Bergischer HC - Mit Video: Das Ausrufezeichen gesetzt

Bergischer HC - Mit Video : Das Ausrufezeichen gesetzt

Der Bergische HC hat gegen den VfL Gummersbach alles versucht. Leidenschaftlich bissen sich die Löwen mehrere Male zurück in eine ihrer wohl vorerst letzten Erstliga-Partien. Trotzdem stand zum Schluss eine 26:29-Niederlage.

3:8 liegt der Bergische HC im Derby gegen den VfL Gummersbach zurück, als Trainer Ha De Schmitz eine Auszeit nimmt. In knapp 14 Minuten ist den Löwen lediglich ein Tor aus dem Spiel heraus gelungen. Der resultierte aus dem ersten Angriff, der beherzt von Kristoffer Moen abgeschlossen wurde. Dabei versucht die Truppe, gegen die Gummersbacher nach dem letzten Strohhalm in der Handball-Bundesliga zu greifen. Nur ein Sieg hilft, um den sportlichen Abstieg eventuell doch noch abzuwenden. Schmitz' Ansprache an die Mannschaft kommt also in keinem Fall zu früh.

Die Wirkung ist prompt zu erkennen. Alexander Oelze versenkt den Ball direkt beim ersten Angriff mit einem Versuch aus dem Rückraum in den Maschen. Defensiv läuft immer noch nicht alles rund, aber im Angriff können sich die Hausherren nun sehen lassen. Sie spielen schneller, unkomplizierter mit mehr Drang zum Tor. Runar Karason lässt es krachen, und mit dem 9:11 durch einen Tempogegenstoß von Jens Reinarz ist das Publikum in der Unihalle auf 180. Die Gummersbacher verstehen es, das eine oder andere Mal wieder etwas mehr Ruhe einkehren zu lassen, doch der BHC zeigt Leidenschaft. Mit Hendrik Pekeler, der trotz angeschlagenem Fuß auf die Zähne beißt. Mit Jan Stochl, der Mario Huhnstock zwischen den Pfosten abgelöst hat und sogar einen Siebenmeter entschärft. Und natürlich mit Runar Karason, der keine Chance auslässt, das Publikum mit wilden Gesten anzuspornen.

Nach Pekelers 13:15 zur Halbzeitpause ist die Hoffnung wieder groß. Zunächst scheint es gut weiter zu gehen. Alexander Oelze und Richard Wöss verkürzen zwei Mal auf ein Tor, aber die Wende verpasst der BHC. Wie schon in der ersten Hälfte laden Fehlpässe die Gäste genauso zu Schnellangriffen ein wie einige recht harmlos vergebene Versuche. Abgezockt wirft der VfL wieder einen Vier-Tore-Vorsprung heraus (36. / 19:15). Der Willen der Löwen ist dennoch nicht zu bändigen. Überragend hält der wieder eingewechselte Mario Huhnstock mehrere Male. Kristian Nippes gelingt sogar das 20:20, um die Wuppertaler Unihalle in einen Hexenkessel zu verwandeln.

Eines hört nicht auf

Es hilft alles nichts. Denn eines hört nicht auf. Bei allem Feuer, allem Kampf und Verbissenheit vergibt der BHC zu viele Chancen. Kenneth Klev und Henrik Knudsen vertändeln den Ball. Gegen Fabian Böhm wird auf Stürmerfoul entschieden. Ein paar Versuche landen nicht im Tor, und beim letzten BHC-Strohfeuer vergibt Oelze auch noch einen Siebenmeter. So sehr die Löwen sich mühen, am Ende steht erneut eine bittere Niederlage, die das Ausrufezeichen hinter den sportlichen Abstieg des Bergischen HC setzt. Jetzt hilft nur noch ein Wunder.

(trd)