Baseball: Aus dem Schatten von Wulf

Baseball : Aus dem Schatten von Wulf

Die Solingen Alligators mussten vor dem dritten Viertelfinalspiel gegen die Mainz Athletics eine bittere Pille schlucken. Mit Dominik Wulf verletzte sich einer der wichtigsten Leistungsträger. Mit einem Kreuzbandriss wird er ein halbes Jahr ausfallen.

2:0 führen die Alligators in der Best-of-Five-Serie im Playoff-Viertelfinale gegen die Mainz Athletics. Die Solinger Baseballer müssen also nur noch eine Partie gewinnen, um ins Halbfinale einzuziehen. Doch die Aufgabe wird schwerer als erwartet. Kurz vor Ende der zweiten Partie in Mainz musste Dominik Wulf mit einer Knieverletzung ausgewechselt werden. Inzwischen steht fest, dass sich der Nationalspieler einen Kreuzbandriss zugezogen hat und deshalb in dieser Saison nicht mehr ins Geschehen eingreifen kann.

"Die Verletzung trifft uns natürlich schwer", erklärt Alligators-Trainer Norman Eberhardt. "Aber sie ist noch härter für Dominik selbst. Ich weiß, wie sehr er unseren Sport liebt, um einschätzen zu können, wie er sich jetzt fühlt." Aufgrund seiner begrenzten Zeit als Arzt steht die Rücktrittsfrage bei Dominik Wulf immer wieder im Raum. Ein verletzungsbedingter Abgang wäre freilich besonders bitter. Doch damit kann sich Norman Eberhardt jetzt noch nicht beschäftigen. Fest steht, dass der Coach vorerst ohne den Veteranen planen muss.

Umstellung erforderlich

"Ich bin trotzdem davon überzeugt, dass wir besser als Mainz sind", stellt Eberhardt klar. "Aber Dominiks Ausfall reißt eine Lücke in unsere Aufstellung." Die naheliegendste Lösung wäre der Einsatz von Lars Szameitpreuss an der zweiten Base. Beim 7:0-Erfolg gegen eine amerikanische Auswahlmannschaft testete der Trainer diese Variante unter der Woche – und war nicht vollständig zufrieden. Vor allem, wenn es darum ging, ein Double-Play (zwei Läufer werden im gleichen Spielzug ausgemacht) einzuleiten, zeigte Szameitpreuss Schwächen. "Eventuell werde ich Lars einfach auf Short Stop stellen, um Travis Bass auf der zweiten Base einzusetzen." Damit würde Eberhardt zwar die Short Stop-Position marginal schwächen, doch Szameitpreuss fühlt sich bei den Routine-Spielzügen wohl und die Einleitung des Double-Plays fällt auf dieser Position etwas leichter. "Ich werde das wahrscheinlich erst am Samstag entscheiden." Fürchten müssen sich die Solinger vor den Mainz Athletics aber nicht. Bereits am vergangenen Wochenende hat die Mannschaft durch die Bank stark agiert. Mit Wulfs Ausfall lastet der Druck freilich stärker auf den Schultern jedes Einzelnen. Wie der Baseball-Veteran vor einer Woche noch selbst gesagt hat, liegt es an den Jüngeren, Verantwortung zu übernehmen und über die Rolle eines Jokers hinauszuwachen. Sie sind nun stärker gefordert, aus dem Schatten von Leistungsträgern wie Dominik Wulf herauszutreten.

Das Ziel ist klar. Norman Eberhardt will gleich die erste Partie gewinnen. Mit André Hughes auf dem Wurfhügel sind die Alligators favorisiert. "Aber wir dürfen es nicht zu locker angehen. Es war zu spüren, dass die Mainzer nach unserem Doppelsieg am Boden zerstört waren. Wir müssen dafür sorgen, dass es so bleibt." Sollten die Gäste das dritte Spiel der Serie gewinnen, würde das vierte direkt im Anschluss mit Shelby Robertson auf dem Mound folgen. Eine entscheidende fünfte Partie würde am Sonntag ausgetragen. Diese würde wohl mit Robin Drache als Werfer starten. Im Halbfinale warten übrigens voraussichtlich die Regensburg Legionäre. Der amtierende Deutsche Meister führt 2:0 gegen die HSV Hamburg Stealers.

(trd)
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