Bergischer Hc: Das Privileg eines gebürtigen Solingers

Bergischer Hc : Das Privileg eines gebürtigen Solingers

Unabhängig vom sportlichen Erfolg des Bergischen HC hatte Kristian Nippes seinen Vertrag bereits Anfang Oktober um zwei weitere Jahre verlängert. Der Vereinswechsel vor vier Jahren hat dem 25-Jährigen rückblickend sehr gut getan.

Noch nie hat sich Kristian Nippes so früh dafür entschieden, einen laufenden Vertrag vorzeitig zu verlängern. "Wenn beide Seiten es wollen, ist das einfach." Die offizielle Bekanntgabe Anfang Oktober stand noch nicht einmal im Zusammenhang mit den guten Ergebnissen des Bergischen HC in der Handball-Bundesliga oder den konstant guten Leistungen des Linkshänders. Die ersten Gespräche hat Geschäftsführer Jörg Föste mit Kristian Nippes bereits in der Endphase der vergangenen Saison geführt. "Ich habe direkt signalisiert, dass ich ganz und gar nicht abgeneigt war."

Vor gut vier Jahren hatte Kristian Nippes dem Bergischen HC bei Vertragsverhandlungen noch eine Absage erteilt und schließlich seinen Wechsel zum TSV Dormagen vollzogen. Rückblickend betrachtet der 25-Jährige diese Entscheidung als die richtige. "Ich habe woanders hingemusst, um aus dem Status des Jugendspielers, den alle liebhaben, auszubrechen." Bedingt durch die Insolvenz des Dormagener Nachfolgevereins DHC Rheinland führte der Weg bekanntlich nach nur anderthalb Jahren zurück zu den Wurzeln. Heute hat der Solinger nicht mehr das Bedürfnis, sich zwingend noch einmal in einem anderen Club beweisen zu wollen. "Es gibt nur ganz wenige Spieler in der Ersten Liga, die von sich behaupten können, in der Stadt zu spielen, in der sie geboren sind." Kristian Nippes ist sichtlich stolz auf das Privileg, dass das eigene Leistungslevel übereinstimme mit dem Verein vor Ort, in dem er sich sehr wohlfühle.

Das spiegelt sich auch auf dem Feld wider, wo Kristian Nippes zuverlässig Druck im rechten Rückraum erzeugt und wichtige Tore produziert. Und in der erneuten Nominierung für den Anschlusskader der Deutschen Nationalmannschaft. "Wir hatten eine gute Vorbereitung und sind athletisch alle auf einem guten Level." Diese gute Physis benötige er für sein Spiel. Sicherheit gebe zudem das Vertrauen, das er schon in der vergangenen Saison von Trainer Sebastian Hinze bekommen habe. "Zuletzt gegen Magdeburg habe ich in der ersten Halbzeit wenig Positives hinbekommen", beurteilt Kristian Nippes seine Leistung selbstkritisch. Trotzdem die Chance zu erhalten, das zu revidieren, gebe die Möglichkeit, sich aus einem Tief herausspielen zu können. So steuerte der Rückraumspieler in den zweiten 30 Minuten noch drei Treffer zum 31:27-Erfolg gegen den SC Magdeburg bei.

Zeit, den jüngsten Triumph gegen einen weiteren etablierten Erstligisten zu genießen, bleiben Nippes und Co. nicht. Heute Abend trifft der Bergische HC zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen auf die HSG Wetzlar. Nach dem glücklichen 25:24-Auswärtserfolg in der Meisterschaft, den Viktor Szilágyi erst in der Schlusssekunde mit einem Kullertor perfekt gemacht hatte, geht es heute in der Sporthalle Dutenhofen in einem der sechs reinen Erstliga-Duelle um den Einzug in die dritte Runde des DHB-Pokals. Kristian Nippes rechnet damit, dass sich der Gang deutlich schwerer gestalten wird als noch vor einem Monat. "Die Wetzlarer haben sich gefangen und ihre beiden letzten Spiele sicher gewonnen. Sie sind gut drauf – wir aber auch."

DHB-Pokal: HSG Wetzlar – Bergischer HC (heute, 19 Uhr, Sporthalle Dutenhofen).

(RP)
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