Bergischer HC: Ein besonderes Spiel für Christian Hoße

Bergischer HC : Ein besonderes Spiel für Christian Hoße

Die einstige Identifikationsfigur des Bergischen HC kehrt am Samstag an seine alte Wirkungsstätte zurück. Mit Zweitliga-Aufsteiger HC Rhein Vikings trifft der 29-Jährige in der Unihalle auf seinen ehemaligen Verein.

Es war eine dicke Überraschung, als der Bergische HC im vergangenen Winter bekannt gab, dass Christian Hoße den Verein nach der Saison verlassen würde. Schließlich war der gebürtige Haaner absolute Identifikationsfigur des Teams. Mit der B- und A-Jugend des Vereins feierte Hoße den Gewinn der Deutschen Meisterschaft. Seit 2007 gehörte er fest zum Kader ersten Mannschaft. "Den Wechsel hatte ich mir genau überlegt", bestätigt der 29-Jährige. "Und bereut habe ich ihn auch nicht." Es ging zu Zweitligist HC Rhein Vikings, dem Fusions-Club aus Neusser HV und ART Düsseldorf. Am Samstag (19 Uhr) ist der Aufsteiger zu Gast beim Spitzenreiter in der Unihalle.

Eine tragende Rolle wird dabei Christian Hoße spielen. Mit fünf Jahren Erstliga-Erfahrung agiert er seit geraumer Zeit bei den Rhein Vikings zentral als Spielmacher. "Die Position macht mir gewaltig Spaß", sagt Hoße. "Inzwischen stehe ich meistens sogar 60 Minuten auf der Platte." Zu der Verantwortung kam der Rechtshänder durch einen unglücklichen Umstand. Die beiden etatmäßigen Mittelmänner, Daniel Pankofer und Ex-BHCer Alexander Oelze, verletzten sich während der Partie bei Eintracht Hildesheim. "Danach mussten wir schauen, wie wir die Situation auffangen", berichtet Hoße. Trainer Ceven Klatt entschied sich für den Ex-Löwen, der in der Jugend noch im Rückraum gespielt hatte, dann aber aufgrund seiner für einen Handballer geringen Körpergröße von 1,80 Meter auf Linksaußen wechselte.

"Ich bin nicht der, der viele Tore von der Position macht, sondern mehr der Gestalter", erläutert Hoße. Aus den letzten neun Partien holten die Wikinger 13:5-Punkte - fast immer mit dem 29-Jährigen auf der Mitte. Der Verein hat damit den mäßigen Saisonstart von 4:12-Zählern vergessen gemacht und sich im Zweitliga-Mittelfeld etabliert.

"Klar sind wir sehr zufrieden mit dem Saisonverlauf", meint Hoße. "Aber das oberste Ziel ist und bleibt der Klassenerhalt. Wir dürfen uns niemals sicher fühlen, denn die Konkurrenz fährt auch regelmäßig Punkte ein." Nicht erst seit dem Wechsel auf die Spielmacher-Position steht Hoße bei den Rhein Vikings im Fokus. "Es war ja auch ein Grund des Wechsels, mehr Verantwortung zu bekommen. Die habe ich hier auch schon auf Linksaußen gehabt", erläutert der Handballer, der bei seinem neuen Club auch erster Siebenmeter-Schütze ist und nicht zuletzt deshalb die interne Torschützenliste mit 72 Treffern anführt. "Ich kann schon sagen, dass ich sehr glücklich und zufrieden hier bin."

Im Tagesablauf hat sich für Christian Hoße kaum etwas geändert. "Wir trainieren im Düsseldorfer Castello, das ich von zu Hause schneller erreiche als die Wuppertaler Unihalle", sagt der Sportler, der nach wie vor mit Ehefrau Stefanie in Solingen lebt. Den BHC verfolgt Hoße nach zehn gemeinsamen Spielzeiten im Männerbereich freilich immer noch. "Die Mannschaft steht zu recht ganz oben. Alle verfolgen ganz konzentriert den Fahrplan", lobt er. "Ich gönne dem BHC den Aufstieg."

Ein bisschen vermisst Hoße seinen alten Club. "Bei einem Aufstieg wäre ich gerne dabei. Und ich bin sicher, dass es großen Spaß macht, bei so einer Stimmung zu spielen." Die ist bei den Düsseldorfern noch nicht ganz so gut. Mit 915 Zuschauern im Schnitt liegt der Verein auf dem vorletzten Platz der Liga. Am Samstag aber wird er seinem Ex-Club nichts gönnen: "Für 60 Minuten werden alle Freundschaften ruhen. Ein Stück weit werde ich ganz sicher extra motiviert sein." Eine Sorge hat er aber: "Hoffentlich nehme ich die richtige Kabinentür. Ich glaube, ich habe die für das Auswärtsteam noch nie betreten."

(RP)