Handball : Auf gutem Weg

Beim 33:31-Erfolg gegen den TV Bittenfeld entdeckte der Bergische HC seine Emotionen wieder. Die Initialzündung gaben Chrischa Hannawald sowie Gäste-Trainer Günter Schweikardt mit seiner Maßnahme, einen zusätzlichen Feldspieler einzuwechseln.

Eine Danksagung an Günter Schweikardt zu verschicken, wäre durchaus angemessen. Ausgerechnet der Trainer eines Liga-Konkurrenten hat dem Bergischen HC die Emotionen und die Sicherheit zurückgegeben, die dem Handball-Zweitligisten in den vergangenen Wochen gefehlt hatten.

Der Auftritt des Tabellenzweiten vor 1500 Zuschauern war 37 Minuten lang wenig ansehnlich gewesen. Hart gesottene Anhänger sprachen sogar davon, dass die Leistung gegen den TV Bittenfeld noch einen Tick ernüchternder gewesen sei als bei der Auswärtspartie zuletzt beim TuSpo Obernburg. Der einzige Unterschied: Die Löwen lagen beim Gang in die Kabine nicht deutlich in Rückstand. 16:16 lautete der Spielstand, obwohl den Gastgebern einige Ballverluste nach Fehlpässen, Stürmerfouls oder Schrittfehlern unterlaufen waren. Jiri Vitek sei Dank, der mit sieben Feldtreffern dafür sorgte, dass die Schwaben nicht enteilt waren.

Sicherheit für die zweiten 30 Minuten gaben auch nicht die drei Tore in Serie von Jens Reinarz, Jiri Vitek und Joey Duin zum zwischenzeitlichen 15:15 (29.). Das bergische Spiel blieb nach dem Seitenwechsel holprig. Tor um Tor setzten sich die Bittenfelder auf 21:17 ab. Da konnte Keeper Chrischa Hannawald noch so viele freie Würfe von Evgeni Prasolov oder Marco Hauk parieren.

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Erste Anzeichen von Emotionen

Erste Anzeichen von Emotionen gab es, als Jens Reinarz und Kristian Nippes in Überzahl auf 19:21 verkürzten. Schön heraus gespielt waren die erkämpften BHC-Treffer, die danach folgten nicht, sie waren aber der verdiente Lohn für den beherzten Einsatz. Als Jens Reinarz aus dem linken Rückraum per Aufsetzer das 22:24 (41.) erzielte, waren die Bergischen bereits auf gutem Weg, um ihr eigentlich typisches Gesicht zu zeigen.

Zwei Minuten später war es so weit. Mit seinem unkoordinierten Versuch, einen zusätzlichen Feldspieler einzuwechseln, weckte Günter Schweikardt unfreiwillig die Löwen und auch deren Anhänger auf. Als Chrischa Hannawald den Ball ins leere Bittenfelder Gehäuse zum "Tor des Tages" (23:24) versenkt hatte, kochte die Stimmung auf den Rängen, die sich sogleich auf die Mannschaft übertrug. Mathias Fuchs verwertete einen Siebenmeter (24:24), und Sebastian Aschenbroich setzte mit seinem erfolgreich abgeschlossenen Tempogegenstoß (25:24) noch einen drauf.

Die Körpersprache verriet: Der Tabellenzweite hatte das Heft dank Schweikardts Initialzündung in der Hand, auch wenn die Begegnung bis zur letzten Minute spannend blieb. Nach dem zwischenzeitlichen 31:28 (56.) und zwei Bittenfelder Toren bewahrte Chrischa Hannawald sein Team mit der Parade gegen Evgeni Prasolov vor dem drohenden 31:31-Ausgleich. Unter Druck des Zeitspiels erhöhte Kenneth Klev stattdessen im Gegenzug per Gewaltwurf auf 32:30. Schließlich war es Christian Hoße, der 15 Sekunden vor Schluss in Unterzahl das erlösende 33:31 erzielte.

(RP)
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