Bergischer HC Das beste BHC-Resultat an der Förde

Solingen · Die 25:32 (16:16)-Niederlage bei der SG Flensburg-Handewitt bedeutete die knappste Auswärtsniederlage in der Erstliga-Geschichte des Bergischen HC. Nach Halbzeit eins hatte der Außenseiter sogar auf eine Sensation gehofft.

Der Bergische HC hat im hohen Norden ein neues Kapitel aufgeschlagen. Noch nie in ihrer Erstliga-Geschichte waren die Löwen der SG Flensburg-Handewitt in deren Halle derart ebenbürtig wie am Mittwochabend. Vier deutliche und deprimierende Niederlagen mit Tordifferenzen zwischen 13 und 19 Treffern hatte es bislang gehagelt, beim fünften Gastspiel in der gefürchteten "Hölle Nord" durfte das Team von Trainer Sebastian Hinze bis zum Start in die zweite Halbzeit sogar auf eine Sensation hoffen.

Dabei sprach nicht nur Tabellenposition gegen die Bergischen. Auch personell war der Anwärter auf den Gewinn der Deutschen Meisterschaft im riesigen Vorteil. 16 Akteure standen auf der Spielerliste des Tabellenzweiten, bei den Gästen gesellten sich zu den elf Akteuren aus dem Erstliga-Kader in Person von Dorian Woestmann und Jonas Dell zwei A-Jugendliche. Neben den Verletzten Christian Hoße, Ace Jonovski, Maciej Majdzinski und Maximilian Bettin hatte auch Moritz Preuss auf die Reise nach Flensburg verzichten müssen. Der Kreisläufer war kurzfristig mit einem bakteriellen Infekt ausgefallen.

Nichtsdestotrotz konnte der BHC dort anknüpfen, wo er beim jüngsten Heimsieg gegen den HC Erlangen aufgehört hatte. Die Norddeutschen mühten sich gegen die offensive Abwehr, um zu Torerfolgen zu kommen. Treffer aus der Distanz waren Fehlanzeige, stattdessen mussten sich Holger Glandorf, Thomas Mogensen und Co. immer wieder mühsam Lücken erarbeiten und es über den Durchbruch versuchen.

Die einfachen Gegentore nach Tempogegenstößen oder Zweiter Welle haben die Bergischen lange Zeit auf einem Minimum halten können. Zum einen wurden die Angriffe geduldig, konzentriert und meist erfolgreich zu Ende gespielt. Zum anderen stimmte das Rückzugsverhalten. Nach nur zwei Gegentoren aus Zweiter Welle erzielte Anders Eggert den ersten freien Treffer per Schnellangriff erst in der 26. Minute - in Überzahl ins leere BHC-Gehäuse zum 15:14.

In Halbzeit eins waren die Flensburger dem Außenseiter nie auf als mehr zwei Tore enteilt. Mehr noch: Der BHC ging in der Endphase sogar mehrfach in Führung - das letzte Mal durch Tomas Babak 17 Sekunden vor dem Halbzeitsignal zum 16:15. Mit dem Ausgleich durch Jim Gottfridsson ging es in die Kabinen. Deutlich waren die Anfeuerungsrufe der kleinen BHC-Fangruppe unter den 6229 Zuschauern in der Flens-Arena zu vernehmen.

Mit Wiederbeginn jedoch entwickelte sich ein Duell, das plötzlich große Ähnlichkeit hatte mit den Begegnungen der Vergangenheit. Das Team von Trainer Lubomir Vranjes erhöhte die Intensität in der Abwehr und ließ Alexander Hermann, Tomas Babak oder Fabian Gutbrod kaum noch Freiräume. Sechs Feldtreffer in Durchgang zwei sprechen eine deutliche Sprache. Und auch offensiv dominierte der Favorit die Partie fortan nach Belieben. Weil sich zudem die Treffer nach Zweiter Welle oder Tempogegenstößen mehrten, zog der Titelaspirant über 19:16 (32.) und 23:18 (38.) bis auf 30:21 (53.) davon. In der Schlussphase gelang den Bergischen für die im Abstiegskampf so wichtige Ergebniskosmetik. Das 25:32 bedeutete die erste Niederlage in der Flens-Arena mit einstelliger Tordifferenz.

"Wir hatten in der ersten Halbzeit schon Phasen gehabt, in denen wir unter Stress geraten sind", analysierte Löwen-Coach Sebastian Hinze. Trotzdem sei immer wieder noch der entscheidende Pass gelungen, um das Spiel breit zu machen und über die Außen zum Wurf zu kommen. "Vielleicht wollten wir in der zweiten Hälfte zu viel und waren plötzlich verkrampft."

(gra)
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