Bergischer HC: BHC verlässt mit Rekordumsatz die Erste Liga

Bergischer HC : BHC verlässt mit Rekordumsatz die Erste Liga

Der bisherige Bundesligist blickt auf einen Etat in Höhe von 3,006 Millionen Euro. Pouya Norouzi wechselt ins Ausland.

Als Thorsten Hesse am Freitagmittag im Partner-Hotel Vienna House Easy neben der Historischen Stadthalle Wuppertal die Bilanz-Pressekonferenz des Bergischen Handball-Clubs 06 eröffnete, tat er dies erstmals seit 2012 wieder als Pressesprecher eines Zweitligisten. Der Abstieg aus dem Oberhaus, am 10. Juni auf dramatisch-traurige Weise besiegelt, war allgegenwärtig, als unter anderem die aktuellen Umsatzzahlen veröffentlicht wurden. Und die hielten eine neue Rekordmarke bereit: 3,006 Millionen Euro setzte die BHC Marketing GmbH zwischen dem 1. Juli 2016 und 30. Juni 2017 um - zwei Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum (2,994 Millionen). "Diese Zahl spiegelt die stetige Entwicklung des Clubs in den letzten Jahren wider. Wir haben in unserem Partner-Pool sehr viel Verlässlichkeit", sagt Geschäftsführer Philipp Tychy, der trotz der niedrigeren Klassenzugehörigkeit davon ausgeht, dass Veränderungen nach unten im Gros nicht zu spüren seien.

Das ist bedeutsam, denn der größte Teil des Etats mit rund 80 Prozent (2,355 Millionen) wird über die wirtschaftlichen Partner akquiriert. Hier konnte ein Plus von 261.000 Euro gegenüber der Vor-Saison erreicht werden. Erlöse aus dem Ticketing und Pokal (520.600 Euro = 17,3 Prozent) sowie aus der Zentralvermarktung und TV-Geldern (130.000 = 4,3 Prozent) kamen hinzu. Bei den mit Sky neu abgeschlossenen TV-Verträgen verdienen die Erstligisten nun rund 250.000 Euro, ein Zehntel davon wird den Zweitligisten überwiesen. Die Kosten für die Zweitliga-Zulassung sind dafür geringer, die Einbußen des BHC dürften unter dem Strich bei ungefähr 150.000 Euro liegen.

Wie sich die Finanzen des BHC für 2017/18 darstellen, will die Vereinsführung im August veröffentlichen. Dann könne man eine fundierte Aussage zum neuen Budget treffen. Beirat Jörg Föste ist trotz bevorstehender arbeitsreicher Wochen bis zum Saisonstart sicher: "Die überwiegende Anzahl von Partnern geht den eingeschlagenen Weg mit uns." Letzteres leitet der Solinger Unternehmer auch aus dem ab, was sich am 10. Juni in der Unihalle nach dem Abstieg abgespielt hatte - ein viertelstündiger Beifall von den voll besetzten Rängen, garniert mit dauerhaften BHC-Rufen. Emotionaler ging es nicht.

"Was der BHC den Menschen in der Region bedeutet, war vorher nie so spürbar gewesen", sagt Föste, um dann noch einen drauf zu setzen: "Wer auf diese Art und Weise scheitert, darf von einem gewissen Gelingen sprechen." Am kommenden Mittwoch beginnt der neue Kader mit der Vorbereitung. Ein Saisonziel seitens der Clubführung gibt es nicht - man wolle keinen Druck aufbauen, die sich erst noch finden muss. Attraktiven und frischen Handball erwarten Föste und Tychy allerdings: "Natürlich sind wir auch zuversichtlich, dass wir die Perspektive auf Erfolg haben."

Nicht dazu beitragen wird Pouya Norouzi, der zu einem ausländischen Champions-League-Teilnehmer wechselt. "Wir bedauern das zutiefst, da wir alle Voraussetzungen für seinen Verbleib geschaffen hatten", erklärt Föste. Eine Ablösesumme wird fällig - so wie sie im umgekehrten Fall beim Schweden Linus Arnesson und bei Leos Petrovsky aus Tschechien gezahlt wurde. Beide hatten in ihren Vereinen noch gültige Verträge. Dafür investierte der BHC den Erlös der vergangenen Saison in Höhe von 34.000 Euro. Durch den Abgang Norouzis, der in der Rückrunde zunächst mittrainierte und dann in einigen Begegnungen zum Faktor vorne wie hinten wurde, verfügt Trainer Sebastian Hinze nunmehr über einen Kader von 15 Profis. Sechs davon tragen erstmalig das Trikot der Bergischen Löwen.

(RP)
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