Bergischer HC: BHC-Schweden kehren mit Silber zurück

Handball : BHC-Schweden kehren mit Silber zurück

Linus Arnesson und Max Darj trösten sich bei der Handball-EM mit Platz zwei. Jetzt gibt es zunächst einmal eine kurze Pause.

Es war am Sonntag kurz vor 23 Uhr, als Max Darj und Linus Arnesson mit der Silbermedaille um den Hals durch die Mixed Zone der Arena von Zagreb schlenderten. Geduldig stellten sie sich den Fragen der Journalisten, auch wenn die Enttäuschung nach der 23:29 (14:12)-Niederlage gegen Spanien den beiden Schweden durchaus anzumerken war. Sie waren zwar als Außenseiter in die Partie gegangen, aber Chancen wie diese bekommt man eben nicht oft in seiner Karriere. Erst ein einziges Mal in der Geschichte des Bergischen HC, genauer gesagt war es eigentlich die SG Solingen gewesen, konnte ein Akteur mit Edelmetall von einem Großereignis zurückkehren. Die Kenner werden sich erinnern, als der legendäre Kreisläufer Dimitri Torgowanow im Jahr 2000 in Sydney Olympiasieger wurde. Nun folgt ihm also gleich ein Duo - sowohl Darj als auch Arnesson hatten großen Anteil am Erfolg.

"Noch überwiegt die Enttäuschung, aber in ein paar Tagen, wenn etwas Ruhe eingekehrt ist, dann sieht das vielleicht schon anders aus. Hier Silber zu gewinnen ist ein großer Erfolg für unsere junge Mannschaft", sagte Arnesson unmittelbar nach dem Finale. Beide Akteure zogen eine äußerst positive Bilanz der etwas mehr als zwei Wochen in Kroatien. Vor allem für Arnesson waren die letzten Tage eine emotionale Achterbahnfahrt. Zunächst saß er fast nur auf der Bank, dann blühte er plötzlich auf, als niemand damit rechnete. "Ich kenne den Trainer aus meiner Zeit in Schweden sehr gut, deswegen hat er mir das Vertrauen geschenkt und das konnte ich nutzen", kommentierte er seine Vorstellung zwei Tage vor dem Endspiel.

Im Halbfinale war der Spielmacher der Löwen nämlich unverhofft zum Helden geworden. Weil gleich zwei Stammspieler verletzt waren und sich zudem der Flensburger Simon Jeppsson am Spieltag krankheitsbedingt abmeldete, sprang der Mittelmann des BHC in die Bresche, und wie. Er traf insgesamt sechs Mal bei sieben Versuchen. Nachdem sein Team bereits in der regulären Spielzeit einen Vorsprung in der letzten Minute verspielt hatte, nahm er die Sache selbst in die Hand. "Ich bin kurz zu meinem Mitspieler Jim Gottfridsson gegangen und habe ihn gefragt, ob es in Ordnung sei, wenn ich den Wurf nehme. Er hatte nichts dagegen, und dann habe ich halt das Tor gemacht", kommentiert das 25 Jahre alte Sprungwunder die letzten Sekunden der Verlängerung gegen den Erzrivalen aus Dänemark. Da Arnesson den Ball unters Lattenkreuz hämmerte, wird Gottfridsson, immerhin wertvollster Spieler der EM, seine Zustimmung nicht bereut haben.

Es war also ein erfolgreiches, aber auch gleichzeitig versöhnliches Finalwochenende für ihn, nachdem er bis zur Partie gegen die Dänen fast gar nicht zum Einsatz gekommen war. Nur knapp 15 Minuten auf dem Spielfeld standen bis dato auf seinem Konto. Ganz anders erging es Klubkamerad Darj, der in der Defensive der Schweden eine Schlüsselrolle einnahm. Aber das war nach dem Jubel sowieso längst vergessen. "Wir brauchen jetzt zwar ein paar Tage Pause, aber dann geht es wieder richtig zur Sache. Die Rückrunde in der 2. Liga kann kommen", freuen sie sich auf den restlichen Saisonverlauf.

Hinzu kommen da noch Milan Kotrc und Leos Petrovsky, die mit Tschechien den sechsten Platz erreichten und somit das beste Ergebnis in der Historie ihres Landes egalisierten. "Klar sind es viele Spiele, die wir in wenigen Tagen absolvieren müssen. Aber wir hatten auch ausreichend Zeit für die Regeneration", glaubt Kotrc an eine unproblematische Rückkehr in die Vereinsarbeit.

Nur für Arnor Gunnarsson lief es bei der Europameisterschaft mit dem Aus nach der Vorrunde nicht rund. Mit all seiner Erfahrung bei internationalen Turnieren muss sich Trainer Sebastian Hinze um den Isländer allerdings keine Sorgen machen. Der Tabellenführer der 2. Liga geht bestens gerüstet in die nächsten Monate.

(RP)