Leichtathletik: Aus Liebe zum Lauf

Leichtathletik : Aus Liebe zum Lauf

Routiniers gingen ebenso wie Neulinge an den Start beim 33. Müngstener Brückenlauf. Etwa 25 Mal war Jochen Grob bereits dabei – für ihn ist die Teilnahme ein Muss. Den Reiz macht die Streckenführung aus, sagt Grob.

Heil unten ankommen und dann auf der ebenen Fläche angreifen. So lautete die Taktik von Jochen Grob – die erfolgreich von ihm umgesetzt wurde. Denn der souveräne Sieger – mit drei Minuten Vorsprung – in der Altersklasse M 50 hieß beim 33. Müngstener Brückenlauf Jochen Grob. Dabei erreichte der 53-Jährige mit einer Zeit von 38:36 Minuten als drittschnellster Läufer der insgesamt 70 Teilnehmer der 10 000 Meter-Distanz das Ziel.

Eigentlich hatte der Brückenlauf gar nicht in den Trainingsplan von Jochen Grob gepasst. Schließlich war der Läufer des TSV Aufderhöhe noch am vergangenen Wochenende Westdeutscher Vize-Meister im Halbmarathon geworden. Trotzdem startete der 53-Jährige – aus einem einfachen Grund. „Die Teilnahme ist ein Muss, denn der Lauf wird mit viel Liebe organisiert.“ So wird beispielsweise die komplette zehn Kilometer lange Strecke an den Tagen zuvor von Hand präpariert. „Steine und Laub werden beseitigt, indem der komplette Weg gefegt wird, “, sagt Grob.

Streckenposten feuern an

Zusammen mit seinem Vereinskollegen Bernd Schabert nimmt der Läufer seit 1978 regelmäßig an der Veranstaltung des Solinger Leichtathletik-Clubs (SLC) teil. „Es gehört einfach dazu, und wir kennen wirklich jede Ecke.“ Dazu gehören auch die Streckenposten, die anfeuern und gegebenenfalls auch über Abstände informieren. „Gerade die Streckenführung macht den Reiz aus“, sagt Grob, der meist Straßenläufe bestreitet. Gefährlich sei es bis zum Schaberger Bahnhof, da es bis dahin ausschließlich bergab gehen würde. Dann kommt eine Flachpassage, ehe ab der Müngstener Brücke stetig bergauf gelaufen werden muss. „Das ist schon schwer zu laufen, und unerfahrene Läufer unterschätzen die Strecke“, sagt Grob, der mit etwa 25 Teilnahmen zu den Erfahrensten gehört.

Im Gegensatz zu Frank Blumenfeld. „Ich bin sehr gespannt auf die Strecke“, hatte der Läufer des LTD Köln-Dellbrück vor dem Start gesagt. Zum ersten Mal hat der 39-Jährige am Brückenlauf teilgenommen und mit einer Zeit von 46:32 Minuten Platz zwölf in der Altersklasse M 35 belegt. Dabei bestritt der Kölner am Samstag seinen 109. Wettkampf in diesem Jahr. Der 110. folgte gestern beim Martinslauf in Düsseldorf. Insgesamt hat Frank Blumenfeld bereits bei 250 verschiedenen Laufveranstaltungen teilgenommen – der Müngstener Brückenlauf fehlte bislang in der Sammlung.

Gesamtsieger Günter Trust

Gesamtsieger des Hauptlaufes über zehn Kilometer wurde Günter Trust. Mit 35:17 Minuten siegte der Deutsche Berglaufmeister nicht nur in seiner Altersklasse (M 40), sondern war auch schneller als die jüngere Konkurrenz. Der Sieg hatte sich bereits in der Stadionrunde abgezeichnet. Nach 500 Metern hatte der Läufer des TSV Aufderhöhe bereits knapp 50 Meter Vorsprung.

Insgesamt nahmen am 33. Brückenlauf 140 Läufer teil. Die Distanzen reichten von 1000 (für die Jüngsten) über 5750 (Jedermann-Lauf) bis 10 000 Meter. „Die Teilnehmerzahl hätte sicher besser sein können“, bilanziert Klaus-Peter Ludwig, Leichtathletik-Abteilungsleiter des SLC, die Traditionsveranstaltung. „Aber das ist sicher auf das Wetter zurück zu führen.“

(RP)