Bergischer HC: Spiel in Dessau wird kein Selbstläufer

Bergischer HC : Spiel in Dessau wird kein Selbstläufer

Handball-Zweitligist Bergischer HC will beim Dessau-Roßlauer HV seinen 21. Saisonsieg holen. Gutbrod ist zurück, Dell fällt aus.

Gegen den Dessau-Roßlauer HV gelang dem Bergischen HC der erste Kantersieg in der Zweitliga-Saison. Beim 35:25 überzeugten die Löwen durch ein überragendes Tempospiel, wie Trainer Sebastian Hinze es bezeichnet. Das werden seine Handballer auch am heutigen Samstagabend in der Anhalt-Arena (19.30 Uhr) benötigen. Denn die Gastgeber stellen eine stabile Abwehr.

"Im Hinspiel hat Dessau relativ schlecht gespielt", erinnert sich Abwehr-Ass Csaba Szücs. "Aber danach ist die Mannschaft immer besser in die Saison gekommen." Zehn Partien ohne Niederlage legten die Ostdeutschen hin und arbeiteten sich in der Tabelle nach oben. Inzwischen präsentiert sich das Team von Trainer Uwe Jungandreas allerdings nicht mehr ganz so souverän.

Gerade defensiv hat Sebastian Hinze großen Respekt vor dem nächsten Gegner. "Dessau spielt mit einer modern interpretierten 6:0-Abwehr, die sich durch ein aggressives und starkes Zweikampfverhalten auszeichnet", sagt der BHC-Trainer. "Im Laufe der Hinrunde ist sie immer besser geworden." Umso wichtiger wird es für die Bergischen sein, ihr eigenes Tempospiel anzubringen. "Wir wollen nicht zu oft im Positionsangriff gegen die Abwehr anlaufen. Unser Fokus liegt auf Gegenstößen, Schnellen Mitten und Zweiten Wellen."

Hinze ist überzeugt, dass dies gelingt: "Ich sehe uns ebenfalls defensiv stärker als noch im Hinspiel. Es wäre auch schade, wenn wir immer noch die gleichen Probleme hätten." Im Angriff müssen die Bergischen vor allem auf Vincent Sohmann aufpassen. Der Dessauer Spielmacher führt die interne Torschützenliste mit 123 Treffern an. "Er spielt eine überragende Saison und verfügt über ein sehr gutes Entscheidungsverhalten", verrät Hinze.

Das wissen auch die Verantwortlichen des ASV Hamm-Westfalen, zu dem Sohmann im Sommer wechselt. Dazu verfügen die Ostdeutschen über sechs tschechische Importe und verpflichteten Bruno Zimmermann vom VfL Lübeck-Schwartau nach. "Also wird die Aufgabe auf jeden Fall schwerer als noch im Hinspiel sein", weiß Hinze.

Personell hat sich die Lage leicht verändert. Tomas Babak fällt mit einer Bänderverletzung weiterhin aus. Dazu muss Jonas Dell für drei oder vier Monate pausieren. Ein doppelter Bänderriss im Sprunggelenk setzt den 19-Jährigen außer Gefecht. Wieder dabei ist Fabian Gutbrod. Der 29-Jährige ist bereit für sein Comeback im linken Rückraum, in dem ihn zuletzt Max Bettin erfolgreich vertreten hatte. "Max hat in der Vorbereitung und auch in dem Spiel einen großen Schritt gemacht", lobt Hinze.

Sehr zufrieden ist der Coach auch mit Maciej Majdzinski im rechten Rückraum. "Was er spielt, ist in dem Tempo und der Intensität außergewöhnlich. Es gibt Dinge, die gegen ihn extrem schwer zu verteidigen sind — egal von wem." Wenn Majdzinski & Co. auch in Dessau kompromisslos spielen, dürfte dem 21. Saisonsieg nichts im Wege stehen. "Denn eins ist klar. Wir lehnen uns nicht aus dem Fenster, wenn wir sagen, dass wir Favorit sind", stellt Szücs klar: "Aber wir wissen auch, wie schnell es gehen kann, wenn man meint, es sei ein Selbstläufer."

(RP)
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