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Bergischer HC: Abbruch kann den Handball-Erstligisten bis 400.000 Euro kosten

Saisonende der Handball-Bundesliga : Abbruch kann den Bergischen HC bis 400.000 Euro kosten

Der Bergische HC sieht sich trotz des Saisonabbruchs in der Handball-Bundesliga infolge der Corona-Pandemie gut aufgestellt. Die Hoffnung liegt nun auf dem möglichen Saisonstart Anfang September.

Es sei ein trauriger und stolzer Tag zugleich gewesen, eröffnet Jörg Föste die Pressekonferenz des Bergischen HC mit Blick auf den Abbruch der Saison in der Handball-Bundesliga (HBL). „Traurig, weil dieser Schritt zum ersten Mal in 54 Jahren notwendig war“, erläutert der BHC-Geschäftsführer, „und stolz, weil die Entscheidung mit einer sehr großen Mehrheit der Clubs gefällt wurde.“

Föste untermauert noch einmal, dass der Abbruch aufgrund der Corona-Pandemie alternativlos gewesen sei. „Auch wir haben uns frühzeitig darauf festgelegt.“ Dabei hätten wirtschaftliche Aspekte eine untergeordnete Rolle gespielt. „Es geschah aus gesellschaftlicher Verantwortung. Zum einen haben wir eine Fürsorgepflicht den Spielern gegenüber. Zum anderen ist in der derzeitigen Lage ein Teamtraining überhaupt nicht angedacht. Es wäre auch das falsche Zeichen an die Gesellschaft“, sagt Föste.

Wie viel den BHC der Abbruch kosten wird, kann der 59-Jährige nur schätzen: „Wir rechnen mit Einbußen von 300.000 bis 400.000 Euro.“ Vor allem die vier nun ausfallenden Heimspiele schlagen ins Kontor. Zuschauer-Erlöse fehlen genauso wie Einnahmen aus der Zentralvermarktung (wie Fernsehgelder) sowie Sponsoren-Gelder, die auf einzelne Spieltage bezogen sind. „Die staatlichen Subventionen – wie Kurzarbeiter-Geld – verschaffen etwas Linderung, doch wie hoch diese ausfallen, lässt sich noch nicht sagen.“

Große Freude herrscht beim Geschäftsführer angesichts der Solidarität, die er aus dem Partner-Pool und vonseiten der Fans verspürt: „Kein Partner möchte Geld zurückhaben, und bei den Tagestickets sowie Dauerkarten haben wir bisher nur wenige Rückläufer.“

Sorgen bereitet Föste eine Forderung der Berufsgenossenschaft, die den Beitrag rückwirkend für 2019 erhöht hat. „Das betrifft alle Profivereine und würde uns einen fünfstelligen Betrag kosten. In dieser Größenordnung habe ich das noch nie erlebt.“ Auf politischer Ebene regt sich bereits breiter Widerstand – ansonsten wären die Beträge am 15. Mai fällig.

Grundsätzlich aber sehen sich die Löwen für die Krise gerüstet. „Das liegt vor allem an der positiven wirtschaftlichen Entwicklung der vergangenen Jahre“, sagt der Handball-Funktionär. Gerechnet hatte der Club in dieser Saison mit einem Gesamterlös von knapp vier Millionen Euro – wenn die Saison normal zu Ende gespielt worden wäre. Die Prognose vor der Saison hatte bei 3,6 Millionen Euro gelegen.

So bleibt es offen, ob der BHC auf Hilfen angewiesen sein wird. Um die Liquidität zu erhöhen, haben die Gesellschafter einen Kredit von 500.000 Euro gewährt. Außerdem soll bei der KfW-Bank die gleiche Summe beantragt werden. „Dabei handelt es sich um eine Vorsichtsmaßnahme, die nach aktuellem Stand nicht notwendig ist“, betont Föste, dem es besonders am Herzen liegt, die über die vergangenen Jahre erarbeitete Struktur in die nächste Saison zu übertragen.

„Wir planen fest mit einem Saisonstart Anfang September – natürlich vor Zuschauern“, sagt der 59-Jährige. „Wir orientieren uns am Berliner Modell, nach dem Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Zuschauern bis Ende August und mit mehr als 5000 Fans bis zum 24. Oktober untersagt bleiben.“