Bergischer HC: Die ungewohnte Rolle des Matchwinners

Bergischer HC : Die ungewohnte Rolle des Matchwinners

Neben Jan Artmann war Maximilian Bettin der Impulsgeber beim 28:24-Testspielsieg des Bergischen HC gegen den TV Hüttenberg.

Auch wenn es nur ein Testspiel war: Die letzten 20 Minuten im Duell zwischen Zweitliga-Spitzenreiter Bergischer HC und Erstliga-Schlusslicht TV Hüttenberg rissen die 300 Zuschauer am späten Samstagnachmittag in der kleinen Vohwinkler Sporthalle am Nocken von den Sitzen. Als der 28:24-Sieg der Löwen perfekt war, gab es minutenlang stehende Ovationen für den couragierten Auftritt des BHC-Rumpfteams, in dem der zehnfache Torschütze Maximilian Bettin und der sieben Mal erfolgreiche Linksaußen Jan Artmann in die ungewohnte Rolle der Matchwinner schlüpften.

Ohne seine fünf EM-Stars und bei gleichzeitigen Spielen der BHC-Zweiten und A-Jugend hatte Trainer Sebastian Hinze einige Probleme, mit elf Mann alle Positionen zu besetzen. Da half es schon sehr, dass mit dem 21-jährigen kroatischen Zweitliga-Spieler Ivan Coric ein Kreisläufer zur Verfügung stand, der seit Dienstag bei den Löwen mittrainiert und sein Gastspielrecht zu einer ordentlichen Leistung mit drei Treffern nutzte. Ansonsten bearbeitete Rückraum-Shooter Fabian Gutbrod den gegnerischen Kreis. Und auf Rechtsaußen wechselten sich Maciej Majdzinski und Bogdan Criciotoiu ab. "Nicht ihre Lieblingsposition", schmunzelte Hinze.

Mit Czaba Szücs als Spielmacher startete der BHC gegen fast komplette Hüttenberger - dem Team von Trainer Emir Kurtagic fehlte lediglich der montenegrinische EM-Fahrer Vladan Lipovina. Eine schnelle 4:1-Führung der Löwen löste sich allerdings schnell wieder in Luft auf, als die BHC-Fehlerquote vorne kurzfristig hochging und Hüttenberg über seine Routiniers Tomas Sklenak, Tobias Hahn und Sebastian Roth ins Spiel fand. Nach dem 6:4 durch Maximilian Bettin erzielten die Gäste vier Tore in Folge und zwangen Hinze in die erste Auszeit (15.). Mit mehr Stabilität über die eingewechselten Kristian Nippes und Fabian Gutbrod sowie einer Siebenmeter-Parade von Bastian Rutschmann fand der BHC schnell zurück und ging mit 14:14 in die Pause.

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Der Wechsel im BHC-Tor auf Christopher Rudeck hatte allerdings nur zwölf Minuten Bestand. Der 23-Jährige griff sich nach einer Parade an die Leiste und musste sich behandeln lassen. "Ich glaube nicht, dass viel passiert ist", meinte Rudeck nach dem Spiel, eine genauere Untersuchung erfolgt aber erst heute.

Das Ausscheiden Rudecks markierte die endgültige Wende im Spiel, das zu diesem Zeitpunkt noch 19:19 stand. Auch Hüttenberg war anzumerken, dass man nach Linden-Cup und DHB-Pokal nicht auch das dritte Aufeinandertreffen in dieser Saison mit dem BHC verlieren wollte. Aber die Löwen hatten überraschenderweise mehr zuzusetzen - insbesondere in Person von Maximilian Bettin. Ab der 44. Minute erzielte der 23-Jährige noch fünf seiner zehn Tore - nur das letzte mit der Schlusssirene per Siebenmeter.

"Max Bettin strahlt jetzt die Überzeugung aus, die wir von ihm erwarten", erklärte Sebastian Hinze, der auch ein Sonderlob für Jan Artmann parat hatte. "Bis auf einen Fangfehler beim Gegenstoß war das eine sehr starke Leistung." Der BHC-Coach war mit Recht stolz auf die Art und Weise, wie seine Mannschaft "einem eingespielten Team" in der Schlussphase den Schneid abgekauft hatte: "Man hat den Willen gesehen, dieses Spiel unbedingt zu gewinnen. Das haben wir uns im Sommer erarbeitet."

(RP)