Eishockey: Anschnauzen nicht erlaubt

Eishockey : Anschnauzen nicht erlaubt

Wenige hatten es dem EC Bergisch Land zugetraut. Die Raptors sind mit einem Sieg und einer knappen Niederlage in die Saison gestartet. Frank Lindemann hat die Mannschaft als neuer Trainer anscheinend beflügelt.

„Das war so ärgerlich“, hadert Frank Lindemann nur wenige Minuten nach der Niederlage beim EHC Troisdorf. Erst zehn Sekunden vor dem Ende kassierte der EC Bergisch Land den entscheidenden Treffer, der die 3:4-Niederlage bedeutete. „Und es war auch noch ein Treffer, bei dem der Torhüter etwas unglücklich aussah.“ An René Hippler lag es jedoch nicht, dass die Solinger verloren haben. Der Keeper hatte den Eishockey-Regionalligisten zwei Drittel lang im Spiel gehalten, um so die knappe Situation erst zu ermöglichen.

Frank Lindemann macht als neuer neuer Trainer einen offenen, direkten Eindruck: „Wir haben konditionell Nachholbedarf. Und auch im taktischen Bereich hapert es bei nur einer Trainingszeit in der Woche natürlich erheblich, aber die Mannschaft hat mich in Troisdorf trotzdem überzeugt.“

Die Truppe holte nämlich einen 0:3-Rückstand nach zwei Dritteln noch auf. Milan Kalka und Paul Kuntz hatten per Doppelschlag verkürzt, ehe erneut Kalka den seitens der 40 mitgereisten Solinger Fans umjubelten Ausgleich erzielte. „Das wird Selbstbewusstsein für bevorstehende Aufgaben geben“, ist sich der Coach sicher.

Zwei Tage zuvor waren die Bergischen bereits vielversprechend gestartet. Gegen die Reserve des Herner EV gewann die Truppe souverän mit 8:2. „Soviel schwächer als Troisdorf waren die Herner gar nicht“, erläutert Lindemann. „Wir waren im Auftaktspiel aber vor allem am Anfang heißer.“ Noch sei das Team eben nicht so gefestigt, wie sich das der Trainer vorstelle.

Vor Frank Lindemann liegt also eine reizvolle Aufgabe. „Mein Hauptziel ist es, die Mannschaft so zu führen, dass alle Spaß bei der Sache haben und Jeder zu Jedem steht.“ So seien gegenseitige Anschuldigungen im Frust tabu. „Beim Freundschaftsspiel in Neuss haben die Spieler sich gegenseitig angeschnauzt. So etwas werde ich in Zukunft nicht dulden“, meint der Trainer.

Für Lindemann ist das Engagement beim EC Bergisch Land die erste Station bei einem Männerteam. Der 46-Jährige hat bislang Nachwuchstruppen beziehungsweise zuletzt die Cologne Brownies in der 2. Frauen-Bundesliga trainiert. Eine Interimslösung ist der Coach jedoch nicht. „Ich stecke jetzt meine ganze Energie in den EC Bergisch Land. Wunder dürfen wir von der Mannschaft nicht erwarten. Aber wir können diszipliniertes, taktisches Eishockey spielen.“ Damit könne man immer für Überraschungen sorgen.“ Die kurzzeitige Tabellenführung haben die Solinger mit der knappen Niederlage in Troisdorf wieder abgegeben. Der sechste Platz ist zum Erreichen der Aufstiegsrunde nötig. „Wenn wir das schaffen, wäre das fast sensationell. Ausgeben möchte ich das Ziel aber nicht.“

(RP)
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