Bergischer HC: Löwen gewinnen den Salming-Cup

Bergischer HC : Löwen gewinnen den Salming-Cup

Der Handball-Tabellenführer der 2. Bundesliga freut sich mit seinem EM-Halbfinal-Held Arnesson und schlägt in Verl Hammarby.

Wenn man nach dem 27:26-Erfolg über den Bundesligisten Tus N-Lübbecke auf einen schwedischen Erstligisten trifft, darf man das aus Sicht des Bergischen HC sehr wohl als Handball-Feiertag bezeichnen. Ob bei den treuen Fans, den anderen Teilnehmern wie TBV Lemgo oder MT Melsungen - der Name von Linus Arnesson war am Samstag beim Salming-Cup in der Sporthalle Verl wie auch im Solinger Sport allgegenwärtig.

Am Abend zuvor hatte der schwedische Spielmacher des BHC mit einer Weltklasse-Leistung und sechs Toren die Tre Kronors gegen Dänemark ins Endspiel der Europameisterschaft geführt. Seinen Top-Auftritt krönte der 27-Jährige mit dem Treffer zum 35:33 (Endstand 35:34) in der Verlängerung - mit beiden Beinen hatte sich der Schwede in die Höhe geschraubt und sicher abgeschlossen. "Er hat das extrem gut gemacht. Dass er mehr Einsatzzeit in diesem Spiel als insgesamt vorher erhalten hat, war gut für ihn und Schweden", schwärmte Arnessons Vereinstrainer Sebastian Hinze. Teils im Hotel von Sennestadt und teils in der Halle mit verzauberten skandinavischen Kollegen hatte sein Team mitgefiebert.

Exakt vor einem Jahr hatte Linus Arnesson beim Salming-Cup mit Redbergslids auf sich aufmerksam gemacht, sein Weg führte ihn schließlich ins Bergische, wo er seinen Wert schon mehrfach unterstrich. Ohne seinen Mittelmann, drei weitere EM-Fahrer und den verletzten Tomas Babak traf der souveräne Zweitliga-Spitzenreiter am Samstagabend im Halbfinale auf die Schweden von Hammarby IF HF.

Die gegen Lübbecke eingesetzten vier Youngster wurden in den Nachwuchsteams benötigt, elf Mann inklusive des noch geschonten Torhüters Christopher Rudeck standen Coach Hinze somit zur Verfügung. "Die Belastung ist schon groß", sagte ein skeptischer Hinze vor dem Duell mit Hammarby. Skeptisch auch deswegen, weil der Gegner eine 3:3-Abwehrformation favorisiert und die eigene Eingespieltheit nicht so ausgeprägt ist.

Doch all dem trotzten die Löwen, erkämpften sich bereits bis zur Pause ein 16:12-Polster und nach einer Dreiviertelstunde die Vorentscheidung. Die höchste Führung gab es mit dem 28:19 (51.), der Schlusspfiff ertönte beim Stande von 31:24. Positive Erkenntnisse gab es zuhauf: den starken Schlussmann Bastian Rutschmann, die besonders nach der Pause effektiv zupackende Abwehr, das Spiel über den Kreis mit Gast-Akteur Marko Coric, die Torgefahr von Maciej Majdzinski oder auch die Spielsteuerung von Kristian Nippes.

Es lief prima gegen den nordeuropäischen Erstligisten, bei dem die früheren Bundesliga-Asse Patrick Fahlgren (7/3) und Rickard Lönn (5) die meisten Akzente setzten. "Das war sehr gut von den Jungs, wir haben Hammarby nach dem Wechsel keine Chance mehr gegeben", meinte Sebastian Hinze auch mit Blick auf die Belastung der nur neun Feldspieler zufrieden.

Beim Endspiel des Salming-Cups gegen den TV Emsdetten füllte der Nachwuchs wieder den Kader auf. Zu bejubeln gab es den Sieg gegen den Zweitliga-Rivalen, mit 32:30 (15:19) ging die Partie an den BHC. Dessen Aufholjagd nach der Pause wurde im Schlussspurt gekrönt, der Salming-Cup 2018 ging ins Bergische Land. Gleich achtmal trat dabei Fabian Gutbrod als Torschütze in Erscheinung, Csaba Szücs gelang dies wie Arnor Gunnarsson fünfmal.

(RP)
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