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Bergischer HC: Das Kernproblem der Unterzahl-Phasen

Bergischer HC : Das Kernproblem der Unterzahl-Phasen

Handball-Erstligist Bergische HC geht mit einem guten Gefühl in die morgige Partie bei der MT Melsungen – trotz des jüngsten Misserfolgs und der Ergebnisse der Konkurrenz. Die Devise lautet: das Positive mitnehmen, die Fehler abstellen.

Handball-Erstligist Bergische HC geht mit einem guten Gefühl in die morgige Partie bei der MT Melsungen — trotz des jüngsten Misserfolgs und der Ergebnisse der Konkurrenz. Die Devise lautet: das Positive mitnehmen, die Fehler abstellen.

Eine Niederlage bleibt eine Niederlage. "Vieles war zwar besser, Punkte wären aber noch besser gewesen", lautet das nüchterne Fazit von Sebastian Hinze in der Nachbetrachtung der 27:28-Niederlage gegen die HSG Wetzlar, die nicht hätte sein müssen. Kein Vorwurf an Alexander Oelze, der Sekunden vor Schluss per Siebenmeter gescheitert war. Kein Vorwurf an Kristian Nippes, dessen Schrittfehler in der Endphase sich nach Videostudium als legaler Bewegungsablauf entpuppte. Kein Vorwurf an die Schiedsrichter, die auf der Gegenseite einen Fünffach-Kontakt von Kent Robin Tönnesen nicht geahndet haben. "Wenn man all diese Szenen sieht, muss man sagen: Es war auch Pech."

Sebastian Hinze würde sich wünschen, wenn der Ausgang einer Partie erst gar nicht von den Aktionen in der Schlussminute abhängen würde. "Man muss sich nicht in die Situation bringen, dass der letzte Siebenmeter entscheidend ist." Mit einer Angriffseffektivität von mehr als 60 Prozent hatte der Bergische HC eine Quote, mit der der Handball-Erstligist gegen die Hessen eigentlich hätte gewinnen müssen. Wenn da nicht die Abwehr gewesen wäre, die mindestens die Hälfte aller Angriffe hätte stoppen sollen. "Das haben die Wetzlarer zwar auch nicht geschafft — nur hatten sie einen Angriff mehr."

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Ein Kernproblem bleibt zudem das Spiel in Unter- oder Überzahl. Die Zeitstrafen waren auf beiden Seiten gleich verteilt, trotzdem haben die Löwen die Sonderwertung deutlich mit 4:9 Toren verloren. Fehlende Cleverness ? Ivano Balic hat es vorgemacht, wie es mit einem Mann weniger mit Zeitschinden gelingt, dem Gegner nur einmal den Ball überlassen zu müssen. "Wir hingegen lassen drei Angriffe zu und geben so unseren Vorteil aus der Hand", hadert Sebastian Hinze. Gleiches war seinem Team schon eine Woche zuvor gegen den ThSV Eisenach passiert. Ein Verbot, den freien Wurf aus dem Rückraum zu nehmen, mag der Coach nicht aussprechen: "Eine gute Mischung wäre ideal".

Die Ergebnisse der Wochenspiele haben dem Bergischen HC nicht in die Karten gespielt. Der TSV GWD Minden ist mit dem überraschenden Sieg gegen die Füchse Berlin vorbeigezogen, HBW Balingen hat sich mit dem Erfolg gegen die TSV Hannover-Burgdorf bis auf zwei Zähler herangepirscht. "Es wird hoffentlich wieder die Zeit kommen, in der wir punkten und nicht die Konkurrenten." Das Auftreten und die Körpersprache im Heimspiel gegen die HSG Wetzlar lassen Sebastian Hinze hoffen, dass dies schon bald passieren werde. Am Samstag in Kassel beim Tabellensechsten MT Melsungen ? "Eine Chance besteht immer, wenn wir unsere Leistung zu hundert Prozent abrufen." Sebastian Hinze hatte zwar das Gefühl, dass sein Team im Hinspiel trotz des Resultats von 30:31 chancenlos gewesen sei. "Bei der Analyse habe ich jedoch gesehen, dass auch sie viele Fehler gemacht haben" — in einer intensiv geführten Begegnung, in der beim BHC die meisten Torhüter-Paraden der Saison zu verzeichnen waren.

(RP)