Golf: Auf den traditionsreichen Spuren der Golfprofis

Golf : Auf den traditionsreichen Spuren der Golfprofis

Sabrina Steiner war sechs Tage zu Gast bei der sogenannten Heimat des Golfs im schottischen St. Andrews.

Es ist sogar für Profigolfer ein Höhepunkt, wenn sie auf dem "Old Course" in St. Andrews eine Runde drehen dürfen. Sabrina Steiner wurde diese Ehre zuteil. Die Solinger Nachwuchsspielerin wurde für ein sechstägiges Trainingscamp ausgewählt und in Schottland von den PGA-Tour-Spielern Beatriz Recari und Paul McGinley trainiert.

"Jeder konnte sich für das Training bewerben", sagt Sabrina Steiner. "Ich war natürlich begeistert, das ich ausgewählt wurde." Ihr Handicap könnte bei der Nominierung eine Rolle gespielt haben. Auf 6,2 hat sich die 17-Jährige inzwischen heruntergespielt. Was bedeutet, dass sie auf 18 Löcher im Schnitt nur 6,2 Schläge mehr benötigt als ein professioneller Golfer. Das ist ein enorm starker Wert - erst recht für eine Nachwuchsspielerin. Trotzdem konnten ihr die beiden Profis der PGA-Tour natürlich noch viel beibringen. "Die Plätze sind in Schottland viel härter. Da musste ich teilweise ganz andere Schläge machen, als ich es gewohnt bin."

Fünf Runden á 18 Loch hat die Solingerin in St. Andrews gedreht. Sogar auf den "Old Course" durfte sie für einige Schläge. Dieser gehört zu den im Golf traditionsreichsten Plätzen überhaupt. Alle fünf Jahre finden dort die Open Championships statt, eines der vier so genannte Majors. Zwei Mal hat Tiger Woods dort schon gewonnen. "Für uns gab es eine Ausnahmegenehmigung", freut sich Steiner. "Sonst hätten wir dort gar nicht spielen dürfen."

Damit meint Sabrina Steiner auch ihren Vater Axel. Der durfte als Begleitung mit nach Schottland und hat das gesamte Programm gemeinsam mit seiner Tochter durchgezogen. "Es hat ihm ganz sicher auch Spaß gemacht." Für die Solingerin waren natürlich die beiden Trainingstage mit Beatriz Recari und Paul McGinley der Höhepunkt. "Beide haben sich jeweils einen ganzen Tag für die Teilnehmer zeitgenommen", sagt Steiner. "Es hat mich beeindruckt, wie entspannt die Beiden geblieben sind und geduldig alle Fragen beantwortet haben, die wir ihnen gestellt haben." Die Golferin hat einen Eindruck bekommen, wie stressig das Profileben ist. "Mit der ganzen Presse, die auch noch anwesend war, fand ich es schon bemerkenswert, dass sie sich überhaupt nicht aus der Ruhe haben bringen lassen."

Ganz so weit ist Sabrina Steiner natürlich noch nicht. Und ob die Solingerin irgendwann Profi wird, ist völlig offen. "Es gibt so viele gute Spieler da draußen, die alle denken, sie könnten international erfolgreich sein", erklärt die Schülerin des Humboldt-Gymnasiums. "Aber es ist unglaublich schwer, es dann wirklich zu schaffen." Sie möchte sich zunächst auf eine normale berufliche Ausbildung und ihr Abitur konzentrieren. "Es ist mir auch wichtig, dass der Spaß im Vordergrund bleibt." Momentan trainiert Steiner zwei Mal in der Woche und spielt Turniere am Wochenende. Für den Golfclub Velbert tritt sie außerdem im Damen- und Jugendteam an. Nebenbei steht auch noch Boxen und Fitnesstraining auf dem Programm.

International war die Solingerin im Übrigen bereits vor zwei Jahren aktiv. Sie trat bei der Golf-Weltmeisterschaft für Teenager in Pinehurst (North Carolina) an. Der Platz hat ebenfalls große Tradition. Vor ein paar Wochen hat Martin Kaymer dort als erster Deutscher überhaupt die US Open gewonnen. "Genau auf dem Platz, der übrigens enorm schwer zu spielen ist, durfte ich damals auch eine Runde gehen. Es ist schon cool, Martin Kaymer dort gewinnen zu sehen."

(trd)