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Handball: Abwechselnde Höhen und Tiefen

Handball : Abwechselnde Höhen und Tiefen

Zum Einstand des neuen Trainers Raimo Wilde kam der Handball-Zweitligist Bergischer HC nicht über ein Unentschieden bei der SG Wallau/Massenheim hinaus. Probleme bereitete die Deckung des Aufsteigers, die Jiri Vitek aus dem Spiel nahm.

Wo war Raimo Wilde? Den neuen Trainer des Handball-Zweitligisten Bergischer HC suchte man in der Sporthalle Wiesbaden vor dem Anpfiff vergeblich, während sich die Mannschaft warm machte. Erst acht Minuten vor dem offiziellen Spielbeginn stieg der Nachfolger des am vorigen Dienstag beurlaubten Norbert Gregorz die Treppe hinab, um dann vor dem Einlaufen der Spieler den Parkettboden zu betreten. Er komme immer erst so spät in die Halle, klärte Raimo Wilde auf. "Wenn ich so kurz vor Beginn einer Begegnung noch etwas erklären muss, dann habe ich meinen Job nicht gut gemacht." Die Zeit vor dem Anpfiff nutze der Coach stattdessen, sich selbst vorzubereiten und noch einmal alles für sich durchzugehen.

Einer der wichtigsten Punkte waren die Angriffskonzepte gegen die 5:1-Abwehr der SG Wallau/Massenheim — die Variante, die die Hessen auch schon zu Erstliga-Zeiten praktiziert hatten. "Wir waren daher darauf eingestellt", erklärte der BHC-Coach, der jedoch registrieren musste, dass sein neues Team große Schwierigkeiten hatte, die rechte Angriffsseite erfolgreich und effektiv einzubeziehen. Jiri Vitek — in der Vorwoche beim Erfolg gegen den TV Hüttenberg mit neun Treffern noch bester Akteur bei den Löwen — wurde von Martin Lorenz in Schach gehalten. "Es war die falsche Entscheidung, den Ball immer flach spielen zu wollen, um den Knoten zu lösen", kritisierte Raimo Wilde.

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In der ersten Viertelstunde lief somit wenig zusammen. Die fehlenden Ideen im geordneten Spielaufbau konnten die Löwen nicht mit ihrer guten Leistung in der Abwehr kompensieren. Nur zwei Treffer gelangen Sebastian Hinze und Simon Kluge — jeweils nach Tempogegenstößen. Auf der Gegenseite hatten die Hessen bereits sieben Mal den Ball hinter Ivan Zoubkoff untergebracht (14.).

Schon nach dem dritten verwandeltem Siebenmeter (2:6) hatte Raimo Wilde mit einer Auszeit eingegriffen. Danach stand die defensiv ausgerichtete 3:2:1-Abwehr besser, das Team mit dem auf der Deckungsspitze agierenden Sebastian Hinze griff nun noch effektiver zu. Der SG Wallau/Massenheim unterliefen bei den lang vorgetragenen Angriffen immer mehr Fehler, die Sebastian Hinze, Sebastian Aschenbroich (je 2) und Simon Kluge mit fünf Toren in Folge zum 7:7-Ausgleich ausnutzten. Kurze Zeit später gelang Aschenbroich sogar die erste Führung (21. / 9:8).

Typisches "Unentschieden-Spiel"

In einem typischen "Unentschieden-Spiel" mit abwechselnden Höhen und Tiefen auf beiden Seiten profitierte der Aufsteiger von der Großzügigkeit der Schiedsrichter, was die Regelauslegung des Zeitspiels betraf. Teilweise durften die Wallauer drei Minuten lang nach ihrer Wurf-Möglichkeit suchen — so wie auch bei ihrem letzten Angriff.

Nach einem rüden Foul an Sebastian Hinze (Rot gegen Garbo) hatte Alexander Oelze vier Minuten vor Ende einen Siebenmeter zum 22:21 verwandelt. Nach einem schnellen Ballgewinn streckten die Unparteiischen ihre Arme deutlich früher als normal nach oben. Kristian Nippes blieb nichts anderes übrig, als die Entscheidung (erfolglos) zu suchen. Nun spielte Wallau die Zeit herunter und profitierte von Jens Reinarz' Zeitstrafe. Die Zeitspiel-Anzeige war aufgehoben, 14 Sekunden vor Ende aus dem Rückraum der Ausgleich erzielt (Steffen Fäth). Alexander Oelzes letzter Versuch wurde abgeblockt und hoch auf die Tribüne abgelenkt.

(RP)