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Handball: Aschenbroichs Eigentor

Handball : Aschenbroichs Eigentor

Mit 29:35 verlor Handball-Zweitligist Bergischer HC gestern Abend bei der TSG Münster. Den Sieben-Tore-Rückstand nach dem traditionellen Einbruch konnten das Team nicht aufholen – auch aufgrund der Schiedsrichter.

Irgendwie erinnerte alles an den Pokal-Auftritt des Bergischen HC im September vergangenen Jahres. Die Begegnung war vor sich hin geplätschert, ohne dass die Löwen oder die gastgebende TSG Münster Akzente setzen konnten. Trotzdem waren ein paar Tore gefallen – ein paar mehr auf Seiten der Hessen, die halt wissen, wie es ist, mit der ruhigen Atmosphäre in der Kelkheimer Sporthalle leben zu müssen. Gestern Abend war der Bergische HC abermals in dem Frankfurter Vorort zu Gast und ließ sich von Beginn an genauso einlullen wie vor einem halben Jahr – nur dieses Mal kam der Tabellenvierte aus dem Loch nicht mehr heraus.

Das Team von Trainer Norbert Gregorz hatte Mühe gegen die dicht gestaffelte Münsteraner Abwehr. So resultierte die 3:1-Führung nach fünf Minuten auch nur aus Treffern beim Nachwurf (Simon Kluge), nach Siebenmeter (Alexander Oelze) und Zweiter Welle (Kim Neuenhofen). Technische Fehler luden den Gegner danach zu Tempogegenstoß-Toren ein – und die einzige BHC-Führung war schnell dahin.

Es war wieder die traditionelle 20. Minute, in der der Einbruch der Löwen folgte. Ganz so, als ob TSG-Coach Hans-Josef Embs die jüngsten Partien des Bergischen HC auf Video ganz genau analysiert und die Anweisung gegeben hätte, in diesem Moment das Tempo anzuziehen. Mit kurzen, schnellen Pässen waren die Rückraum-Schützen frei gespielt, die entweder ungehindert zum Wurf kamen oder die Außenspieler in Szene setzten. In nur fünf Minuten war der BHC-Rückstand von 10:11 auf 10:17 angewachsen, auch weil Kim Neuenhofen oder Sebastian Aschenbroich bei ihren freien Würfen an Keeper Michael Rebstock scheiterten.

Trotz des Sieben-Tore-Rückstandes zur Pause (12:19) kamen die Bergischen motiviert aus der Kabine. Mit deutlich mehr Bewegung und Biss wurden die Angriffe vorgetragen – und auf einmal landete jeder Ball im Netz. Das half den Gästen allerdings nicht viel, weil die Münsteraner erst auch ihre Chancen nutzten. Als sie sich dann an der BHC-Abwehr in Eins-gegen-Eins-Aktionen verstrickten, bekamen sie tatkräftige Unterstützung von den beiden Schiedsrichter. Lutz Daßler und Lutz Günther verloren in der zweiten Hälfte völlig ihre Linie. Auf fast jede knappe Entscheidung am Kreis folgte das Zeigen auf den Siebenmeter-Punkt.

Mit dem Fuß ins Tor

Angesichts der Vielzahl an merkwürdigen Entscheidungen fiel es schwer, sich auf die Aufholjagd zu konzentrieren. Höhepunkt der zahlreichen Fehlgriffe war die Zwei-Minuten-Strafe gegen Sebastian Aschenbroich, als dieser den Ball mit dem Fuß ins eigene Tor gelenkt hatte. Die Unparteiischen schickten den BHC-Akteur nicht nur vom Feld, sondern gaben den Treffer zum 30:21 auch noch.

Immerhin zeigte die Mannschaft nach dieser Aktion Moral, indem sie das Endergebnis (29:35) bis zum Schlusspfiff noch freundlicher gestaltete. „Kämpferisch kann ich der Mannschaft keinen Vorwurf machen – vor allem, wenn man die letzten 20 Minuten betrachtet“, nahm Norbert Gregorz sein Team in Schutz. „Leider haben wir traditionell unseren Einbruch in der ersten Halbzeit gehabt.“

(RP)