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Volleyball: 63 Minuten auf konstant hohem Niveau

Volleyball : 63 Minuten auf konstant hohem Niveau

Mit einem variablen und damit für den VC Bitterfeld-Wolfen nur schwer zu lesenden Spiel besiegen die Solingen Volleys ihren Angstgegner im Eiltempo. Nach dem 3:0-Erfolg ist dem Zweitligisten Tabellenplatz drei kaum noch zu nehmen.

Einen größeren Gefallen hätten die Spieler ihrem Trainer nicht machen können. Stefan Hübner war erst kurz vor Beginn der Zweitliga-Partie gegen den VC Bitterfeld-Wolfen in der Halle aufgetaucht. Nach dem nach nur 63 Minuten verwandelten Matchball packte der frischgebackene Vater seine Tasche, um so schnell wie möglich wieder bei seiner Frau Angelina und dem am Samstag geborenen Sohn Jakob sein zu können.

Ausgerechnet gegen ihren Angstgegner boten die Solingen Volleys ihre beste Leistung dieser Saison. Seit dem Aufstieg der Ostdeutschen hatten diese alle drei bisherigen Auseinandersetzung stets relativ deutlich für sich entschieden. "Ich bin begeistert von unserer Konstanz", sagte Alexander Walkenhorst. "Auf diesem hohen Niveau haben wir noch nie drei Sätze durchgespielt." Der Allrounder wollte nichts davon wissen, dass der Fünf-Satz-Erfolg bei der SVG Lüneburg vor einer Woche befreiend gewirkt habe. "Gegen die Spitzenteams spielen wir einfach eine Klasse besser." Umso mehr ärgern Alexander Walkenhorst die vielen Punkte, die er und seine Teamkollegen gegen die Underdogs der Liga haben unnötig liegenlassen.

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Im Eiltempo holten sich die Volleys den ersten Abschnitt mit 25:11. Entscheidenden Einfluss hatte Ingo Häntschel genommen, der sich später auch offiziell bei seinen Akteuren entschuldigte. Der Bitterfelder Coach hatte sein Sextett in der Rotation falsch herum aufgestellt. "Lediglich am Anfang haben wir das überspielen können." Die Solinger nutzten die Probleme auf der gegnerischen Seite gnadenlos aus. Nahezu jeder Ball wurde im Spiel gehalten, sei er auch noch so gut platziert gewesen. Stefan Hübners Veränderung in der Rotation hingegen war taktisch so gewollt: Alexander Walkenhorst und Henning Wegter wurden ins Hinterfeld beordert, um ihre Durchschlagskraft auszuspielen. Im Mittelblock vertraute der TSG-Trainer stattdessen auf die Qualitäten von Thomas Güßgen.

Mit der richtigen Aufstellung bereitete der einzig verbliebene Rivale im Kampf um Tabellenplatz drei im zweiten Satz lediglich bis zur ersten Technischen Auszeit Probleme. Nach der Unterbrechung wurde die Führung von 8:7 über 10:7 auf 21:13 gestellt. TJ Werschek verteilte die Bälle so variabel, dass für den Gegner nur schwer zu lesen war, wer für den dritten Kontakt vorgesehen war. Die Punkte verteilten sich so auf mehrere Schultern. Der Satzball zum 25:16 gehörte Stefan Windscheif, der mit Selbstvertrauen und Übersicht den gegnerischen Block studierte und sich für einen gefühlvollen Tipp entschied. In Zeitlupe tropfte der Ball von den Unterarmen ins Aus.

Die Konzentration hielten die Volleys selbst nach der zehnminütigen Pause konstant hoch. "Plötzlich waren bei Bitterfeld nach einigen Wechseln die Spieler auf dem Feld, die uns im Hinspiel Probleme bereitet hatten." Henning Wegter hatte deswegen kurzzeitig Sorge, dass der Faden noch reißen könnte. Das passierte nicht. Ähnlich wie in Durchgang zwei mussten sich die Gastgeber nur in Geduld üben, bis sie für ihr druckvolles Spiel belohnt wurden.

(gra)