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Bergischer HC: "15 Grad, Sonne, Handball-Fieber"

Bergischer HC : "15 Grad, Sonne, Handball-Fieber"

Bei der Handball-Europameisterschaft in Kroatien hält Beirat Jörg Föste für den Zweitligisten Bergischen HC die Augen offen.

Zumindest in der kommenden Rückrunde der Zweitliga-Saison wird Jörg Föste noch mehr als ohnehin schon die sportlichen Geschicke beim Bergischen HC prägen. Mit Viktor Szilagyi hat der eigentliche Sportliche Leiter die Herausforderung in gleicher Position beim THW Kiel angenommen, einen Ersatz wird es vorläufig nicht geben. Im Team um Föste, Trainer Sebastian Hinze und Geschäftsführer Philipp Tychy wird nun die Feinabstimmung für eine Zukunft in der Ersten Bundesliga vorgenommen.

Den aktuellen Kader noch gezielt verstärken und ergänzen — das ist das Ziel von Föste & Co. Deswegen hält sich der 57-jährige Unternehmer derzeit auch in Kroatien bei der Europameisterschaft auf. "15 Grad, Sonnenschein, Handball-Fieber." So umschrieb der Beirat des BHC kurz, aber treffend die Stimmung bei seinem Eintreffen in Split. Dort hat der Solinger Quartier bezogen, kann gleichermaßen die beeindruckende Atmosphäre mit faszinierenden Fangesängen bei Heimspielen der Kroaten genießen wie auch seine Angestellten aus Schweden und Island verfolgen.

Das direkte Aufeinandertreffen war aufschlussreich und überraschend. Island bezwang Schweden in Split mit 26:24, hatte aber frühzeitig die Weichen für ein Erfolgserlebnis gestellt, so mit dem 21:11 nach 40 Minuten. "Island hat aufgrund einer sehr guten ersten Halbzeit und 15 Paraden von Björgvin Gustavsson verdient gewonnen", resümierte der BHC-Chef.

Zwischen 2013 und 2017 hatte der Keeper das Tor der Löwen gehütet, der fünfmalige Torschütze Runar Karason stand von 2011 bis 2012 unter Vertrag. Unterschiedliche Eindrücke gewann Jörg Föste von seinen aktuellen Profis. Während Linus Arnesson bei Schweden nicht über einen Kurzeinsatz hinauskam, überzeugte Max Darj 45 Minuten lang mit einer guten Deckungsleistung.

Aber auch er stand im Schatten von Arnor Gunnarsson — der isländische Rechtsaußen erzielte fünf Tore (davon drei Siebenmeter) bei fünf Versuchen. "Das war top von ihm", lobte Föste. Linkshänder Gunnarsson zog sich allerdings eine Wadenverhärtung zu und hob angesichts des Scheiterns vor zwei Jahren trotz Auftakt-Sieg den warnenden Zeigefinger: "Das soll uns diesmal nicht passieren."

Nicht so glücklich schauten die beiden Tschechen aus dem Bergischen Land nach ihrem ersten Auftritt drein. Ohne ihren verletzten Spielmacher Tomas Babak erhielten Milan Kotrc und Leos Petrovsky — mit einer Zeitstrafe bedacht — beim 15:32 gegen Spanien eine Lehrstunde.

Der Bergische HC spielte sich am Wochenende auch noch in anderen Regionen ab. So in der Heimat, wo das Team ohne die Nationalspieler mit Ball und Gewichten hart an sich arbeitete. Und dann war da noch die Konstanzer Schänzle-Sporthalle, in der sich Deutschlands Junioren beim Vier-Länder-Turnier mit Sieger Frankreich, Spanien und Portugal maßen. Aufmerksamer Beobachter: Sebastian Hinze.

"Man bekommt in dieser Altersklasse einen Überblick zu den vier besten Nationen", erklärte der Coach. Mit Janis Boieck war sein dritter Torhüter im Einsatz, die Leihgabe aus Dormagen bot nicht nur beim gewonnenen Abschluss gegen Spanien eine sehr gute Leistung.

Bereits am heutigen Montag geht es intensiv mit dem Ball zur Sache, Hinze hat viele Dinge auf seiner Agenda stehen: von der Verbesserung des Abwehr-Gegenstoß-Systems über zwei Linkshänder im Rückraum bis hin zur stärkeren Einbindung von Csaba Szücs in den Angriff. Und zwischendurch ist stets EM-Zeit.

(RP)