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Bergischer Hc: BHC erlebt eine verrückte letzte Minute

Bergischer Hc : BHC erlebt eine verrückte letzte Minute

Der Bergische HC schlägt in der Bundesliga nach erbittertem Kampf zum ersten Mal den TuS N-Lübbecke mit 28:27.

Eine Minute vor Schluss steht die Partie zwischen dem Bergischen HC und dem TuS N-Lübbecke auf des Messers Schneide. Beim 26:26 ist die BHC-Abwehr unter Druck. Sie muss den Nettelstedter Angriffsbemühungen standhalten, um auf der anderen Seite noch eine Siegchance zu bekommen. Immer wieder laufen sich die Gäste fest und erhalten einen Freiwurf. 40 Sekunden vor dem Ende haben die Unparteiischen die Hand wegen des drohenden Zeitspiels bereits gehoben.

 Vor allem in der ersten Halbzeit bewies Fabian Gutbrod Treffsicherheit aus dem Rückraum. Insgesamt sieben Mal ließ es der Rechtshänder krachen.
Vor allem in der ersten Halbzeit bewies Fabian Gutbrod Treffsicherheit aus dem Rückraum. Insgesamt sieben Mal ließ es der Rechtshänder krachen. Foto: Köhlen

Drago Vukovic will einen Angriff von Max Weiß als Foul verkaufen, doch die Schiedsrichter lassen sich nicht beirren. Jetzt pfeifen sie den Angriff ab - die Löwen schalten schnell um, laufen den Tempo-Gegenstoß, der am Ende in den Händen von Nils Artmann landet. Ausgerechnet Artmann, der noch auf sein erstes Tor in einem Heimspiel wartet. Zeit zum Nachdenken hat der Außenspieler nicht - und er bringt die Kugel hinter TuS-Keeper Nikola Blazicko im Tor unter. Jubelnd läuft Artmann zurück, doch die Partie ist noch nicht gelaufen. Der BHC bekommt die Abwehr nicht sortiert gegen die nach der Schnellen Mitte heraneilenden Gäste. Ex-BHCler Richard Wöss versenkt zum 27:27.

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Etwa zehn Sekunden verbleiben den Bergischen, die keine Auszeit mehr zur Verfügung haben. Es herrscht Chaos auf dem Feld. Max Hermann, der während der gesamten Partie nur in der Abwehr zum Einsatz gekommen ist, bleibt auf der Platte. Er bekommt den Ball und muss es machen. Mit einem Wurf aus dem Stemmschritt lässt er Blazicko keine Chance. Die Klingenhalle gleicht einem Tollhaus, Hermann bleibt nach dem Siegtreffer gleich liegen, während seine Mannschaftskameraden ihm zu seiner Heldenstunde gratulieren wollen. "Ich habe gar nicht mehr mitbekommen, wie der Ball im Netz eingeschlagen ist", wird der Österreicher später sagen. Der Jubel hat es ihm aber verraten. Ein Mal mehr haben die Löwen vor heimischer Kulisse ein knappes Spiel gewonnen.

Dabei hätte es gar nicht so eng werden müssen. In der ersten Halbzeit erkämpften sich die Hausherren einen Vorteil. 13:8 führte der BHC durch die Wurfgewalt von Fabian Gutbrod aus dem Rückraum und den unbändigen Willen von Max Weiß. Der Kreisläufer erreichte die Bälle auch aus scheinbar aussichtsloser Situation noch, um sie im Tor unterzubringen. Nur beim möglichen 14:8 hatte er Pech. Der Ball sprang an die Latte. Im Gegenzug verkürzten die Gäste auf 9:13.

"In der Schlussphase der zweiten Halbzeit war es auch eine Frage der Kräfte", erklärte Trainer Sebastian Hinze. "Wir mussten die ganze Zeit viel investieren, und sind dann müde geworden." Statt eines komfortablen Vorsprungs sprang für die Löwen nur ein 14:12 heraus - was dem Verlauf der ersten 30 Minuten eigentlich nicht gerecht wurde. An die Form konnte der BHC nach Wiederanpfiff nicht mehr anknüpfen. Gute Entscheidungen wechselten sich mit schlechteren ab. Je länger die Begegnung andauerte, desto emotionaler wurde sie geführt.

Auch die Schiedsrichter wirkten über weite Strecken überfordert. Als Max Weiß zum 19:16 vollstreckte, blieb Christian Dissinger verletzt liegen, wonach der Kreisläufer andeutete, dass er bei der Aktion kein Foul begangen habe. TuS-Schlussmann Blazicko folgte Weiß an die Mittellinie. "Er hat gefordert, dass ich ihm wenigstens die Hand geben solle", erläuterte Max Weiß, der in der Situation eher emotional reagiert hatte. "Es war ein Missverständnis." Die Unparteiischen bestraften sowohl den Torhüter als auch Weiß mit zwei Minuten, was zur zerfahrenen Linie der beiden passte. Auch die Frage, wann gegen eine Mannschaft Zeitspiel geahndet wurde, schien eher zufällig beantwortet zu werden. Getragen von den frenetisch anfeuernden Zuschauern behielt der BHC trotz des Chaos die Nase vorn.

(RP)