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Wasserball: Bald lebt nur die Hoffnung

Wasserball : Bald lebt nur die Hoffnung

Nach der 6:10-Niederlage gegen die mit Erstliga-Akteuren verstärkte Reserve von Bayer Uerdingen liegen die Wasserballer des SC Solingen mit dem Zweitliga-Schlusslicht nur noch nach Pluspunkten gleichauf.

Die Partie war beinahe schon vor Spielbeginn entschieden. So recht glaubte wohl niemand bei den Zweitliga-Wasserballern des SC Solingen daran, mit ihrem Rumpfkader eine Chance gegen die Reserve von Bayer Uerdingen zu haben. Die kamen mit einigen Reservisten aus dem Bundesliga-Team und insgesamt personell viel breiter aufgestellt ins Klingenbad, um den letzten Tabellenplatz der Abstiegsrunde an den SC Solingen zu übergeben. Das sollte nicht ganz gelingen, doch nach dem 10:6 (6:1)-Erfolg sind die Krefelder inzwischen nach Pluspunkten gleichauf.

Die Begegnung begann beinahe schlimmer als befürchtet für den SCS. Bence Beleon verkürzte zum zwischenzeitlichen 1:2, ansonsten spielten die Gäste die Mannschaft von Trainer Martin Fuhrmann-Mülfarth an die Wand. Beim 1:6 zur Halbzeit regierte bei den Solingern bereits der Galgenhumor. Interessanterweise kam die Mannschaft in der Folge viel besser ins Spiel. Obwohl sie es doch eigentlich sein sollte, die aufgrund der schlechteren quantitativen Bedingungen und des viel höheren Durchschnittsalters im konditionellen Nachteil ist. Je länger die Partie andauerte, desto mehr kam die fast in gleicher Besetzung durchspielende Rumpftruppe heran. René Witt, Boris Hennig, Marc Willems und zwei Mal Daniel Junker gestalteten das Endergebnis mit 6:10 angenehmer als zwischendurch erwartet. Großen Anteil daran hatte auch Pavel Levchin, der zwischen den Pfosten oft überragend reagierte.

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Wäre Dirk Schlupp nicht gesperrt gewesen und hätten einige nicht urlaubsbedingt gefehlt, wäre die Partie wohl ganz eng geworden. So verpasste die Mannschaft ihren ersten Sieg in der Abstiegsrunde und steht nun kurz davor, auf den letzten Platz abzurutschen. Der bedeutet eigentlich den Abstieg. "Wahrscheinlich wird es nicht dazu kommen", beruhigt Martin Fuhrmann-Mülfarth. Weil die West-Gruppe der Zweiten Liga auf zehn Mannschaften aufgestockt wird und aus der Ersten Liga keine große Abstiegswelle zu erwarten ist, dürfen die Solinger wahrscheinlich drin bleiben. Trotzdem ist der vermeintliche sportliche Abstieg eine bittere Schlappe für den SCS.

"Wir haben unsere Ziele nicht erreicht", gesteht der Trainer. Eigentlich hatte sich die Mannschaft für Aufstiegsrunde qualifizieren wollen. "Der Frust ist schon groß. Aber ich weiß zumindest, woran es liegt." Fast während der gesamten Saison musste die Truppe auf den gesperrten Vilmos Eles verzichten. Der Ungar ist am Saisonende gar nicht mehr aus seiner Heimat zurückgekehrt. Darüber hinaus nagen das Alter und die Tatsache an der Mannschaft, dass alle ihre Urlaube geplant haben. "So flexibel, wie die Teams mit vielen jungen Spielern, sind wir leider nicht." Fuhrmann-Mülfarth weiß, was zu tun ist: "Wir brauchen dringend ein paar Neuzugänge". Der Coach ist optimistisch, diese in der Sommerpause zu bekommen.

(trd)