Bergischer HC : BHC betreibt Ergebniskosmetik

Handball-Bundesliga: Trainer Sebastian Hinze haderte bei der 27:32 (11:15)-Niederlage beim SC Magdeburg mit der Wurfquote aus der Nahdistanz. Nur einmal lag der Bergische HC gegen die Ostdeutschen in Führung.

Mit einem ordentlichen Ergebnis zog sich der Bergische HC beim verlustpunktfreien SC Magdeburg aus der Affäre. Für einen Sieg kamen die Löwen beim 27:32 allerdings nicht in Frage. Zu oft scheiterte die Mannschaft trotz guter Gelegenheiten an Jannick Green im Gehäuse des SC Magdeburg, zu abgezockt zogen die Ostdeutschen ihr Tempospiel durch.

Es dauerte eine Weile, bis der BHC in die Partie fand. Die Anfangsphase war geprägt von Technischen Fehlern und Abschlüssen, die im Block der kompakten Magdeburger Abwehr landeten. Daniel Fontaine traf zwar mit einem schönen Dreher zum 1:1 für die Gäste, blieb danach aber glücklos. So sehr sich der Rückraum-Linke mühte, er schaffte es nicht, Green zu überwinden.

Zwar gelang es, Bogdan Criciotoiu auf der rechten Rückraumseite erfolgreich in Szene zu setzen, doch nach den beiden Treffern des Rumänen zum 4:5 zogen die Gastgeber auf drei Tore Vorsprung davon. Sebastian Hinze reagierte. Der BHC-Coach nahm eine Auszeit, beorderte Tomas Babak ins Zentrum, um gemeinsam mit Linus Arnesson anzugreifen. Die Kombination funktionierte. Criciotoiu und Babak verkürzten, Arnor Gunnarsson glich aus und zog dabei eine Hinausstellung gegen Marko Bezjak. Die nutzte der Isländer, um per Siebenmeter die einzige BHC-Führung (8:7) der temporeichen Partie zu erzielen.

Es hätte nicht dabei bleiben müssen. Chancen, im Spiel zu bleiben, hatte der Erstliga-Rückkehrer genug. Linus Arnesson nutzte eine zum 9:9-Zwischenstand, doch insgesamt blieb die Ausbeute gegen Green zu gering. So vergaben Babak und Kotrc aus sechs Metern gegen den gut aufgelegten Magdeburger Schlussmann, der alleine in der ersten Hälfte neun Paraden lieferte. Diese Treffer wären in dieser Phase wichtig gewesen, um in Reichweite zu bleiben.

Denn auf der anderen Seite präsentierten sich die Gastgeber effektiv. Christian O’Sullivan zeigte zwei schöne Einzelaktionen, um frei zum Abschluss zu kommen. Zum Ende der Halbzeit war es Matthias Musche, der Gegenstöße erfolgreich verwandelte. Angesichts des insgesamt ordentlichen Auftritts der Löwen war der 11:15-Halbzeitrückstand ernüchternd – auch weil Jeffrey Boomhouwers Dreher erst kurz nach dem Pausenpfiff über die Linie rollte.

Trotzdem kamen die Löwen mit Schwung aus der Kabine. Der eingewechselte Maciej Majdzinski und Gunnarsson verkürzten auf 13:15, doch der SCM bewies in der Folge erneut seine enorme Qualität. Während die Gastgeber einen Angriff nach dem anderen erfolgreich gestalteten, konnten die Löwen diese Effizienz nicht erreichen. Boomhouwer traf zum Beispiel nur die Latte. Dann landete Green eine spektakuläre Doppelparade gegen Majdzinski und Gunnarsson, die die 5654 Zuschauer in der Getec-Arena euphorisierte.

Der BHC schaffte es in dieser Phase nicht oft genug, Ballgewinne in der Abwehr zu generieren. Daran änderte auch der Wechsel von Christopher Rudeck zu Rasmus Ots im Tor nichts. Musche traf und traf, schraubte sein persönliches Konto auf 16 Tore hinauf. Die Fans skandierten: „Hier regiert der SCM.“ Recht hatten sie eine gute Viertelstunde vor Schluss beim Stand von 24:17 – und Hinze musste in der Auszeit an seine Truppe appelieren, weiter dran zu bleiben. „Wir müssen die freien Bälle machen“, sagte der Coach. „Wir lassen alleine sechs Bälle von außen liegen.“

In den letzten zwölf Minuten betrieben die Löwen erfolgreich Ergebniskosmetik – wenn es auch nicht mehr spannend wurde. Die Magdeburger waren in dieser Form noch eine Nummer zu groß.