Lokalsport: Bergischer HC düpiert den Verfolger

Lokalsport : Bergischer HC düpiert den Verfolger

Handball: Der Zweitliga-Spitzenreiter gewinnt auch in Bietigheim mit 33:23 und feiert den 15. Sieg im 15. Spiel.

Der Bergische HC steuert auf weiter kompromisslos auf sechs Monate voll doppelter Punktgewinne im Liga-Geschäft zu. Nach dem Abstieg aus der Bundesliga mit der letzten Pleite am 4. Juni 2017 in Magdeburg (29:41), stellte am Freitagabend auch die SG BBM Bietigheim im 15. Zweitliga-Spiel der angepeilten Wiederaufstiegs-Saison keine Hürde dar. Beim 33:23 (16:11) schlug die Mannschaft von Sebastian Hinze einmal mehr ein Team, das vor dem Duell "direkter Verfolger" der Löwen war. Wer soll die Löwen auf dem Weg zurück ins Oberhaus überhaupt stoppen? Das müsste die BHC-Truppe wohl schon selbst übernehmen.

Den Hausherren zogen die Löwen bei ihrem beeindruckenden Erfolg bereits vor der Pause mehr oder minder die Zähne. Der 16:11-Pausenvorsprung hätte zwar noch höher ausfallen können - dass sich der Dominator der Liga aber in 30 Minuten einen derartigen Vorteil würde abnehmen lassen, stand nie zur Debatte.

Es war trotz widriger Umstände wenig, das vor der Pause nicht gut lief. Zu den widrigen Umständen gehörte die frühe Rote Karte gegen Leos Petrovsky, der offensiv am Kreis sowie hinten mit Max Darj im Innenblock gestartet hatte. Nach fünf Minuten war dieser Plan von Trainer Sebastian Hinze aber bereits durchkreuzt, als der Tscheche einen Gegenspieler im Tempo-Spiel stieß. Kapitän Kristian Nippes, fortan im Innenblock, kassierte nach zwölf Minuten gar eine doppelte Zeitstrafe. All das steckte der BHC aber weg: Er verteidigte in Gleichzahl herausragend, auch in Unterzahl gut. Und wenn es aufgrund nummerischer Unterlegenheit doch zum Bietigheimer Wurf kam, war Keeper Christopher Rudeck blendend zur Stelle.

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Die weiteren Fehler ließen sich fast an einer Hand abzählen, ereigneten sich dafür aber alle auf Halbrechts, nachdem Nippes' Pensum reduziert wurde, um ihn für den Innenblock frisch zu halten. Maciej Majdzinski nach Verletzung startete mit Ballverlust und Stürmerfoul, wovon er sich später ein weiteres erlaubte. Bogdan Criciotoui, der nach 23 Minuten für den Polen ins Spiel kam, warf gleich zweimal in den Block. All das kompensierte aber eine zumeist hellwache Defensive, die für schnelles Umschaltspiel - vor allem über Milan Kotrc und Tomas Babak - sorgte. Und im Positionsspiel glänzte nicht zuletzt Fabian Gutbrod.

Die BHC-Dominanz war nach dem Seitenwechsel nicht nur ungebrochen, sie baute sich stetig aus. Die Löwen kamen nur kurz schwer zurück ins Spiel, nachdem Darj kurz nach Wiederanpfiff seine zweite Hinausstellung kassiert hatte. Auswirkungen? Keine. Hinze stellte erneut um, hinten deckten Nippes und Linus Arnesson innen. Und vorne agierte der BHC weiter kompromisslos. Ob im gebundenen Spiel, im Tempogegenstoß oder vom Siebenmeterpunkt: Der vom überragenden Arnor Gunnarsson angetriebene BHC dominierte nach Belieben. Den Zweiten. Das Statement des Abends ist mehr als klar.

Das Top-Spiel fand derweil für den BHC unter schlechten Vorzeichen statt: Der Anpfiff erfolgte eine Viertelstunde später als geplant, weil die Löwen von ihrem Stuttgarter Hotel aus ewig lang für die rund 50 Kilometer zur Halle benötigt hatten. Die Fahrtzeit von zweieinviertel Stunden beeinträchtige den BHC dann auf der Platte aber nicht - eben ein echter Liga-Primus.

(RP)
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