Handball : Bergische Torflut

Zwei Mal innerhalb von 24 Stunden knackte Handball-Zweitligist Bergischer HC gegen einen Bayernligisten die 40 Tore-Marke – beim Testspiel gegen den TSV Rödelsee sowie im DHB-Pokal gegen HaSpo Bayreuth.

Es war nur eine kleine taktische Veränderung – mit torreichen Folgen. Knapp eine Viertelstunde war im ersten Pflichtspiel der neuen Saison gespielt, als Trainer Raimo Wilde seiner Mannschaft signalisierte: Die Deckung soll defensiver agieren. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte HaSpo Bayreuth gegen den Bergischen HC noch erstaunlich gut mitgehalten und einige Male Lücken in der offensiv ausgerichteten 3:2:1-Deckung des Handball-Zweitligisten gefunden. Bis zum 5:3 durfte der fränkische Oberligist auf eine Sensation hoffen.

„In der Anfangsphase waren die Bayreuther noch heiß“, sagte Raimo Wilde, der sich in den ausgeglichenen ersten Minuten keine Sorgen um einen deutlichen BHC-Erfolg gemacht hat. Mit der Umstellung in der Abwehr und der daraus resultierenden bergischen Torflut hatte die kämpferische Einstellung der Bayreuther einen Knacks bekommen. Mathias Fuchs arbeitete nun alleine auf der Spitze und störte den gegnerischen Spielaufbau, seine fünf Feldspieler-Kollegen dahinter agierten zurückgezogen.

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„Das hat glänzend funktioniert“, freute sich Wilde, weil die Franken damit überhaupt nicht zurecht gekommen sind. Schnell fiel der 6:6-Ausgleich und die zweite BHC-Führung des Spiels, die die Gäste kontinuierlich ausbauten. Bis zum Seitenwechsel musste Keeper Mario Huhnstock lediglich noch vier Bälle aus dem Netz holen. Die Löwen hingegen trafen in dieser Phase zwölf Mal und schraubten das Ergebnis auf 19:10 hoch.

Der Rest war damit nur noch Formsache, auch weil später die 6:0-Deckungsvariante funktionierte. Treffer um Treffer vergrößerte der Favorit seinen Vorsprung, um die magische 40 Tore-Marke zum zweiten Mal innerhalb von 24 Stunden zu knacken. Am Freitagabend hatte sich der Bergische HC bei einem Freundschaftsspiel in Kitzingen gegen den ambitionierten Oberligisten TSV Rödelsee eingeworfen und ebenso souverän gewonnen (45:20).

Physisch in guter Verfassung

So souverän wie mit dem 41:22-Erfolg in Bayreuth hat der Zweitligist in den vergangenen Jahren noch nie die zweite Runde des DHB-Pokals erreicht. „Die Jungs sind physisch verdammt gut drauf“, bilanziert Raimo Wilde. Die Überlegenheit seiner Truppe nahm der Trainer aber nicht zum Anlass zu experimentieren. „Es wird nichts mehr probiert. Wir müssen jetzt in allem, was wir auf dem Spielfeld tun, an Sicherheit gewinnen.“

Finanziell war der Pokal-Auftritt in Franken im Übrigen kein gutes Geschäft. Die Kulisse war mit 78 Zuschauern nur spärlich. „Das war ja für uns fast schon ein Heimspiel, weil uns so viele Anhänger begleitet haben“, sagte Raimo Wilde. Am kommenden Freitag wird sich der Bergische HC auf eine andere Atmosphäre einstellen müssen, wenn er in Offenburg zum Zweitliga-Auftakt bei der HR Ortenau antreten muss.

(RP)