von Jannik Kohlbacher". HSG-Trainer Kai Wandschneider bescheinigte seinem Akteur das beste Saisonspiel. Der Kreisläufer war in der Schlussphase neben dem jetzt zweifach erfolgreichen Ex-Löwen Alexander Hermann der entscheidende Faktor. Der achtfache Torschütze war nicht zu halten und holte auch den Siebenmeter heraus, den Maximilian Holst 86 Sekunden vor Ende zum letztendlich entscheidenden 28:26 verwandelte.

BHC-Coach Sebastian Hinze sprach trotz des knappen Ergebnisses von einem verdienten Wetzlarer Sieg. "Wir hatten zu viele Phasen, in denen wir nicht stabil genug waren." Sein Team hätte mindestens noch ein Plus benötigt, um den Erstligisten gefährden zu können.

(gra)
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