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Bergischer HC: Das brutale Ende eines Handball-Krimis

Bergischer HC : Das brutale Ende eines Handball-Krimis

Beim Siebenmeter hatte Alexander Oelze den Ausgleich für den Bergischen HC gegen die HSG Wetzlar Sekunden vor Schluss in der Hand.

Sebastian Hinze spricht die im Sport vielzitierten Worte: "Wir hatten uns heute einen Punkt verdient." Der Trainer des Bergischen HC hat eine leidenschaftlich kämpfende Mannschaft gesehen, die alles für ein Erfolgserlebnis in die Waagschale geworfen hat, dafür am Ende aber nicht belohnt wurde. Tatsächlich war die mit 27:28 verlorene Bundesliga-Partie gegen die HSG Wetzlar für den BHC eine gewinnbare. "Der Handball-Gott war leider nicht auf unserer Seite." Hinze nimmt damit Bezug auf die Endphase der Partie, die wohl nicht nur vor seinem inneren Auge immer wieder Revue passiert, als würde sie gerade erst gespielt werden.

Die 2900 Zuschauer in der Wuppertaler Unihalle toben, als Max Weiß von Kristian Bliznac in die Mangel genommen wird, die Strafe für den Gegner zieht und trotzdem zum 26:26 trifft. Allein die Vorlage von Kristian Nippes über Viktor Szilágyi bis hin zum Torschützen ist spektakulär gewesen und hat damit den schönsten Treffer des gesamten Abends eingeläutet. Der Bergische HC hat gut zwei Minuten vor Schluss alle Trümpfe in der Hand, die umkämpfte Partie zu gewinnen. Die Deckung steht im folgenden Wetzlarer Angriff ordentlich. Ein Wurf in den Block prallt jedoch genau in die Hände von Ivano Balic, der die Kugel mühelos zur Gäste-Führung im Gehäuse unterbringt.

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Viktor Szilágyi lässt sich nicht beirren und gleicht im Gegenzug direkt aus. Nachdem HSG-Coach Kai Wandschneider seine Auszeit genau während des damit irregulären Treffers von Balic genommen hat und Kevin Schmidt bei seinem Abschluss im nächsten Angriff in den Kreis tritt, spricht alles für den Bergischen HC. Knapp eine Minute ist noch zu spielen, doch die Löwen wirken hektisch in ihren Aktionen. Kristian Nippes macht einen Schritt zu viel — der Ball ist wieder weg. Steffen Fäth nutzt auf der anderen Seite die Gunst der Stunde und verwandelt zum 28:27.

Ein letzter Angriff bleibt. Szilágyi feuert den Ball zu Arnor Gunnarsson auf die rechte Außenseite. Der Linkshänder steigt hoch und wird drei Sekunden vor Schluss rüde zu Fall gebracht. Auf Alexander Oelzes Schultern lastet nun die gesamte Verantwortung. Bei zwei Siebenmetern ist der Spielmacher bisher eingewechselt worden, beide Male hat er erfolgreich verwandelt. Doch in der ultimativen Drucksituation hat Oelze Pech. Er scheitert an HSG-Keeper Andreas Wolff — dem Torhüter, der im Hinspiel den glücklichen Kullerball-Siegtreffer von Viktor Szilágyi nicht verhindern konnte und deshalb nahezu untröstlich war.

Alexander Oelze sinkt zu Boden. Der BHC hat es verpasst, die Früchte der Arbeit zu ernten. Das wäre bei einem Handball-Gott im Löwen-Trikot nicht passiert. "Es ist leider etwas viel Pech zusammengekommen", hadert Sebastian Hinze. Ein Erfolg wäre sicher wichtig für die Psyche gewesen, doch der Coach sieht auch das Positive: "Wir haben heute eine Mannschaft gesehen, die gezeigt hat, dass sie den Kampf um den Klassenerhalt annehmen kann und wird".

Die Schlussphase wird in Erinnerung bleiben, doch bei genauerer Betrachtung hat der BHC freilich nicht nur deshalb verloren. Beim Spielstand von 17:14 zum Beispiel kosteten zwei leichte Ballverluste den Drei-Tore-Vorsprung binnen einer Minute. Minimieren die Löwen diese Defizite, werden sich auch die Erfolge wieder einstellen.

(trd)