Bergischer HC und Sebastian Hinze halten sich die Treue

Bergischer HC: BHC und Hinze halten sich die Treue

Handball: Vor dem Duell gegen Hildesheim vereinbaren Verein und Trainer eine langfristige Zusammenarbeit.

Am liebsten wäre Sebastian Hinze im Erdboden versunken, als Jörg Föste sein - wie er es nennt - Loblied auf den Trainer anstimmt. Denn der Coach des Bergischen HC ist "kein Mann von Eitelkeit, der zur Selbstinszenierung neigt", was der BHC-Beirat ebenfalls betont. Doch für Föste ist es auch eine Herzensangelegenheit, zu betonen, was Hinze für den Verein geleistet hat - und vor allem, wie froh die Verantwortlichen sind, ihren Trainer langfristig an den Club zu binden.

Über die Länge des Kontrakts schweigen sich beide Seiten aus. Man habe gute Gründe, diese nicht bekannt zu geben und folge in diesem Fall dem Modell von Fußball-Bundesligist SC Freiburg, der generell keine Laufzeiten bekannt gebe. Langfristig wird die Zusammenarbeit sein - so viel ist sicher.

"Es kann keinen besseren Trainer für den BHC geben als Sebastian Hinze", stellt Föste klar. "Er hat eine überragende Qualität in der Spielanalyse, der inneren Führung und gewinnt immer mehr an Erfahrung." In den vergangenen fünfeinhalb Jahren, in denen der 38-Jährige die sportliche Verantwortung trug, habe der BHC immer seine Ziele erreicht. "Es gab einen Ausreißer nach unten aus bekannten Gründen (dem Verletzungspech in der Hinrunde 2016/17, Anm. d. Red). Aber es hat uns immer große Freude bereitet, wie Sebastian die Mannschaft gecoacht hat." Der Club sei nun extrem froh, dass sich der Coach für eine weitere Zusammenarbeit entschieden hat.

"Wir merken auch in Gesprächen mit Spielern, dass unsere Trainerqualität ein Faktor ist, sich für den BHC zu entscheiden", erläutert Jörg Föste. "Auch deshalb sind wir besonders froh, dass er bleibt." Andere Angebote habe es gegeben. "Sicherlich auch interessante", wie Hinze anmerkt. "Aber mir war nach etwas Bedenkzeit doch schnell klar, dass, wenn ich nächste Saison Trainer bin, ich dies beim BHC sein möchte."

Der eigentliche Vertrag habe zehn Sekunden gedauert. Trotzdem hat sich Hinze Bedenkzeit erbeten. "Es ist für mich ein überragendes Zeichen, dass ich diese auch bekommen habe. Das ist nicht normal in der Schnelllebigkeit des Sports." Er habe sich während dieser Zeit viele Fragen gestellt - auch, ob er die Energie aufbringen kann und möchte, um erfolgreich weiterzuarbeiten. "Nach Gesprächen mit der Familie wurde klar, wie viel Lust ich weiterhin auf die Aufgabe habe."

Ebenso erfreut wie die BHC-Verantwortlichen sind auch Fabian Gutbrod und Arnor Gunnarsson, die seit 2013 beziehungsweise 2012 unter Hinze trainieren. "An Abnutzungserscheinungen ist nicht zu denken. Er bringt immer wieder etwas Neues", sagt Gunnarsson. Und Gutbrod? "Ich bin froh, in einem Verein zu spielen, der dem externen Druck nicht nachgegeben hat", meint der Rückraum-Linke mit Blick auf schlechte Phasen in der Bundesliga. "Ich war immer überzeugt, dass Sebastian der Richtige ist und bin sehr froh, dass er bleibt."

Nachdem nun Klarheit über die künftige Zusammenarbeit hergestellt ist, liegt der Fokus auf dem nächsten Duell in der 2. Bundesliga. Am Samstag (19 Uhr) ist Eintracht Hildesheim zu Gast in der Klingenhalle. Die Gäste um Savvas Savvas, den erfolgreichsten Torschützen der Liga, benötigen dringend Punkte, um den Abstieg zu vermeiden. Die Löwen sind als Spitzenreiter mit 38:2 Punkten freilich klarer Favorit, doch um dieser Rolle gerecht zu werden, ist eine akribische Vorbereitung nötig. An der hätte Hinze gerne bereits während Föstes Loblied gearbeitet. "Am liebsten wäre ich direkt runter in die Halle gegangen", sagt der Trainer. "Klar freue ich mich über die Worte, brauche sie jedoch auch nicht zwingend." Flachsend ergänzt er: "Aber ich werde ja auch selten gelobt."

(RP)