Handball : Das Comeback im Blick

Einer der fünf Verletzten im Kader des Handball-Zweitligisten Bergischer HC ist Runar Karason. Der Isländer, der nach seinem Wechsel vor knapp zwei Monaten nur vier Spiele absolvierte, ist jetzt wieder locker ins Training eingestiegen.

Am liebsten würde Runar Karason schon am Sonntag im rheinisch-bergischen Derby gegen den TV Korschenbroich wieder das Trikot überstreifen. "Das wird leider noch nicht funktionieren." Nahtlos ergänzt der Isländer, dass er vielleicht kommende Woche in Obernburg oder am 21. November im Spitzenspiel gegen den TV Neuhausen endlich nicht mehr nur zuschauen müsse. Und während er das sagt, kehrt das Lächeln in sein Gesicht zurück, das er in den vergangenen Wochen versteckt gehalten hatte.

Vorgestern ist Runar Karason wieder ins Training eingestiegen. Ganz locker, ohne große Belastung. "Ein bisschen werfen, ein bisschen laufen – eigentlich nur ganz langweilige Dinge. Aber selbst die machen jetzt viel Spaß." Vor knapp zwei Monaten war der Linkshänder per Blitztransfer von den Füchsen Berlin zum Bergischen HC gekommen.

Vier Mal kam der Neuzugang zum Einsatz, ehe sein Knie der Belastung nicht mehr gewachsen war. "Schmerzen hatte ich eigentlich schon in der ersten Woche der Vorbereitung. Nach einer ersten Untersuchung ohne Befund hat man in Berlin auch leider nichts weiter versucht. Alles hätte eigentlich schon im August vor Beginn der Saison in Ordnung sein können." Runar Karason hatte allerdings auch keinen Grund zu klagen, weil er beim Erstligisten zum einen wenig berücksichtigt wurde und zum anderen kaum Kraft- und Lauftraining absolviert wurde.

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Hohe Belastung

Das änderte sich von dem Tag an, als er zum Kader des Bergischen HC gehörte. "Plötzlich war die Belastung wieder höher, und die Schmerzen waren zurück." Nach der Partie gegen den TV Bittenfeld war das Knie derart geschwollen, dass Runar Karason an einer Zwangspause und einem kleinen operativen Eingriff nicht vorbeikam. "Das ist ganz schön schwer, wenn du neu in eine Mannschaft kommst und dann nur zugucken darfst."

Trotz alledem hat sich der 22-Jährige mit seiner Freundin Sara in Solingen schnell eingelebt. "Hier ist alles viel persönlicher als in Berlin. Das Team ist eine große Familie." Weil er sich hier sehr wohl fühle, könne sich Runar Karason gut vorstellen, etwas länger im Bergischen Land zu bleiben. "Es wäre super, mit dieser Mannschaft in die Erste Liga aufzusteigen." Seinen Teil will er beisteuern – zusammen mit dem derzeit ebenfalls verletzten Jiri Vitek. "Wir sind ein richtig gutes Duo", sagt Karason. "Wenn wir beide zurück sind, dann sollte es weiter aufwärts gehen."

Den Wechsel in die Zweite Liga sieht der 21-fache Nationalspieler mittlerweile als große Chance. "Im ersten Moment hatte ich mich noch über den kurzfristig geplanten Wechsel geärgert." Bei den Füchsen Berlin hatte er unter Trainer Dagur Sigurdsson einen schweren Stand. Von Anfang an.

"Mein Selbstvertrauen war immer weniger geworden, auch wenn ich in der ersten Saison gegen Magdeburg, die Rhein-Neckar Löwen oder Flensburg richtig gut gespielt habe. Aber das war immer nur auswärts." Im Trikot des Bergischen HC will Runar Karason nun beweisen, was in ihm steckt. Als bald wie möglich.

(RP)