Bergischer setzt sich in Spitzengruppe der Handball-Bundesliga fest

Handball-Bundesliga: BHC setzt sich in Spitzengruppe fest

Die Saison-Premiere in der Unihalle ist geglückt: Der Bergische HC lag beim 27:23 (14:12)-Erfolg gegen den SC DHfK Leipzig immer in Führung.

Oft schon hat sich der Bergische HC in dieser Saison gleich in den Anfangsminuten gehörigen Respekt verschafft. Andreas Haber hat wohl verhindern wollen, dass es seinem Team ähnlich ergehen sollte wie dem HC Erlangen oder dem TBV Lemgo, die bei ihren Gastspielen von Anfang an einem deutlichen Rückstand hatten hinterher laufen müssen. Der Trainer des SC DHfK Leipzig legte nach drei Minuten und 46 Sekunden seine erste Grüne Karte zur Auszeit am Kampfgericht ab. Da führte der BHC mit 2:0, und die Ostdeutschen wirkten ratlos gegen die bewegliche Löwen-Deckung.

Etwa zwei Minuten lang hatten die Leipziger ihren zweiten Angriff gestaltet und dabei mehrere Anläufe unter Zeitspiel-Gefahr benötigt. Letztendlich blieb der abschließende direkte Freiwurf im Block hängen. Diesen Ballgewinn konnte der BHC aufgrund eines Fangfehlers von Maciej Madzinski noch nicht verwerten. Einen Angriff später lieferte ein abgefangener Ball an den Kreis die Basis für den Tempogegenstoß zum 2:0 – abgeschlossen durch Jeffrey Boomhouwer. Der Niederländer profitierte zudem von einem Abpraller nach einem Pfostentreffer von Philipp Weber (5. / 3:0).

Fortan mussten die Bergischen auf ihr bei der Bundesliga-Konkurrenz gefürchtetes Tempospiel verzichten, weil die Ostdeutschen bei ihren Abschlüssen geduldiger und mit neuen Abschlussvarianten agierten. Franz Semper oder Lukas Binder fanden die Lücken bei ihren Sololäufen in der BHC-Deckung, die deswegen jedoch keineswegs einen schlechten Eindruck hinterließ. Im Gegenteil: Die bewegliche Defensive um Max Darj und Casaba Szücs bereitete dem Kontrahenten auch weiterhin große Probleme. Letzterer trat im Übrigen in der ersten Halbzeit auch als dreifacher Torschütze in Erscheinung. Der Abwehrchef blieb bei der Zweiten Welle lange auf dem Feld und war bei seinen Abschlüssen nicht zu halten. Das 12:8 (24.) erzielte er, obwohl ihm zwei Gegenspieler nacheinander am rechten und linken Arm zu halten versuchten.

Szücs’ Durchsetzungsvermögen war bezeichnend für den selbstbewussten und zielstrebigen Eindruck, den die gesamte Mannschaft bei ihrem Premieren-Auftritt dieser Saison in der Wuppertaler Unihalle hinterließ. Angesichts einer geringen Fehlerquote und einer guten Wurfausbeute im Systemangriff hatte BHC-Coach Sebastian Hinze in der Kabine keinen Grund, ähnlich laut zu werden wie sein Trainerkollege Andreas Haber – auch wenn sich die Vier-Tore-Führung (28. /  14:12) bis Ende des ersten Durchgangs noch auf zwei Treffer reduzierte.

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Die Pause schien für den BHC somit zum richtigen Zeitpunkt gekommen zu sein. Die Löwen nutzten sogleich zwei Überzahl-Situationen konsequent aus. Jeffrey Boomhouwer, Arnor Gunnarsson (2) und Linus Arnesson stellten das Ergebnis innerhalb von sechs Minuten bei nur einem Gegentreffer von Maximilian Janke auf 18:13. Und erneut war es jedoch kein Polster, auf dem sich die Gastgeber ausruhen konnten. Nach drei Gegentreffern in Serie (40./ 18:16) war die umkämpfte Begegnung wieder offen.

Fortan immer wieder im Mittelpunkt stand Christopher Rudeck, der seine Gegenüber zwischen den Leipziger Pfosten klar in den Schatten stellte. Mit 13 Paraden in der zweiten Hälfte hatte der 23-Jährige maßgeblichen Anteil daran, dass die Bergischen ihre Führung nie aus den Händen gaben. So war er auch zur Stelle, als Linus Arnesson das 21:22 von Niclas Pieczkowski mit dem 23:21 beantwortete und Rudeck mit seinem abgewehrten Ball die Zweite Welle zum 24:21 (Gunnarsson) einleitete.

Es waren die entscheidenden Szenen, denen die Leipziger nichts mehr entgegenzusetzen hatten. Christopher Rudeck parierte noch ein paar Bälle, und das Team um den neunfachen Torschützen Linus Arnesson steuerte unter frenetischem Applaus dem siebten Saisonsieg entgegen (27:23).

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