Bergischer HC knüpft nahtlos an die Erfolge in 2017 an

Bergischer HC: BHC knüpft nahtlos an die Erfolge in 2017 an

Im ersten Heimspiel nach der EM lässt Handball-Zweitligist Bergischer HC Eintracht Hildesheim beim 33:22 keine Chance. Aufstiegs-Countdown der Fans.

Gerne erinnert Sebastian Hinze an die Stärke der Zweiten Handball-Bundesliga. Daran, dass auch die Clubs im Abstiegskampf eine hohe Qualität mitbringen und der Wiederaufstieg keine bloße Formsache ist. So berechtigt der Trainer des Bergischen HC damit die Konzentration stetig hoch hält, so sehr freuen sich die Fans der Löwen auf den Tag, an dem die Mannschaft wieder im Oberhaus antritt. "Countdown läuft - noch 1080 Minuten bis zur Ersten Liga" - mit diesen Worten präsentierten die Anhänger am Samstag ihren Wunsch auf einem großen Transparent in der Klingenhalle.

Dass die Löwen in der Zweitklassigkeit tatsächlich auf einer Abschiedstournee sind, stellten sie im Duell gegen Eintracht Hildesheim unter Beweis. Zwar glichen die abstiegsbedrohten Gäste in der Anfangsphase fünfmal relativ unbedrängt aus, doch nach gut zehn Minuten bekamen die Löwen die Partie auch defensiv in den Griff. Mit Leos Petrovsky und Csaba Szücs im Deckungszentrum unterbanden die Hausherren die gefährlichen Hildesheimer Zuspiele an den Kreis weitestgehend, ließen aber bei Gegenstößen durch ungenaue Pässe Richtung Milan Kotrc auch sehr gute Chancen aus.

Überzeugend agierte das Team hingegen im Positionsangriff. EM-Silbermedaillengewinner Linus Arnesson führte Regie und setzte seine Rückraum-Nachbarn immer wieder entscheidend in Szene. Max Bettin, der den mit einem grippalen Infekt kurzfristig ausgefallenen Fabian Gutbrod im linken Rückraum vertrat, hinterließ dabei einen ebenso starken Eindruck wie Maciej Majdzinski auf der rechten Seite. Spektakulärer agierte freilich der Pole, der einmal mehr ohne Rücksicht auf seine eigene Gesundheit in die Zweikämpfe ging. Zur Pause hatten Majdzinski sechs und Bettin fünf Tore auf dem Konto.

Die Halbzeitführung von 17:13 war angesichts der BHC-Dominanz sogar noch etwas gering. In den letzten Minuten vor dem Seitenwechsel arbeitete sich die Eintracht von 8:14 heran. "Mit dieser Phase war ich nicht so zufrieden", unterstrich Trainer Hinze dann auch nach Spielschluss. Der überragende Savvas Savvas spielte seine enormen individuellen Qualitäten aus und durfte gleich mehrere Male aus vollem Tempo abschließen.

Doch auch der zu Minden in die Erste Liga wechselnde Grieche, der die Zweitliga-Torjägerliste anführt, konnte die Gäste in der zweiten Halbzeit nicht mehr retten. Hinze durfte früh bedenkenlos durchwechseln. Für Arnesson kam Kristian Nippes, der gestern seinen 30. Geburtstag feierte. Ein kleines Geschenk machte sich der BHC-Kapitän selbst. Bei angezeigtem passiven Spiel nahm er sich den Wurf aus der Ferndistanz und traf zum 29:20. Bedienen wollte der Linkshänder Alexander Weck, der am Ende seine ersten zehn Minuten in der Zweiten Liga absolvierte. Der 18-Jährige versuchte es zweimal, blieb aber jeweils im Block hängen. Am souveränen Sieg änderte dies freilich nichts mehr.

"Das war ein super Start in die Rest-Rückrunde", fand Max Bettin, der sieben Treffer markierte und den erkrankten Gutbrod würdig vertrat. "Nur am Anfang hatten wir Probleme in der Abwehr." Mit seiner eigenen Leistung war der 23-Jährige Bettin ebenfalls zufrieden. "Ich habe schnell gemerkt, dass es heute gut läuft. Das ist natürlich besonders schön in einem Spiel, das ich beginne."

Ein Wermutstropfen war die Verletzung von Jonas Dell aus dem Junioren-Team. Er knickte mit dem rechten Fuß um und musste das Spielfeld humpelnd und in Begleitung von Physiotherapeut Carsten Walonka verlassen. Heute folgt die intensive medizinische Untersuchung der Verletzung.

(RP)