Handball Bundesliga Trumpfkarte ließ lange auf sich warten

Solingen · Gegen den unbequemen Mitaufsteiger SG BBM Bietigheim gewinnt der Bergische HC mit 26:23 (12:11) und verlängert damit seine Heimserie.

 Seine letzte Auszeit nahm BHC-Trainer Sebastian Hinze 54 Sekunden vor Ende, um ein Konzept in den entscheidenden Angriff zu bringen.

Seine letzte Auszeit nahm BHC-Trainer Sebastian Hinze 54 Sekunden vor Ende, um ein Konzept in den entscheidenden Angriff zu bringen.

Foto: Meuter, Peter (pm)

Die Fans des Bergischen HC sind in den letzten Heimspielen verwöhnt worden mit den 35:26-Spaziergängen gegen den TBV Lemgo Lippe und den HC Erlangen. So waren die 2020 Anhänger des Bergischen HC bereits kurz nach Beginn in Feierstimmung, als der Handball-Erstligist im Duell der Aufsteiger andeutete, einen weiteren ungefährdeten Erfolg hinzufügen zu können. Die Löwen führten in der 10. Minute nach einer eindrucksvollen Vorstellung in der Abwehr mit 5:0.

„Ich bin stolz auf meine Mannschaft, dass sie trotz dieses frühen Rückstandes diszipliniert weitergespielt hat“, lobte Bietigheims Trainer Ralf Bader. Dessen frühe Auszeit und personellen Umstellungen in der Abwehr zeigten auf Anhieb Wirkung. Wie auf Knopfdruck war es vorbei mit dem Tempospiel der Gastgeber, die bis dahin bei ihren auf den Punkt genauen Pässen hohes Risiko gegangen und dafür belohnt worden waren.

Dabei hatten die Bergischen schon zu diesem frühen Zeitpunkt die Gelegenheit, den Gegner ähnlich auf Distanz zu halten wie zuletzt die Konkurrenten aus Lemgo oder Erlangen. „Wir haben unsere freie Chancen, vergeben sie aber“, haderte Sebastian Hinze. Der BHC-Chefcoach wird später analysieren, dass sich das durch das gesamte Spiel wie ein Roter Faden ziehen wird. „Wir haben insgesamt neun Bälle aus sechs Metern liegengelassen und es damit jedes Mal verpasst, Ruhe ins Spiel zu bringen.“

Rund zehn Minuten lang zehrte der BHC von seiner frühen Fünf-Tore-Führung. Fünf Minuten vor dem Seitenwechsel war das Polster bis auf einen Treffer reduziert. Hauptgrund war die hohe Fehlerquote. „Wir machen für unsere Verhältnisse zu viele Technische Fehler“, bilanziert Sebastian Hinze. Provoziert wurden sie von einer beweglichen Bietigheimer Abwehr, die das zuletzt so flüssige Kombinationsspiel mit dem Abschluss über die Außenposition kontrollierte. „Mit dem Wechsel von Max Emanuel und Dominik Claus in die Deckung hatten wir Probleme mit unseren Kreuzbewegungen“, musste Hinze zugeben.

Ihr Tempospiel konnten die Löwen gegen die Schwaben nicht aufziehen. Ralf Bader zeigte sich zufrieden, dass die Taktik, mit kleinen Spielern schon früh die Deckung der BHC-Rückraumakteure aufzunehmen aufgegangen war. „Vielleicht war es beim BHC auch eine Sache der Disziplin, hier nicht volles Risiko zu gehen.“ Von den 26 Löwen-Toren resultierten an diesem Nachmittag lediglich fünf aus Zweiter Welle oder Tempogegenstößen.

Die Trumpfkarte in einem hart umkämpften und spannenden Handballspiel ließ lange auf sich warten. Ausgespielt wurde sie von Linus Arnesson, der in der zweiten Hälfte Dreh- und Angelpunkt im Spiel des Bergischen HC war. 15 Minuten lang waren die Gastgeber ohne Feldtor geblieben, als der Schwede es zum ersten Mal in Abschnitt zwei krachen ließ. Weitere vier Mal nahm er aus dem Rückraum Anlauf, um meist aus vollem Lauf unhaltbar zu vollenden – das letzte Mal zum 21:20 (51.).

Danach profitierten die Bergischen einmal mehr von ihrem ausgeglichen besetzten Kader. Plötzlich setzten ganz andere Akteure die Akzente, um den nächsten Heimsieg zu sichern. Neben Arnor Gunnarsson waren es Tomas Babak (2), Bogdan Criciotoiu und der erst kurz vor Schluss eingewechselte Milan Kotrc, die das Ergebnis auf 26:23 stellten.

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