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Bergischer Hc: BHC wirft in Magdeburg zu viel weg

Bergischer Hc : BHC wirft in Magdeburg zu viel weg

Beim Tabellenvierten der Handball-Bundesliga war mehr drin, aber die Bergischen verloren letztlich mit 32:38.

Das Schiedsrichtergespann Hanspeter Brodbeck und Simon Reich, das gestern Abend die Partie in der Handball-Bundesliga zwischen dem SC Magdeburg und dem Bergischen HC leitete, kommt eigentlich aus Stuttgart, gestern fuhr es aber mit einem Auto mit Wuppertaler Kennzeichen an der Getec-Arena vor. Der Leasingwagen als gutes Omen für die Bergischen? Mitnichten - sie verloren die Partie mit 32:38 (13:19).

Das lag aber weniger am Schiedsrichtergespann, sondern eher am eigenen fahrlässigen Umgang mit Chancen, die durchaus da waren. Magdeburg kam schwer in die Partie, nach dem Führungstreffer der Gäste durch Arnor Gunnarsson dauerte es sage und schreibe bis 4:34 Minuten, bis Andreas Rojewski mit dem 1:1 das erste Tor der Hausherren erzielte. Diese waren zuvor an einem alten Bekannten gescheitert: Björgvin Gustavsson lieferte an alter Wirkungsstätte eine starke Leistung ab, parierte nicht nur die ersten Wurfversuche der Magdeburger aus dem Spiel heraus, sondern auch die ersten beiden Siebenmeter von Robert Weber.

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Dass sich der BHC in der Frühphase, als es beim SCM noch nicht rund lief, nicht weiter absetzen konnte als eben bis auf 1:0, hatte er sich selbst zuzuschreiben, denn das Angriffsspiel hakte diesmal gewaltig. Entweder kamen die Pässe, vor allem an Kreis, nicht an, oder Dario Quenstedt zeigte, dass auch er ein hervorragender Torwart ist. Teilweise machten es ihm die Bergischen mit einer ungenügenden Wurfauswahl aber auch zu einfach. So waren es in den ersten 20 Minuten lediglich Viktor Szilágyi und Gunnarsson, die sich für den BHC in die Torschützenliste eintragen konnten - das war deutlich zu unausgewogen. Und da Magdeburg aus fast jedem Fehler Kapital schlug, setzten sich die Hausherren ab. Ihnen kam weiter entgegen, dass die Gäste zwar eine ganz passable Abwehr stellten, sich aber durch Zeitstrafen selbst schwächen: Als Max Weiß das erste Mal für zwei Minuten das Feld verlassen musste, stellte Magdeburg von 4:1 auf 7:2, als Meschke wenig später runter musste, wurde aus einem 9:6 ein 12:6.

Diese Phase beantwortet Szilágyi - dessen Namen der Hallensprecher durchgehend falsch aussprach - mit einem Kempa-Pass auf Christian Hoße, der so als erster Spieler nach seinem Kapitän und Gunnarsson für den BHC treffen konnte. Das interessierte dann aber weder den SCM noch seine Fans, die bereits in der 25. Minute die "Welle" starteten - hier stand es schon 15:8.

Nach dem Seitenwechsel stellten dann beide Teams großzügig die Abwehrarbeit ein, so dass sich ein buntes Torfestival entwickelte, bei dem der BHC aber nicht mehr an die Magdeburger heranrücken konnte. Aufseiten des SCM trug sich in der 48. Minute in Espen Lie Hansen der elfte Spieler in die Torschützenliste ein - damit hatten alle Feldspieler der Grün-Weißen getroffen. In der 54. Minute wurde es noch einmal etwas hitziger, die Schiedsrichter hatten nicht gesehen, dass Yves Grafenhorst Szilágyi im Gesicht getroffen hatte, die Zuschauer unterstellten dem BHC-Kapitän Schauspielerei und pfiffen ihn hernach bei jeder Ballberührung aus - Szilágyi schaute zum Schiedsrichter, hob den Daumen und meinte: "Super gemacht." Es war indes nicht mehr spielentscheidend.

BHC-Trainer Sebastian Hinze legte in seiner Analyse so auch den Fokus auf die Anfangsphase: "Wir sind eigentlich gut reingekommen, nutzen das aber nicht aus. Wir könnten zwei, drei Tore mehr vorne liegen, wenn wir unsere Chancen nutzen. Dann fehlt uns die Sicherheit und Magdeburg kommt in den Gegenstoß. Das war für uns mit zehn Feldspielern, davon vier Außen, nicht zu verteidigen. Wir haben 15 Tore aus Gegenstößen und Schneller Mitte kassiert. Das ist zu viel, um hier etwas mitzunehmen."

(ame)