Handball: 73 Höhepunkte – oder?

Handball : 73 Höhepunkte – oder?

Rekordverdächtige 40 Tore warf der Bergische Handball-Club im Heimspiel gegen TuSpo Obernburg. Damit blieb die Mannschaft von Trainer Raimo Wilde souverän ungeschlagen, obwohl die Bergischen defensiv fast die gleichen Probleme wie der Kontrahent hatten.

Milos Hacko ist im Normalfall ein Garant für gute Paraden im Tor der TuSpo Obernburg. In der Bayer- Sporthalle hat sich der Torhüter aber scheinbar nicht wohl gefühlt. Nach Herzenslust schenkte der Bergische HC einem der besten Keeper der Zweiten Liga Tor um Tor ein. Als Jens Reinarz Mitte der ersten Halbzeit freistehend verwarf, war dies eine der bemerkenswertesten Szenen. Tore durften die 950 Zuschauer nämlich genug bejubeln – schneller als im Minutentakt griff einer der beiden Keeper hinter sich in die Maschen, um den Ball wieder in Richtung Mittelkreis zu werfen.

Offensiv hätte der BHC wohl nicht besser spielen können, doch defensiv präsentierte sich die Truppe kaum stärker als die Obernburger Verteidigung. Auch bei den Gästen resultierte fast jeder Angriff im Treffer. BHC-Torhüter Mario Huhnstock fischte nur wenig, wurde jedoch von einer löchrigen Verteidigung auch häufig im Stich gelassen.

Die Hausherren fanden zunächst kein Mittel. Überraschend hatte Raimo Wilde mit Mathias Fuchs, Kevin Wendlandt und Kristian Nippes in der Startformation und einer entsprechend offensiven Verteidigungsvariante begonnen. Während das Rückraum-Trio durch Wendlandt schnell seinen erstes Tor markierte und auch in der Folge im Angriff gut funktionierte, blieb die Defensive auch schwach, nachdem der Trainer munter durchgewechselt und auf die 6:0-Deckungsvariante umgestellt hatte.

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Die Zuschauer störte es wenig. Wer am Ende jedes Tor lautstark kommentiert hatte, kam sicherlich heiser aus der Halle. Den Gästen gelang es über die 60 Minuten nicht, Sand ins Getriebe der bergischen Angriffsmaschine zu streuen. Abgesetzt hat sich das Wilde-Team jedoch erst in der zweiten Hälfte. Als Huhnstock ein paar Bälle festhielt, und vorne die Torjäger Sebastian Hinze (8), Simon Kluge (7) und Jens Reinarz (7) weiter versenkten, führte die Truppe plötzlich 30:25.

Manndeckung entlastete BHC

Zurück kamen die Obernburger nicht mehr. Denn egal, ob sich die Gäste mit einem Tor durchsetzten, der BHC legte stets nach. Dazu nahmen die Gastgeber TuSpo-Spielmacher Jurai Niznan in Manndeckung und fanden so das gesuchte Mittel, um defensiv stärker auszusehen.

Als Henning Quade in der Schlussminute für den starken BHC zum 40.Mal ins Schwarze traf, bejubelten die Zuschauer ein bemerkenswertes Handballspiel. 73 Höhepunkte hatten die Mannschaften bereit gehalten, doch trotzdem war die Partie vor sich hingeplätschert – ein wenig wie ein 0:0 beim Fußball, nur mit mehr Toren eben.

(RP)