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Bergischer HC: 13 Stunden-Einsatz am BHC-Spieltag

Bergischer HC : 13 Stunden-Einsatz am BHC-Spieltag

Chef-Organisator Stefan Olmesthal zieht sich nach 19 Jahren im Aufbauteam des Handball-Erstligisten Bergischer HC zurück.

Seit 1999 ist Stefan Olmesthal beim Bergischen HC beziehungsweise dessen Vorgängerverein SG Solingen dabei. Ehrenamtlich baut der Solinger als Chef-Organisator in der Klingen- und Unihalle Werbebanden, Tribünenplätze, Stühle und Tische auf und wieder ab. An Spieltagen bleibt „Eumel“, wie er seit eh und je genannt wird, etwa 13 Stunden in der Halle. „Nicht umsonst ist er Ehrenmitglied des Bergischen HC“, betont Beirat Jörg Föste. „Was er und seine Truppe jedes Spiel geleistet haben, um unsere Sporthallen in die Nähe von kleinen Arenen zu bringen, ist nur mit sehr viel Engagement, körperlicher Arbeit und Herzblut auf die Beine zu stellen.“ Für Olmesthal ist nun aber Schluss – seine Knochen machen nicht mehr mit.

„Wir haben darüber nachgedacht, wie es wäre, wenn ich nur noch die Organisation mache und die Dinge im Auge behalte“, erläutert Olmesthal. „Aber ich würde sofort selber anpacken. Das funktioniert nicht.“ Deswegen zieht der 52-Jährige einen Schlussstrich. „Die körperliche Belastung ist zu groß.“ Und einfacher wird es aufgrund der Anwurfzeiten in der Bundesliga auch nicht. Die meisten Heimspiele finden voraussichtlich donnerstags um 19 Uhr oder sonntags um 12.30 Uhr statt. „Gerade der Sonntag-Termin funktioniert nur, wenn wir die Aufgaben auf mehrere Schultern verteilen“, sagt Olmesthal.

 Fast 20 Jahre im BHC-Aufbauteam: Stefan Olmesthal.
Fast 20 Jahre im BHC-Aufbauteam: Stefan Olmesthal. Foto: Olmesthal

Einen Nachfolger als Chef-Organisator wird es daher nicht geben. „Das Aufbauteam wird sich in Zukunft wohl ausschließlich um die Dinge am Spielfeld – also Banden, Stühle und Tische – kümmern. Dann ist es auch an einem Sonntagmorgen zu schaffen“, sagt das Ehrenmitglied. An den ersten beiden Spieltagen wird Olmesthal noch dabei sein. „Falls die Jungs Fragen haben.“ Danach wird der Disponent nur noch als Zuschauer dabei sein. Eine Zeit, auf die er sich sehr freut. „Vor allem muss ich nicht unbedingt da sein, sondern darf auch mal fehlen, wenn eine andere Veranstaltung dazwischen kommt.“ Zum Beispiel, wenn eine Iron Maiden-Coverband in der Stadt ist. „Da wollte ich schon mehrmals hin – aber wir hatten immer genau dann ein Heimspiel.“

Dass der Bergische HC von seinen Ehrenamtlern profitiert, womöglich sogar auf sie angewiesen ist, steht außer Frage. „Andere Vereine haben auch Ehrenamtliche“, erklärt Föste. „Allerdings sind die Aufbautätigkeiten von besonderer Schwere. Wir versuchen zu entlasten, wo immer es geht.“

Für andere Erstligisten sei es einfacher, die Spielstätten für den Ligabetrieb auszurüsten. „Uns fehlt es am Notwendigsten. Wir haben nicht einmal Stauraum in unseren beiden Hallen und müssen daher einen Spediteur einsetzen, der lagert, zwischenlagert und transportiert. Der logistische Aufwand ist in dieser Liga unvergleichlich“, stellt der Beirat klar und betont indirekt die Wichtigkeit einer neuen bergischen Arena: „Die derzeitige Konstellation ist für Erstliga-Verhältnisse endlich.“

In naher Zukunft wird sich an den Voraussetzungen jedoch nichts ändern. Die Heimspiele in der kommenden Bundesliga-Saison werden jeweils zur Hälfte auf die Klingehalle und die Wuppertaler Unihalle verteilt. „Zu Beginn werden wir in Solingen spielen, weil die Unihalle erst Anfang Oktober wieder zur Verfügung steht“, sagt Föste. Eine exakte Zuordnung erfolgt, wenn der finale Spielplan voraussichtlich in der nächsten Woche feststeht.