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Lokalsport: Auch Schleiden kann nicht alles retten

Lokalsport : Auch Schleiden kann nicht alles retten

Die SG Vatanspor spielt im Bezirksliga-Stadtderby beim SV Ditib 79 Minuten in Überzahl - und siegt am Weyersberg 2:1.

SV DITIB - SG Vatanspor 1:2 (1:1). Nicht aufzuklären ist, wie das Derby zwischen DITIB und Vatanspor in Gleichzahl ausgegangen wäre. Klar sind nur die Fakten: Nach elf Minuten flog DITIB-Verteidiger Enes Erdurak nach einer Notbremse mit Rot vom Platz und Vatanspor siegte im Kellerduell 2:1. Klar ist aber auch, dass die Phase bis zum Platzverweis DITIB gehörte - ebenso wie der Beginn der zweiten Halbzeit. Doch DITIB legte zwar los wie die Feuerwehr, nutzte seine Chancen aber nicht. Dann kam der Platzverweis und das Pendel schlug um. Geprägt war das Derby - in Anbetracht der Tabellen-Konstellation auf ansprechendem Niveau - vor allem von den Keepern.

Noch öfter als der gute Vatanspor-Schlussmann Justin Illmann durfte sich Ditibs Maikel Schleiden auszeichnen. Er sorgte in wackeligen Phasen dafür, dass Ditib bis zum Schluss im Spiel blieb. Seine Klasse brachte Schleiden erstmals in besagter elfter Minute ein, als er den Strafstoß von Burak Akgün abwehrte. Die Doppelbestrafung aus Platzverweis und Elfmeter sorgte nachher für große Diskussionen. Auch wenn Vatanspor einige Angriffe später durch Emre Celik doch noch in Führung ging, ermöglichte erst Schleiden, dass Ditib mit dem Pausenpfiff ausglich. Mehrfach rettete er gegen die Vatanspor-Offensivkräfte Goran Stojanovic und Gürhan Ince. Einen schmeichelhaften Elfmeter verwandelte der gefoulte Yasin Özgede selbst.

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Trotz der Unterzahl kam DITIB besser aus der Kabine. Doch die Chancen gehörten weiter Vatanspor. Schleiden parierte noch mehrfach grandios - eigentlich auch in der 67. Minute gegen Stojanovic. Doch den Abpraller konnte Ince zum zweiten Vatanspor-Treffer nutzen. Es war der Endstand: Vatanspor vertändelte noch einige Kontersituationen, während DITIB die letzte Großchance des Spiels liegen ließ.

Trainer Frank Sippli war nach Abpfiff aufgrund des Resultats enttäuscht, hatte aber sicherlich auch gesehen, dass seine Elf ein ganz anderes Gesicht zeigen konnte als in den Wochen zuvor. Erstmals hatte Sippli wieder einen guten Kader beisammen. "Aber heute nützt uns das nichts", haderte er: "Die Doppelbestrafung war für mich nicht nachvollziehbar. Wenn man ab der elften Minute in Unterzahl ist, wird es natürlich umso schwerer."

Thema rund um das Derby war natürlich die Fusion, die beide Teams anstreben. Nachdem Vatanspors Mitglieder ihrem Vorstand am vergangenen Wochenende grünes Lich für weitere Gespräche gegeben hatten, kamen die Verantwortlichen rund ums und nach dem Spiel erstmals wieder zusammen. Deutlich wird aber immer mehr, dass vor einem Zusammenschluss noch etliche Hürden zu nehmen sind. Am Namen - komplett neu oder eine Kombination aus den aktuellen - wird ebenso noch getüftelt wie an der Identität. Es soll eben kein türkischer Großverein, sondern einer für alle Nationalitäten sein, so wie es aktuell bei beiden der Fall ist.

(RP)