Eishockey: Bergisch Land feuert Trainer Alexandrov

Eishockey : Bergisch Land feuert Trainer Alexandrov

Der Eishockey-Regionalligist sieht beim Coach einen "arbeitsrechtlichen Verstoß". Serfling-Rautenberg übernimmt.

Nur den Auftakt in diese Saison der Eishockey-Regionalliga hat Igor Alexandrov als Trainer des EC Bergisch Land an der Bande erlebt - die 3:6-Niederlage beim TuS Wiehl war zugleich das letzte Spiel, das er betreuen durfte. Gestern schickte der ECBL eine knappe Mitteilung, in der er darüber informierte, dass er sich "mit sofortiger Wirkung" von ihm getrennt habe. Gründe konnte der Verein nicht nennen, da es sich um "ein schwebendes Verfahren" handelt. Der Klub wird anwaltschaftlich beraten und wirft Alexandrov einen "arbeitsrechtlichen Verstoß" vor. Details dazu will er erst nach dem dem Ende des gerichtlichen Verfahrens bekannt geben. Alexandrov hatte nach dem Saisonauftakt die beiden nächsten Partien verpasst, da er aus familiären Gründen in seine russische Heimat gereist war. Und an diesem Wochenende stand er schon nicht mehr in der Verantwortung. Olaf Serfling-Rautenberg aus dem Nachwuchsbereich sprang als Interimscoach ein.

Immerhin gab es auch gute Nachrichten: Die Verletzenmisere haben die Eishockeyspieler überstanden. Tim Neuber konnte am Wochenende genauso wieder spielen wie Nico Rosewe, der mit einem Nasenbeinbruch hatte aussetzen müssen. Was die personelle Verbesserung für Vorteile bringt, bewies die Truppe im Rückspiel gegen die Roten Teufel Bad Nauheim. Nachdem die Solinger das Hinspiel mit 0:8 verloren hatten, gab es nun einen klaren 11:7 (4:4, 3:1, 4:2)-Sieg.

Es war nicht das Spiel der Defensive. "Das liegt daran, dass wir kaum eingespielte Verteidiger auf dem Eis hatten", erklärte Mannschaftskapitän Neuber. Oft hatten die Bad Nauheimer vor dem Solinger Tor leichtes Spiel, weil Schlussmann Tizian Winkelsträter sträflich alleingelassen wurde. Im Angriff hingegen präsentierten sich die Gastgeber viel besser. Die erste und zweite Reihe sorgte stets für Gefahr vor dem Nauheimer Tor. Marvin Wintgen (4) und Felix Wolter (3) erzielten sieben der ersten acht Treffer für den ECBL. Nur Sascha Fuchs drängte sich beim zwischenzeitlichen 4:4-Ausgleich dazwischen.

Spannend wurde es im letzten Durchgang. Nach zwei schnellen Gäste-Treffern zum 7:8 nahm Interimscoach Serfling-Rautenberg eine Auszeit. Die rüttelte die Mannschaft wach. Rosewe spielte den entscheidenden Pass auf den lauernden Neuber, der sich im darauffolgenden Alleingang durchsetzte. Wintgen und Thomas Niemz stellten den 11:7-Endstand her. "Gerade kämpferisch war das eine tolle Leistung", fand Neuber, der auch eine Erklärung für die zwei gegensätzlichen Welten des Hin- und Rückspiels hatte. "Wir waren stärker, Nauheim schwächer besetzt. Die Gäste mussten einige Spieler für ihr DEL-2-Team abstellen."

Zu einem auf ganzer Linie erfolgreichen Wochenende reichte es für die Bergischen nicht. Im Heimspiel gegen den EC Lauterbach waren die Hausherren stets einen Schritt zu spät und verloren so mit 6:9 (3:4, 1:3, 2:2). "Die Energie haben wir gegen Bad Nauheim verpulvert", haderte Neuber. "Wir haben zwar nie aufgegeben und sind immer wieder herangekommen, aber den Ausgleich haben wir nach dem erstem Drittel nicht mehr geschafft." Offensiv stellte erneut Wintgen das Maß aller Dinge bei den Solingern dar. Der Torjäger markierte seine Treffer sechs bis acht des Wochenendes. Außerdem waren Neuber (2) und Rosewe erfolgreich.

In der Abwehr lief es zwar etwas besser, neun Tore sprechen allerdings immer noch eine deutliche Sprache. "Die Lage wird sich hoffentlich bald bessern", sagt der Kapitän. So kehrt Fabian Krüger nach langer Knieverletzung wieder zurück ins Team. Außerdem hat Routinier Frederik Dültgen angekündigt, noch mal die Schlittschuhe schnüren zu wollen.

(trd)