Lokalsport: Alex Hermann ist in Wetzlar angekommen

Lokalsport : Alex Hermann ist in Wetzlar angekommen

Im Pokal-Achtefinale trifft der BHC am Dienstag auf den letztjährigen Erstliga-Konkurrenten.

Die Favoritensituation im Pokalspiel am Dienstag ist geklärt - zumindest auf dem Papier. Bundesligist HSG Wetzlar ist um 19 Uhr in der Klingenhalle beim eine Klasse tiefer spielenden Bergischen HC zu Gast. Doch HSG-Trainer Kai Wandschneider mahnt: "Ich schätze den BHC stärker als letzte Saison ein. Das zeigt die Mannschaft derzeit. Wir müssen alle Register ziehen."

Dabei kommt der DHB-Pokal den Mittelhessen nicht gerade gelegen. Das Team spielte am Sonntag in der Bundesliga gegen die Rhein-Neckar Löwen (24:31) und wird am Donnerstag bei Frisch Auf Göppingen antreten. "Wir haben einen Tag Zeit, uns auf das Pokalspiel vorzubereiten", hadert Wandschneider. "Aber das geht dem BHC ja nicht anders. Der Terminplan wird immer dichter." Der Coach weiß ohnehin, dass die Partie kein Selbstläufer sein wird und begründet: "Wir haben den drittniedrigsten Etat der Ersten Liga. Fast jedes Jahr gehen unsere besten Spieler weg, die wir dann ersetzen müssen." Insofern war Platz sechs in der vorigen Saison eine beeindruckende Leistung der HSG.

Philipp Weber wurde Torschützenkönig, ging zurück nach Leipzig und wurde durch keinen anderen als Alex Hermann ersetzt. Der ehemalige BHC-Spieler ist der neue Mann im linken Rückraum. "Er ist ein Spieler, den wir schon gar nicht mehr ersetzen können", meint Wandschneider. "Ich bin absolut zufrieden mit ihm." So ist auch Hermann glücklich mit seinem neuen Arbeitgeber. "Ich genieße es, in einer richtigen Arena zu spielen", beschreibt der Österreicher den größten Unterschied zum BHC, dem er sehr dankbar ist. "Trotz des Abstiegs vorige Saison war es eine Super-Zeit, die für meine Entwicklung ganz wichtig war - handballerisch und auch menschlich."

Jetzt freut sich Hermann gleichermaßen, seine Ex-Kollegen und die BHC-Fans wiederzusehen - sowie auf das Duell gegen die Löwen. "Gewinnen wollen wir immer. Aber dadurch, dass es der BHC ist, will ich noch ein Stückchen mehr gewinnen", sagt der 25-Jährige. "Der BHC dürfte mit diesem Kader eigentlich nicht in der Zweiten Liga spielen. Die Mannschaft ist richtig stark und wird im Pokal gegen uns noch ein paar Prozent mehr geben." Unantastbar ist die HSG Wetzlar aus Sicht der Löwen nicht.

In der vorigen Saison hat der BHC drei Punkte gegen die Mittelhessen geholt, und in dieser Spielzeit hat die HSG bereits einige Male leicht gepatzt. Gegen Minden und Hüttenberg gab es zuhause nur Unentschieden. Im Gegensatz dazu steht ein sensationell hoher 30:22-Erfolg über den THW Kiel, den Hermann als einen Höhepunkt seiner Karriere bezeichnet. Keine Frage, der Österreicher ist sportlich in Wetzlar angekommen. Privat lebt er mit Freundin Nadja im 16 Kilometer entfernten Gießen. "Die Stadt bietet etwas mehr", begründet der 25-Jährige.

(RP)
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