Bergischer HC: Acht Handballer im Länderspiel-Einsatz

Bergischer HC: Hinze arbeitet mit nur kleiner Löwen-Gruppe

Handball: Gleich acht Spieler des Bergischen HC sind auf Länderspielreise. Der Trainer arbeitet nun individuell und physisch.

Dass nun eine zehntägige Spielpause in der Handball-Bundesliga ansteht, reduziert die körperliche wie mentale Belastung vieler Spieler des Bergischen HC nicht. Im Gegenteil: Nach der sonntäglichen Niederlage in Kassel war für acht Akteure nach der Heimfahrt nur wenig Schlaf angesagt, ehe es auf Länderspielreise ging. Das Gros fehlt von Montag bis Montag, ehe es schon donnerstags (1. November) in Düsseldorf gegen die Rhein-Neckar Löwen geht.

Auch die Daheimgebliebenen haben keineswegs frei. Dafür sorgt Trainer Sebastian Hinze, der vor dem nächsten Spiel im ISS-Dome erst den kommenden Samstag und Sonntag freigeben wird. „Danach haben wir dann zwei Einheiten zusammen“, hadert Hinze vor allem damit, dass etliche Nationalspieler noch am Sonntag im Einsatz sind und damit erst zwei Tage vor dem elften Spiel zurück erwartet werden. Aber: „So geht es ja vielen Teams.“

Die spezifische Vorbereitung auf die Mannheimer findet dann am kommenden Montag und Dienstag statt. Und während die Kollegen im Bergischen Land schuften, spüren die internationalen Kollegen nicht nur die Belastung der vielen Kilometer und Einsätze: Die Vorfreude wird großgeschrieben. Jeffrey Boomhouwer, bei seinem alten Arbeitgeber Melsungen vor allem in der Endphase im Fokus, als er nach einem Disput mit Tobias Reichmann eine Zeitstrafe kassierte: „Ich freue mich darauf, mit den Kumpels zu spielen. Wir wollen uns endlich mal qualifizieren.“ Neben dem Niederländer sind ebenfalls im EM-Qualifikations-Einsatz: Maciej Majdzinski (Polen), Arnor Gunnarsson (Island), Tomas Babak, Leos Petrovsky und Milan Kotrc (Tschechien). Das Schweden-Duo Linus Arnesson und Max Darj bestreitet Testspiele.

  • Bergischer HC : Hinze fordert volle Konzentration

In Kassel, wo Melsungen vor knapp 3800 Zuschauern in toller Atmosphäre sein Heimspiel austrug, hatten einige derer, die nun im Bergischen Land ordentlich werden schuften müssen, Hauptrollen inne. Maximilian Bettin durfte einmal mehr auf Halblinks starten, hatte aber kein Wurfglück. Ebenso der für ihn gekommene, zwölf Minuten spielende Fabian Gutbrod, der aus einer Verletzung zurückgekehrt war. „Im Training sah das alles gut aus“, erkannte auch Trainer Hinze drei schwache Gutbrod-Versuche vor der Pause. „Wir hätten uns natürlich ein erfreuliches Comeback gewünscht, aber die Schüsse waren alle in Ordnung.“

Auf der anderen Rückraumseite war Kristian Nippes einer der Protagonisten. Er spielte von Beginn an und meist gut. Der Kapitän empfahl sich wieder für mehr Minuten. Die hatte er zuletzt nämlich ebenso wenig sammeln können wie Bogdan Criciotoiu. Dessen Leistung war ambivalent zu bewerten: Auf der eine Seite kam er rein, warf direkt, und erzielte mit zwei Toren auch die meisten im BHC-Kader aus der Distanz. Ein schwerer Fehlpass in der Schlussphase unterlief ihm aber auch, als er hätte werfen können.

All das wird in Hinzes Trainingssteuerung der nächsten Tage einfließen: „Für Bogdan und auch die Rückkehrer aus Verletzungen ist es wichtig, jetzt die Sicherheit zu bekommen. Wir werden viel individuell arbeiten.“ In der Halle gilt es, auch in kleiner Besetzung Abläufe und vor allem persönliche Selbstverständlichkeiten wieder zu wecken. Doch das ist nicht alles: Hinze wird seine Jungs auch über den Sportplatz jagen. „Wir werden auch physisch hart arbeiten.“ Womit am Ende alle Spieler gleichermaßen hart beansprucht werden – ob sie in Tel Aviv oder im Bergischen Land ran müssen.

(Boll)
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