Bergischer HC: 38 Tore bedeuten Saisonbestmarke

Bergischer HC : 38 Tore bedeuten Saisonbestmarke

Gegen den ThSV Eisenach feiert der Bergische HC einen ungefährdeten 38:24 (17:13)-Erfolg, bei dem kein Feldspieler ohne Torerfolg bleibt.

Nach ein paar Auftritten ohne die gewohnte Dominanz und Souveränität hatte Coach Sebastian Hinze die Trainingswoche unter das Motto Erarbeitung von Grundtugenden gestellt. Mehr Geduld und Besinnung auf die eigene Qualität sollten seinen Profi-Handballern am Samstag in der Klingenhalle die Rückkehr zu alter Stärke ermöglichen. Tatsächlich hat man selten gesehen, dass ein Konzept konsequenter umgesetzt wurde: Der Spitzenreiter der 2. Handball-Bundesliga ließ vor 1958 Zuschauern eine holprige Anfangsphase cool an sich abperlen, legte sich den ThSV Eisenach nach allen Regeln der Kunst zurecht und erzielte beim 38:24 über den Abstiegskandidaten seine bislang meisten Saisontore.

Auch gegen die Thüringer war wie zuvor schon in Saarlouis oder gegen den ASV Hamm-Westfalen von Löwen-Dominanz in der Anfangsphase nichts zu sehen. Im Gegenteil: Die ersten Akzente im Spiel setzten eindeutig die Gäste mit Routinier und Ex-BHCer Duje Miljak sowie Alexander Saul im Rückraum und Marcel Niemeyer am Kreis. Insbesondere den kraftvoll agierenden Ex-Lemgoer brachte der BHC-Mittelblock mit Csaba Szücs und Leos Petrovsky in der ersten Viertelstunde gar nicht unter Kontrolle. Der ThSV-Kreisläufer erzielte zwei Tore und holte drei Siebenmeter heraus.

Da tat es den Gastgebern dann doch ganz gut, dass Keeper Bastian Rutschmann in der Anfangsphase zwei dieser Strafwürfe entschärfte. Die Eisenacher lagen nämlich schnell mit 3:1 und 5:2 vorne - das hätte sonst auch ein früher Fünf-Tore-Rückstand sein können. So kam der Bergische HC über seine individuelle Qualität im Rückraum schnell wieder heran. Fabian Gutbrod markierte den Ausgleich zum 6:6 und 8:8. Die erste Führung in eigener Halle besorgte Linus Arnesson mit dem 9:8 in der 18. Minute.

Die entscheidende Umstellung brachte Sebastian Hinze allerdings von außen ins Spiel. Gegen die neue 5:1-Deckung des BHC mit Linus Arnesson auf der Spitze fanden die Thüringer kein Rezept. Der Weg zum Kreis war unterbunden, die langen Angriffsbemühungen der Gäste ließen immer öfter die Arme der Schiedsrichter in die Höhe schnellen. Unter diesem zusätzlichen Zeitspiel-Druck erhöhte sich die Fehlerquote der Eisenacher weiter. Tatsächlich hätte bereits die Pausenführung des BHC deutlicher als 17:13 ausfallen können, wenn Milan Kotrc und Max Darj die Gegenstöße konsequenter genutzt hätten.

Besser als Kotrc machte es ab der 25. Minute sein Positionsersatz Jan Artmann. Er traf noch vor dem Wechsel zweimal, ließ sein Konto danach auf ungewohnte sieben Tore anwachsen. Nur Arnor Gunnarsson erzielte - mit zwei Siebenmetern - noch ein Tor mehr. "Das hat es beim BHC aus meiner Erinnerung noch nicht gegeben", gestand der Linksaußen. "Die Abwehr hat es leicht gemacht, ein paar Tempogegenstöße zu laufen. Das ist dann der Job des Außen."

Der Eisenacher Pausentee reichte genau bis zur 35. Minute, als ihr Außen Willy Weihrauch einen Gegenstoß zum 17:20 im BHC-Tor unterbrachte. Die restlichen 25 Minuten hatten mit einem echten Zweitliga-Vergleich nicht mehr viel zu tun - zu groß wurde die Dominanz der Löwen. In der Schlussphase gab Sebastian Hinze auch den bis dahin nicht berücksichtigen Bogdan Criciotoiu und Max Bettin Spielzeit. Beide steuerten noch zwei Treffer bei.

"Das war jedenfalls unser bestes Spiel der letzten Wochen", freute sich Arnor Gunnarsson nicht nur über die wieder normale eigene Torquote. Auch BHC-Coach Sebastian Hinze war sichtlich zufrieden: "Dass wir diesen Sieg Stück für Stück aufgebaut und 60 Minuten durchgezogen haben, hat mir gut gefallen."

(RP)